Aeg u N** wan er wer den U U
erſte
1
S
12 —
e SS SSA
1 —— Lr
0
N
f 2 — 2— 2 2
Intelligenzblatt
für die
rovinz
berhessen
im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.
Die ſchoͤnſten, Gig e
Das Großherzogthum Heſſen hat bei einem ge— ringen Umfange gar manche Gegenden, die alljähr⸗
lich von vielen hundert Reiſenden aus allen Orten
der Erde wegen ihrer Schönheit und Großartigkeit beſucht werden, die herrliche Umgegend von Mainz, das romantiſche Bingen, die majeſtätiſche Berg⸗ ſtraße, die maleriſchen Umgebungen von Hirſch— horn und Neckarſteinach, die lieblichen Thäler des Odenwaldes, beſonders das birkenauer und Muͤmlingthal u. ſ. w. Beſcheiden tritt gegen ſolche die Provinz Oberheſſen zurück, und achſelzuckend bemerkt der Bewohner der beiden ſüdlichen Provinzen, daß ſie hierin von der Natur ſtiefmütterlich begabt worden ſey. Wir wollen ihm das nicht übel nehmen, denn er hat höchſtens einmal einen Durchflug durch die Wetterau nach Gießen gemacht und unterweges die geſegneten Fruchtfelder bemerkt. Die ſind zwar gut, aber langweilig zu ſehen. Das Hinterland denkt er ſich dagegen wie ein zweites Sibirien, und wenn er gar von dem Vogelsberge hört, ſo friert es ihn mitten im Sommer, denn er hat in einem Buche gedruckt geleſen, daß dort acht Monate Winter wäre; warum ſoll er's nicht glauben? Wäre er ein wenig länger geblieben und hätte er ſich ein wenig weiter umgeſehen, ſo würde er ſich eines Andern und Beſſern überzeugt haben. Er würde geſehen haben, daß das Lahnthal bei Bie- denkopf gar ſo übel nicht iſt, daß das Ederthal, namentlich bei Battenberg und Battenfeld jchöne Parthien hat, daß auf der andern Seite
Se 6. Oktober
5 1838.
das Ohmthal bei Homberg, die Gegenden von Lauterbach und Schlitz ſo häßlich nicht ſind, als er früher wähnte. Er hatte aber gar keine Luſt ſie näher zu ſehen, und geht wieder über den Main hinüber mit all ſeinen Vorurtheilen, die er mitbrachte. Wäre er nur länger in dem ſüdlichen Theile geblieben, wir hätten ihm auch in dieſem, namentlich in unſerer Wetterau, Plätzchen zeigen wollen, welche den ſchönſten im Odenwalde gar nicht nachſtehen. Er würde mir freilich entgegnet haben:„Ihr wollt mich an die Abdachung des Taunus, nach Hom⸗ burg, Falkenſtein, Königſtein führen; die ge⸗ hören ja aber nicht zur Provinz Oberheſſen.“ Nein, lieber Mann, wir bleiben in der Provinz, und zeigen Dir gar manchen Ort, wo Du ſagen wirſt: „Hier iſt's ſchoͤn; hier kann man Hütten bauen.“ Habe nur die Geduld, erſt zu ſchauen; dann ur⸗ theile, ob Du Recht oder Unrecht haſt, wenn Du ſagteſt, die Provinz Oberheſſen habe keine ſchöne Gegenden. Wir führen Dich nach und nach an dieſes und jenes Plätzchen, an dieſes und jenes Thäl— chen, und hoffen, Du ſollſt Dich mit uns ihrer freuen. Du ſollſt unterweges ſchon eines Andern belehrt wer— den. Köͤmmſt Du von Hanau, ſo weile ein halbes Stündchen in Kaichenz wir führen Dich an die Mühle, welche am Fuße der Naumburg liegt. Du brauchſt nicht hinauf zu gehen, um Dich dort um—⸗ zuſchauen; Du kannſt Dich des ſchönen Thälchens unten freuen.
Ziehſt Du weiter, ſo halte doch ein wenig in Ilbenſtadt, und gehe in die Gegend, wo das


