Ausgabe 
6.1.1838
 
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ntelligenzblatt

für die

rovinz(Deerbe⸗ sen

im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.

2 I. 0 1838.

Sonnabend, den 6. Januar

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2 75 Intelligenzblatt für die Provinz Oberheſſen erſcheint auch im Jahr 1838, wie bisher, wöchentlich Cinmal und zwar ſo, daß es den Freitag Mittag von den Kreisboten abgeholt, den Sonnabend Vormittag aber hier ausgegeben und durch die hieſige wohllöbl. Poſtbehörde expedirt wird. Alle Inſerate, welche bis den Donnerſtag Nachmittag 3 uhr bei mir eingelaufen ſind, finden in derſelben Woche eine ſichere Aufnahme. Einrückungsgebühren betragen für die erſte Zeile 4 kr., für die zweite 3 kr.) für die dritte und jede folgende 2 kr. Der Abonnementspreis für 1 Jahr iſt: 1 fl. 12 kr., für % Jahr: 40 kr., für ½ Jahr 24 kr., welcher Betrag jedoch voraus bezahlt werden muß! Diejenigen meiner oe ehrl. Abonnenten, welche geſonnen ſind, das Intelligenzblatt auch im Jahr 1838 zu halten, haben nicht nöthig, ſolches bei mir beſonders anzuzeigen; diejenigen hingegen, welche auszutreten beabſichtigen, oder neu hinzutreten wollen, erſuche ich, mich, oder die ihnen zunächſt liegende Poſtbehörde, gefälligſt davon zu benachrichtigen. Gemeinnützige Aufſfätze

werden ſtets mit Dank für mein Blatt angenommen werden. Frie dberg.

Carl Bindernagel.

2 1 Geſegnetes neues Jahr!

Nachdem die geſammte Wetterau ſchon in der Nacht vom Sonntag auf den Montag ſich einander eingeſegnetes neues Jahr gewünſcht hat, kommt die Redaetion bei ihren Leſern erſt heute mit ihrem Wunſche hinten nach. Was aber aus dem Herzen geht, wird auch wieder Herzen finden, wenn es ſchon etwas ſpäter iſt, als es der Zeit nach ſeyn ſollte. Und dann muß ſich ja doch die Redaction nach ihrem eigenen und nicht nach einem fremden Kalender richten, und in dieſem ihrem eigenen Kalender hat ſie heute ihren Erſten, nämlich Nummer Eins ihrer Blötter, konnte alſo ihren Neujahrwunſch auch bei dem beßten Willen nicht früher anbringen.

Unſere Väter und Großväter haben nichts, was nur einigermaßen wichtig war, nicht einmal den jungen Tag, ohne ihrhelf Gott oderGott walts oderwills Gott begonnen. Wir wollen ihnen hier⸗ in heute nachahmen und zuerſt dankbar unſere Blicke zu jenem himmliſchen Vater richten, der ſchon ſo viele Jahrtauſende unſerer Wetterau Regen und Sonnenſchein und Gedeihen ihrer Früchte gab, und der uns auch im vergangenen Jahre ſoviel verlieh,

als wir nöthig hatten für uns und unſere ärmeren Mitbrüder und Nachbarn. Wir wollen aber auch vertrauensvoll zu ihm hinſchauen, daß er uns ferner geben werde, was uns frommt für unſer Pilgerleben hienieden.

Dann wollen wir uns einander ſelbſt die Hände reichen und als Brüder warm drücken mit dem Vorſatze, Friede und Liebe unter uns herrſchen zu laſſen, ſo weit es möglich iſt, und das Vergangene wollen wir vergeben und vergeſſen, wenn's etwas Böſes war, was uns zugefügt wurde, das Gute aber in dankbarem Herzen bewahren.

Ferner wollen wir ein Jeder in ſein Inne res ſchauen mit dem feſten Vorſatze, dort dem Schlech⸗ ten keinen Raum zu gönnen, ſondern vielmehr Herz und Sinn fur alles, was wahrhaft ſchön und gut iſt, offen zu halten und ein gutes Gewiſſen zu bewahren ſuchen bis ans Ende unſerer irdiſchen Laufbahn, deren Ziel in Gottes Hand ſteht.

Endlich erklärt die Redaction, daß ſie mit friſchem Muth ihr Geſchäft begonnen und ſich vorgenommen hat, in ihren Gaben das Nützliche fein mit dem Angenehmen zu verbinden. Sie wird es zwar nicht