Ausgabe 
3.3.1838
 
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Etwas aus Friedberg. 1 Ende Februar.

In dem Locale unſeres Caſino fand vor mehreren Tagen eine Verlooſung von Gegenſtänden ſtatt, welche unſere jungen Damen ſelbſt verfertigt oder aus ihren Mitteln angeſchafft und zu dieſem Zwecke bereitwillig dargebracht hatten. Aus dem Erloöſe wurden mehrere hundert Centner Braunkohlen angekauft, welche in voriger Woche unter unſere ärmſten Bewohner ver theilt wurden. Der Reſt des Erlöſes iſt zu einer Brodvertheilung beſtimmt.

Unſere Leſer werden einen ſolchen wohlthätigen Sinn zu würdigen wiſſen, ohne daß wir nöthig haben, weiter etwas beizufügen.

Noch etwas aus Friedberg.

Am Sonntag hatte unſer hieſiger Singverein im Locale des Herrn Gerlach einen zahlreich be ſuchten Ball. Wir würden dies nicht erwähnen, da ein Ball in einer Stadt etwas gar Gewöhnliches iſt, wenn nicht beſondere Umſtände es der Aufzeichnung werth machten. Der Ball wurde nämlich mit einem für die Gäſte beſonders erfreulichen LiedeDer Sänger Willkommen(aus Müllers Geſanglehre) eröffnet, und die große Pauſe zu mehreren ſchönen Geſängen benutzt, welche unſere jungen Bürger recht wacker vortrugen. Eine ſolche Verbindung von Geſang und Tanz war uns neu, hatte aber für uns etwas ſehr Angenehmes und verdient Nachahmung.

Wie wir hören, hat dieſer Verein, um den Sinn für Geſang und für Muſik überhaupt in Friedberg mehr zu beleben, ſich zur Annahme von außerordent lichen Mitgliedern ſie müſſen über 30 Jahre alt ſeyn bereit erkläret. Aus dem Ueberſchuſſe der Einnahme ſollen künftig unbemittelte junge Leute Unterricht auf irgend einem muſikaliſchen Inſtrumente erhalten. In früheren Zeiten hatten wir hier mau chen guten Muſiker; vielleicht erhalten wir dadurch künftig deren wieder ſo viele, um, wie ſonſt der Fall war, Concertchen zu Stande zu bringen. Wir freuen uns deſſen im Voraus. Denn Muſik gewährt nicht nur eine angenehme Unterhaltung, ſie gibt auch dem Gefühle edle Nahrung. Dazu trägt ſie zur Bildung des Menſchen gar viel bei und be wahrt junge Leute vor manchem Schlechten.

Vorſchlag zur weitern Benutzung der Braunkohlen.)

Bei der fortwährenden Zunahme der Theuerung des Brennmaterials dürfte das in Nr. 44 des dies jährigenallgemeinen Anzeigers der Deutſchen empfohlene Heizen der Backofen mit Braunkohlen oder Torf in unſerer mit dieſen unſchätzbaren Natur gaben verſehenen Wetterau eine beſondere Beachtung verdienen.

Nach der in jenem Aufſatz vorausgeſchickten Be merkung, daß das Backwerk von dieſem Brenn- material keinen übeln Geruch annehme, wird das Verfahren ſelbſt folgendermaßen angegeben: Wenn das Brod vom letzten Backen aus dem Ofen ge nommen iſt, und darin keine glühenden Kohlen mehr vorhanden ſind, bringt man ſo viele Braunkohlen oder Torf hinein, als man für die Heizung zu dem folgenden Backen für nöthig hält, und verbreitet ſie auf dem Herde. Das Brennmaterial dörrt auf dieſe Weiſe dermaßen aus, daß es, zu dieſem Behufe zuſammengezogen, mit etwas Stroh oder Reiſig vor dem nächſten Backen entzündet und in Gluth ge bracht wird. Hat der Ofen ſeine gehörige Hitze gewonnen, ſo werden die glühenden Kohlen ent fernt, und zu einem andern Verbrauche, z. B. in der Küche, verwendet. Der Ofen wird alsdann reingekehrt, und das Gebäck eingeſchoben.

Die Bäcker in Halle, welche ſeit dem franzöſiſchen Kriege, wo ihnen das Holz weggenommen und für das Heer verwendet wurde, bei'm Braunkohlenfeuer backen, haben eigenthümliche Oefen, welche am Herde mit einer wohl einklappenden Fallthüre verſehen ſind, die geöffnet wird, um die benutzten Braunkohlen hineinzuſtreichen. Dieſe fallen in einen dazu ein gerichteten Raum, glühen hier fort, und unterhalten

in dem Ofen die Hitze, ſo daß man ohne weiter zu heizen das Backen fortſetzen kann.

*) Wir haben in Nr. 47 unſeres Blattes vom Jahr 1836 einen von einem Sachverſtändigen erhaltenen Aufſatz uber Braunkohlen in der Wetterau und deren beſſere Benutzung den Leſern mitgetheilt. Hier erhalten dieſel ben einen anderweitigen Vorſchlag, der uns von acht barer Hand zugekommen iſt. Wir wünſchen, daß we der dieſe noch jene Stimme verhallen, ſondern beherzigt werden möchte. Die Red.

Bekanntmachungen von Behoͤrden. Eichen-Lohrinde-Verſteigerung im Revier Oberrosbach Forſts Friedberg betreffend. (102) Das diesjährige Ergebniß an eichen Loh

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