Ausgabe 
30.12.1837
 
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D 388

Der großherzoglich heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Friedberg an ſaͤmmtliche großh. Buͤrgermeiſter des Kreiſes.

Betreffend:

Die Abgaben von Leuten, welche fich in Unterſuchung befinden, zum Militärdienſt.

Da fur den Militärdienſt dadurch große Nachtheile entſtehen, daß Leute, welche ſich in Unterſuchung befinden, mit den jährlichen Contingents-Mannſchaft der Bezirke zum Dienſte abgegeben werden, ohne daß die Behörde zur Benachrichtigung großh. Kriegsminiſteriums hierin Kenntniß erhält, ſo verfuͤge ich,

zur Abſtellung dieſer Nachtheile das Folgende:

1) Sie haben, wenn Einer oder der Andere der bei der letzten Muſterung in die erſten 7 gefallenen Conſcriptionspflichtigen bis zur vorgeſchriebenen Zeit der jährlichen Aufſtellung der Contingentsliſten, d. i. bis Anfangs Januar, in Unterſuchung gekommen iſt, dies unfehlbar bis zum 5. Januar eines

jeden Jahres an mich einzuberichten; und ferner

2) Wenn ein ſolcher nach dieſer Zeit und bis zum 1. April eines jeden Jahres noch in Unterſuchung gezogen worden ſeyn ſollte, dies in jedem einzelnen Falle ſtets längſtens 8 Tage nachher berichtlich

bei mir zur Anzeige zu bringen.

Erfolgen keine Anzeigen, ſo wird von mir angenommen, daß ſich ein ſolcher Fall nicht ereignet habe. Sollte ſich ein ſolcher aber dennoch ſpäter ergeben, ſo wird der betreffende Bürgermeiſter ꝛc. deßhalb zur

Verantwortung gezogen werden. Friedberg am 20. Dezember 1837.

Küchler.

riedberg am 27. Dezember 1837.

Wir glauben dieſen Jahrgang unſers Blattes nicht würdiger beſchließen zu können, als indem wir unſern Leſern Mittheilung von einem ſchönen Dop pelfeſte machen, welches geſtern hier gefeiert wurde.

Der allen Heſſen ſo theuere hohe Geburtstag unſeres allverehrten Landes vaters iſt, wie allgemein bekannt, zugleich auch der Vermählungstag Sr. Hoheit des Erbgroßherzogs mit Ihrer Königl. Hoheit der Prinzeſſinn Mathilde. Zur Feier dieſes hohen Feſttages verſammelten ſich geſtern Abend die ſämmt lichen Civil- und Militärbeamten, ſowie eine große Anzahl achtbarer Bürger in dem Gaſthauſe zu den drei Schwerdtern zu einem Gaſtmahle. Bei demſelben wurde mit einem Enthuſiasmus, wie ihn nur die tiefſte Verehrung erzeugen kann, die auf das Wohl Seiner Königlichen Hoheit unſeres all geliebten Großherzogs, ſowie Sr. Hoheit unſers theueren Erbgroßherzogs und Höchſtdeſſen Gemahlinn Ihrer Königlichen Hoheit der Prinzeſſinn Mathilde ausgebrachten Trinkſprüche von der zahlreichen Ge ſellſchaft aufgenommen. Es war nur Ein Sinn und Eine Liebe, welche hier herrſchten.

Damit war noch eine andere ſtille Feier ver bunden. Nach den Statuten unſeres Mathilden ſtiftes ſoll nämlich an dieſem Tage ein Theil der Zinſenüberſchüſſe zu milden Gaben verwendet werden. Soviel wir vernommen, wurde diesmal die Summe von 515 Gulden zu dieſem Zwecke beſtimmt, und

erhielten geſtern 1) 30 über 80 Jahre alte würdige Arme jedes eine Gabe von zehn Gulden; 2) 38 Dienſtboten, welche über 15 Jahre in Einem Dienſte ununterbrochen ſtehen, erhielten je nach 3 Stufen, nämlich die über 15, die über 20 und die über 30 Dienſtjahre zählten, Gaben von je 5, 6 und 7 Gul⸗ den. Ein Individuum befand ſich dabei, welches 46 Jahre in Dienſten ſteht und in Einer Familie von den Eltern auf die Kinder fortgeerbt war.

Wir zweifeln nicht daran, daß die Gaben in dem Sinne der erhabenen Beſchützerinn des Mathilden⸗ ſtiftes ausgetheilt wurden, und wünſchen nur, daß die Thränen ſtillen Dankes, welche hier floſſen, ſich in Perlen verwandeln möchten zum würdigen Schmuck der holden Fürſtinn.

Bekanntmachungen von Behoͤrden.

N

Hofraithe⸗Verſteigerung. (1103) Donnerſtag den 1. Februar 1838, Vor⸗ mittags um 11 Uhr, ſoll in hieſigem Rathhauſe die zur Verlaſſenſchaft des verlebten Adam Groß gehörende Hofraithe Nro. 78, in der beßten Lage der Stadt auf der Hauptſtraße gelegen, beſtehend in Wohnhaus, Brauhaus, 2 Scheunen, 1 Farbhaus und Ställen nebſt großem Hofraum, worin Fäͤrbe rei betrieben wird, Erbabtheilungshalber öffentlich meiſtbietend verſteigert werden.

Friedberg den 14. Dezember 1837.

Der Bürgermeiſter D. Fritz

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