„ geboren
er: Hen⸗
annes und Marz. Schneider, N. März. W Marz. ihs Lud⸗
zurgkirchen⸗ n 7. Matz: . 14. Matz.
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Intelligenzblatt
für die
88 Jrovinz
Mberhes sen
im Allgemeinen,
den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.
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Der Frauenverein zu Friedberg.
Die gegenwärtigen Vorſteherinnen des Fried⸗ berger Frauenvereines erließen in der Nr. 11 d. Bl. an diejenigen Frauen und Jungfrauen dahier und in der Umgegend, welche dem Vereine bis jetzt fern ſtanden, eine Aufforderung zur Theilnahme an demſelben. Dieſe Aufforderung wäre ſicher nicht erlaſſen worden, wenn jene Frauen nicht die Hoff— nung gehegt hatten, ſie werde nicht vergeblich an Diejenigen ergehen, an welche ſie gerichtet war. Denn wer ſelbſt aus reinem Eifer etwas Gutes betreibt, der hat auch Muth genug, auf Gleichge— ſinnte zu zählen, welche nur der Anregung bedür— fen, um durch ihre liebevolle Mitwirkung dem Un⸗ ternehmen einen gedeihlichen Fortgang zu ſichern. Dem größeren Publikum iſt aber der eigentliche Zweck des Frauenvereines nur oberflächlich bekannt. Es iſt hin und wieder der Wunſch laut geworden, vor der Erklärung zum Beitritte mit dieſem Zwecke näher bekannt gemacht zu werden. Folgende Zeilen ſind beſtimmt, dieſem Wunſche entgegenzukommen.
Im Eingange der im Drucke erſchienenen„Ge— ſetze und Verordnungen des Friedberger Frauenver⸗ eines/ findet ſich die Bemerkung, daß die Jubelfeier der Reformation am 31ſten October 1817 den Gründerinnen dieſes Vereines die erſte Veranlaſ⸗ ſung zu ihrem menſchenfreundlichen Unternehmen gegeben habe. Sie gingen von der Betrachtung aus, daß man ſich großer Wohlthaten, welche Gott durch ausgezeichnete Menſchen gewährt, alsdann am würdigſten beweiſe, wenn man, ſey es auch im kleinſten Kreiſe, das Streben des Gefeierten
nachzuahmen ſuche. Wie Luther unmittelbar für die Aufklärung und mittelbar für die Erhohung des Lebensglückes ſeiner Landsleute im großen Ganzen ſegensreich gewirkt, ſo wollten die Grün— derinnen des Frauenvereines nach ihren beßten, wenn auch beſchränkten Kräften, das Gleiche in der Heimath verſuchen. Sie hatten oft die Er— fahrung gemacht, daß der Mangel an Lebensglück bei den dienenden Menſchen und die Zerrüttung ganzer Familien hauptſachlich von Unwiſſenheit, Ungeſchicklichkeit und moraliſcher Verdorbenheit her⸗ rühre. Um mit Hoffnung auf Erfolg hierin etwas zu ändern, richteten ſie auf die den Frauen zunächſt ſtehenden Töchter armer Familien ihr Augenmerk. Dieſe für ihren muthmaslichen, künftigen Wirkungs⸗ kreis brauchbar zu machen, ihnen auf dieſe Weiſe das Fortkommen in der Welt zu erleichtern und, damit es an der einzig ſicheren Grundlage nicht fehle, auf deren religiöſe und ſittliche Ausbildung einzuwirken, das war die nächſte und Haupt⸗Auf⸗ gabe, welche der Verein ſich ſtellte.
Es wurde deßwegen eine Arbeitsſchule gegrün⸗ det, in welcher unter Aufſicht der Vorſteherinnen eine eigens angeſtellte Lehrerin an den Nachmitta⸗ gen der fünf erſten Wochentage Unterricht in weib— lichen Handarbeiten ertheilt. In dieſer Schule ha⸗ ben bisher immer 18 bis 20 verwaiſ'te Maͤdchen oder Töchter unvermögender Eltern nach zurückge⸗ legtem 6ten Lebensjahre bis zur Confirmation Un— terricht empfangen. Den Eltern oder Pflegeeltern wird die Verbindlichkeit auferlegt, über regelmäßi⸗ gen Beſuch der ſtaͤdtiſchen Schulen durch die dem Vereine übergebenen Kinder gewiſſenhaft zu wachen,
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