2 8 Weiter gelten die ſeitherigen Beſtimmungen, nämlich: ö
19 Die Preisbewerber haben das vorzuführende Vieh an dem feſtgeſetzten Tage Vormittags neun Uhr aufzuſtellen und ein vom Ortsvorſtande ausgeſtelltes und geſiegeltes Zeugniß beizubringen, worin nachgewieſen iſt, daß die älteren Bullen auch wirklich in der Gemeinde dienen, daß die jungen Bullen Eigenthum des Concurrenten, die Rinder aber von ihm ſelbſt erzogen ſind.
2) Die älteren Bullen müſſen gefeſſelt vorgeführt werden. a
3) Die Austheilung der Prämien erfolgt am nämlichen Tage um die Mittagsſtunde.
Die verehrlichen Vereinsmitglieder und alle Beförderer und Freunde der Viehzucht ſind zur Theil⸗ n
nahme an den Preisvertheilungen eingeladen.
Hiermit wird zugleich die Aufforderung verbunden, daß die Bewerber um die für Hopfen⸗, Luzerne⸗ und Esparſette-Anlagen, neue Dungſtällen und Wieſenverbeſſerungen ausgeſetzten Prämien, welche noch keine Anmeldungen gemacht haben, dieſe baldigſt an den Unterzeichneten einſenden möchten.
Gießen, den 31. Juli 1837.
In Abweſenheit des Präſidenten des landwirthſchaftlichen Vereins von Oberheſſen: a Der Vicepräſident Schneider.
Das Brod. Das Brod iſt dasjenige Nahrungsmittel, wel⸗ ches bei allen cultivirten Völkern, durch alle Stände
am allgemeinſten verbreitet iſt, woraus folgt, daß die Geſundheit und das Wohlbefinden ganzer Völ⸗
ker und Länder zum großen Theile von ſeiner Zu⸗ bereitung abhängig iſt und daß deßhalb Sorge für gutes, geſundes und ſchmackhaftes Brod eine Hauptaufgabe der mediciniſchen Polizei, und Beleh⸗ rung über die Verunreinigung des Getraides und die Hauptpunkte bei der Bereitung des Brodes Aufgabe allgemein verſtändlicher mediciniſcher Schrif⸗ ten ſeyn muß, weßhalb ich in Folgendem das Wichtigſte hierüber kurz verhandeln will. i
Das erſte Erforderniß zu einem guten, geſun⸗ den, nahrhaften und ſchmackhaften Brode iſt gutes Getraide und zu einem ſolchen gehört:
1) Daß es nicht zu friſch iſt. In ſolchem Zuſtande iſt es noch zu ſaftig und zu fett, giebt beim Mahlen viele Kleye oder viel grobes Mehl und iſt dann, wenn es noch nicht gehörig geſchwitzt hat und ausgetrocknet iſt, nachtheilig für die Ver⸗ dauungsorgane; beſonders nöthig iſt das gehörige Austrocknen des Roggens.
2) Daß es nicht zu alt und ausgetrocknet iſt, weil es nach allzu laugem Aufheben und Trocknen wenig Mehl giebt und überhaupt ſeine Kraft verliert.
3) Daß es geſund iſt und vor Allem frei von den ihm eigenthümlichen drei Hauptkrankheiten; dieſe ſind: N
a) Der Roſt, ein klebriger Staub von der
Farbe des Eiſenroſtes, welcher ſich an dem Halm oder Balg des Getraides anhängt und ſeinen Wachsthum verhindert, wodurch es unkräftig, aus⸗ getrocknet wird und wenig oder gar kein Mehl enthält. Obgleich nun dieſer Roſt an ſich ſchäd⸗
lich iſt, ſo iſt er doch der Geſundheit deßhalb nicht
nachtheilig, weil er bei der Reifung der Körner von der Sonnenhitze zu Staub gemacht, vom Winde verweht und bei dem Ausdreſchen und Reinigen vollends verjagt wird. Er ſoll entſtehen, wenn die noch grünen Saftröhrchen des Getraides bei plötzlich auf einander folgendem Regen und Son⸗
nenſchein aufplatzen, die ausſpritzenden Säfte an
der Luft erhärten und dann durch die Sonnenhitze zu Staub werden. N
b) Der Brand, eine Fäulung des Getrai⸗ des, die ſowohl die Körner, als auch Blumen und Blätter ergreift. Es iſt ein ſchwarzer oder gelb⸗ bräunlicher, klebriger Staub, der allenthalben an⸗ hängt und alles verdirbt, was er berührt. Die Aehren ſind von Körnern faſt ganz leer und haben nichts als den Balg, der ins Weiße fällt und in
deſſen Mitte ein faſeriges Waſſer enthalten iſt. Brod aus ſolchem brandigen Korne gährt und backt
ſich ſtets auf eine ſchlechte Weiſe, iſt klebrig, ſchwer und denen, welche nicht daran gewöhnt ſind, ſehr zuwider und ekelhaft.—
c) Das Mutterkorn kommt blos im Roggen vor und heißt auch Vogelſporn oder Kornzapfen ꝛc. Es beſteht aus ſchwärzlichen, bläulichen oder vio⸗ letten, gekrümmten, aus den Aehren hervorſtehenden Zapfen, welche auf dem Bruche dieſelbe nur hel⸗
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c) Der und Roggen Meſl und B
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