Wird ſich die beabſichtigte Errichtung gehörig verintereſſiren?!—
Bleibt man bei dem Grundprincip aller Spe⸗ culation ſtehen, daß ein commerzielles Unternehmen, welches auf Oertlichkeit und Verhältniſſe richtig berechnet iſt, ſo lange mit überwiegendem Vortheil beſtehen wird, als ſich jene Verhältniſſe nicht än— dern, oder eine zu ausgedehnte Concurrenz eine an— gemeſſene Verwerthung der gewonnenen Produkte nicht zulaßt, ſo iſt wohl, hierauf geſtützt, auch dieſem Induſtrie-Zweig das Gedeihen nicht abzuſprechen; denn daß Oertlichkeit und Verhältniſſe paſſend ſind, wurde ſchon oben angeführt und allzuſtarke Concur⸗ renz iſt in vorliegendem Falle nicht denkbar.— Und warum ſollte ein Unternehmen nicht Anklang finden, deſſen Vortheile ſo klar vor Augen liegen; — warum ſollte eine Sache in einer der fruchtbar⸗ ſten und glücklichſten Gegenden ſich nicht mit Ge—⸗ winn ausführen laſſen,(während dieſes doch an andern Orten unter weit ungünſtigeren Verhältniſ⸗ ſen der Fall iſt?!—
Zieht man nun endlich in Ueberlegung, wie ſchon ein bedeutender Theil der Koſten durch jene Bürger Friedbergs wird gedeckt werden, denen das Waſſer zum Betrieb ihres Geſchäfts unentbehrlich und die gewiß gerne namhafte Summen beitragen werden, würde Ihnen das Waſſer ohne weitere Bemühllng von Ihrer Seite bis in die Wohnung oder das Betriebs⸗Lokal geliefert, ſo mag ein glück— liches Reſultat außer allem Zweifel liegen.—
Es konnte nicht Abſicht dieſer Zeilen ſeyn, eine umfaſſende Darſtellung aller Punkte des berührten Gegenſtandes zu liefern, ſondern ſie werden ſchon dann ihren Zweck erreicht haben, wenn man hin und wieder ſich zur näheren Prüfung deſſelben an— geregt fühlen wird.
Die Erdfloͤhe betreffend.
Gelegentlich des Anſtreichens einer Gartenbank mit weißer Oelfarbe, bemerkte ich, daß ſchon nach einer halben Stunde dieſelbe mit ſogenannten Erd⸗ flöhen, die gerade nicht in übergroßer Menge in meinem Garten vorhanden ſind, bedeckt war. Dieſe Inſekten wurden unſtreitig vom Geruche des Lein⸗ oͤls angezogen, und ich ſtellte deßwegen die Bank zum zweiten und dritten Anſtriche im Hofe auf; allein auch hier fanden ſie ſich in ſolcher Menge
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ein, daß Tauſende in der friſchen Leinölfarbe ihren Tod fanden.
Es ſcheint nun keinem Zweifel zu unterliegen, daß der Vogelleim, welcher aus eingekochtem Leinöl
beſteht, ein unfehlbares Mittel zur Vertilgung die⸗
ſer ſchädlichen Inſekten abgeben möchte. Wenn man in die Pflanzenbeete Stöcke mit Vogelleim beſtrichen aufſteckt, ſo werden in kurzer Zeit alle Erdflöhe an dieſelben anfliegen, und ſo zu Grunde gehen.
Amerikaniſche Sitte, den Erdfloh von Kohl⸗ und Rübſaaten abzuhalten. Man ſchüttet zu 3 Pfund Kohl und Rübenſaat in einen glaſirten Topf 1 Unze(2 Loth) Schwefelblumen, deckt den Topf dicht zu, nachdem man den Samen und die Schwefelblumen fleißig durch einander ge⸗ rührt hat. Nach 24 Stunden thut man eine zweite Unze Schwefelblumen hinzu, und rührt es tüchtiglaber⸗ mals durch einander und wieder nach 24 Stunden die dritte Unze bei gleichem Verfahren. Damit beſäet man ſeinen Acker. Die erſten Blaͤtter der Saat ha⸗ ben einen ſcharfen Geſchmack, der Erdfloh verſchmäht ſie daher, und beim dritten und vierten Blatte iſt die Pflanze ſchon ſo kräftig, daß der Erdfloh ihr Gedeihen nicht mehr ſtoͤren kann; auch pflegt mau wohl die aufgegangenen Pflanzen mit klein zermalm⸗ tem Ruß und Aſche zu beſtreuen.
Bekanntmachungen von Behoͤrden.
ANN
Hofraithe⸗Verſteige rung.
(175) Montag den 17ten April, Vormittags um 10 Uör, ſoll in hieſigem Rathhaus das durch Tauſch
an die Stadt übergegangene Pfarrhaus in der Kirch⸗ gaſſe gelegen, beſtehend in Wohnhaus, Stall, Hof⸗ raum und 1 VPrtl. 4 Rthn. Hausgarten offentlich meiſtbietend verſteigert werden. Friedberg den Iten März 1837. Der Bürgermeiſter D. Fritz. Güter ⸗Verſteigerung. (185) Auf Verfügung des großherzoglichen Land⸗ gerichts ſollen Montag den 20ten d. M., Vormit⸗ tags um 11 Uhr, in hieſigem Nathbaus die dem Caspar Stoppelkamm zu Ockſtadt gehörenden Guͤ⸗ terſtücke in hieſiger Gemarkung, beſtehend in: P. 337 N. 23. 160 Ruth. Ackerland im großen Wart⸗ feld, iſt getheilt mit H. Salzmann, „ 449„23. 107 Ruth. im großen Galgenfeld, an Heinrich Kehr, „ 450„ 26. 105 Ruth. daſelbſt, an Johann Philipp Gerths Wittwe,
(193 tigt u. an de gerichl lain
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(496) Wilhe lenfalſie ſprüche verwalt unter 9 chen, a wandten überlaſſ
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