Ausgabe 
17.6.1837
 
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Nr

24 f

im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.

Pond den 17. Juni

1837.

M. dem iſten Juli kann auf dieſes Intelligenzblatt für das zweite halbe Jahr mit 40 kr. abonnirt werden, welcher Betrag jedoch voraus zu bezahlen iſt.

C. Binder nagel.

Ein guter und wohlfeiler, bisher unbenutzter

Stellvertreter des Kalkmoͤrtels zu Mauern, welche gegen den Regen geſchuͤtzt ſind. Man ſieht ſehr haͤufig, daß arme Leute bei Er⸗

bauung ihrer Haͤuſer die Fundamentmauern mit Lehm ausfüllen. Wenn zu dieſen Mauern gehauene Sand

ſteine genommen, und dieſe ſich bindend uͤber einan⸗

recht gut zuſammenhaͤlt.

der gelegt werden, ſo moͤchte der Lehm zur Noth ausreichend ſeyn, weil eine ſolche Mauer, wenn ſte durch ein darauf ſtehendes Gebaͤude beſchwert wird, Eine Mauer aber aus un⸗ ſern Baſaltſteinen, welche meiſt unregelmaͤßig geſtal tet und durch den Maurerhammer nicht zu ebnen ſind, wird durch Lehm nicht feſter, als wenn die Zwiſchenraͤume mit Moos ausgefuͤllt werden. Dieſe weichen wegen ihrer regelloſen Geſtalt durch die Laſt des Gebaͤudes bald auseinander, wenn ſie nicht durch einen vorzuͤglich guten Moͤrtel zuſammengekittet wer⸗ den, bringen das Gebaͤude ſchon in den erſten Jah ren zum Sinken und veranlaſſen hierdurch den Un tergang deſſelben in der halben Zeit, als es unter andern Umſtaͤnden geſchehen waͤre. Es waͤre daher zu wuͤnſchen, daß dieſe Art zu mauern gar nicht ge⸗ duldet werden moͤchte.

Fuͤr diejenigen, welche eine groͤßere Menge Kalk

nicht bezahlen koͤnnen, giebt es bei Mauern, welche

gegen den Regen geſchuͤtzt ſind, ein wohlfeiles und zugleich gutes Erſatzmittel, und dieſes iſt kein an⸗

deres, als der Koth, welcher von oͤffentlichen Chauſ⸗ ſeen abgeſcharrt wird und nichts anders iſt, als das Mehl von zermalmten Baſaltſteinen. Wenn dieſe Steinerde mit Waſſer ſo verduͤnnt und durchgeknetet, und, wo er zu haben iſt, mit einem Zuſatze von grobem Sande gemiſcht wird, ſo erlangt ſie nach dem Abtrocknen eine große Haͤrte, welche dem Ham⸗ mer widerſteht und daher im Innern einer trocken ſtehenden Mauer an Wirkung einem guten Kalkmoͤr tel gleicht. Von außen koͤnnte die Mauer mit Kalk beworfen werden, welcher ſich mit dem Steinmörtel weit beſſer als mit Lehm verbindet.

Schreiber dieſes, welcher dieſe Erde in genannter Beziehung oͤfters unterſucht und gepruͤft hat, kann ſein Bedauern nicht unterdruͤcken, wenn er dies ſo nuͤtzliche Material als unnuͤtz auf die Seite werfen ſieht, wo es nur dann nutzt, wenn die Aecker, denen es zugeworfen wird, einen zu leichten Boden haben, in welchem Falle die Baſalterde den Boden ſehr verbeſſert. Da aber dieſe Verbeſſerung nur einem ſehr ſchmalen Streifen laͤngs der Straße zu gut kommt, ſo waͤre es viel nuͤtzlicher, wenn jene Erde, zu dem oben angegebenen Zwecke benutzt wuͤrde. Die Menge dieſer Erde, welche auf die Seite geworfen wird, iſt oft ſo betraͤchtlich, daß ganze Haͤuſer davon aufge⸗ mauert werden koͤnnten.

Bauverſtaͤndige, welche mit darauf zu ſehen haben, daß neue Haͤuſer nicht mit Fundamentmauern ver⸗ ſehen werden, welche in kurzer Zeit auseinander fal