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atis N cmatiſchen)
Intelligenzblatt
für die
Yberhes sen
im Allgemeinen,
den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.
M 50.
Sonnabend, den 16. Dezember
183 7.
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Die freiwillige Zollſperre. (Entnommen aus:„Der Heſſenbote.“)
Häuftg hört man die Beſorgniß ausſprechen, daß das Maſchinenweſen durch die Erſparung zahlloſer Menſchenhände, durch die Vervollkommnung der Waaren und durch das Herabdrücken der Preiſe auf ganze Gegenden gewerbfleißiger Bürger höchſt nachtheilig einwirken müſſe, indem die einzelnen Handwerker keine Concurrenz mit den Fabriken aus⸗ halten könnten. Aehnliche Klagen ſpricht der Land— mann, ſpricht faſt Jeder aus, der nicht im Stande war, ſein Betriebskapital und die Kenntniß ſeines Geſchäfts nach den Forderungen der neuern Zeit zu erhoͤhen. Von den Regierungen geſchieht deshalb viel, um durch Verbreitung nützlicher Kenntniſſe und Unterſtützungen dem Einzelnen und dem ganzen Lande die Concurrenz mit den Gewerbsgenoſſen und mit dem Auslande zu erleichtern. Aber eins der nachtheiligſten Hinderniſſe, insbeſondere in den we— niger günſtig liegenden Orten, iſt für die Gewerb— treibenden die Vorliebe für das Fremde. Wie ſollen z. B. die Handwerker insbeſondere in Deiner Stadt ſich vervollkommnen, wenn der Anzug der Wohlhabendern in derſelben, von Kopf bis zu Fuß, aus der Fremde kommen muß? Und wie ungerecht iſt jene Vorliebe? Es mag ſeyn, daß Du den Hut, das Tuch, den Stoff vielleicht aus der Fremde etwas wohlfeiler und ſcheinlicher erhälſt, obgleich auch dies ſehr haufig nur ein Vorurtheil iſt, das aus der Unkenſtniß der inländiſchen Induſtrie entſteht. Aber der Capitaliſt, der Beamte, der Arzt, der Kaufmann, Fabrikbeſitzer c.— von wem erwar⸗
ten ſie Zinſen, Beſoldungen, Honorar, Kundſchaft? — Gewöhnlich von den Gewerbtreibenden in ihrer Nähe. Wenn aber dieſe nicht von den Wohlhaben— den durch Arbeitslohn einen Theil ihres Geldes zurückerhalten, wie ſollen ſie die Steuern geben, aus denen die Beſoldungen fließen? wie die Zinſen zahlen, die einen, für den Kaufmann nöthigen Auf— wand für nothwendige oder nur angenehme Dinge beſtreiten? Wer es daher mit ſeinem Wohnorte,
mit ſeinem Vaterlande wohl meint, der möge nach
dem Grundſatze handeln: ſo viel als möglich ſeine Bedürfniſſe von der Arbeit derer zu beſtreiten, welche als Bürger deſſelben Ortes und deſſelben Vaterlandes mit ihm verbunden ſind. Daß etwa dadurch eine allge⸗ meine Stockung im Handel entſtehe, iſt, wenn auch alle Vernünftigen jenen Grundſatz ſich aneigneten, heute und morgen noch nicht zu fürchten.
Beleuchtung des Artikels in Nr. 48 des Intelli genzblattes„uͤber Theegeſellſchaften neueſter Zeit“ von dem Verfaſſer jenes Aufſatzes in Nr. 46 dieſes Blattes.)
Der Herr Einſender des angeführten Artikels im Intelligenzblatte Nro. 48, hat aus dem Ent— wurf„über Theegeſellſchaften ꝛc.“ herausfinden
) Da wir fürchten, der Thee iſt ſchon zu viel„über— brüht“ worden, ſo iſt dies die letzte Portion, welche wir für unſer Blatt annehmen konnen.
Die Redaktion.


