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Auguſi. —
Intelligenzblatt
für die
Yberhes sen
im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.
M37.
Sonnabend, den 16. September
1837.
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Die Cholera, eine ganz unbedeutende immer heilbar Krankheit, wenn man ſie nicht vernachlaͤſſigt.
Die Cholera, hat zwar bei ihrem erſten Erſcheinen in Deutſchland unſere liebe Wetterau mit ihrem Beſuche ver⸗ ſchont; auch iſt ſie bis jetzt noch fern von uns, obgleich ſie an mehreren Orten Deutſchlands wieder verheerend erſchienen iſt: allein wer bürgt uns dafür, daß ſie uns auch dießmal verſchont?— Es möchte daher dem Zwecke entſbrechend ſeyn, nachfolgenden Aufſatz aus der preußiſchen Staatszeitung un⸗
ſern Leſern zur Beachtung mitzuheilen. g Die Red.
(Warſchau den 21. Auguſt.— Aus dem Schreiben eines Arztes.) Geſtern erfuhr ich, daß in Berlin ebenfalls die Cholera ausgebrochen ſey. Wenn es ſich wirklich ſo verhält, ſo darf ich nicht anſtehen, einige Notizen, welche von der groͤßten Wichtigkeit ſind, Ihnen mitzutheilen, da der Druck einer Abhandlung über dieſen Gegenſtand ſich noch einige Wochen verzögern wird und ich die Beruhigung, welche man aus dieſen Notizen ſchoͤpfen wird, Nie⸗ manden gern vorenthalten möchte.— Ich habe näm⸗
lich gefunden, daß die Cholera eine ganz unbedeu⸗ tende immer heilbare Krankheit iſt, wenn man
ſie nicht vernachläſſigt, und im rechten Augen⸗ blicke ſind die einfachſten Mittel hinlänglich, um dieſe Krankheit zu beſeitigen. Die Cholera tritt näm⸗ lich, wie ich ſchon in der Epidemie von 1831 er⸗
kannt und öffentlich mitgetheilt habe, immer mit
einer Diarrhöe ein, welche von 6 Stunden bis zu 4 Tagen dauert, worauf ſich dann erſt plötzlich die Krankheit ernſtlich entwickelt. Dieſe Diarrhöe iſt zuweilen mit Aufſtoßen, Neigung zum Erbrechen und
belegter Zunge begleitet. Geheilt wird ſie immer, wenn der Leidende ſich bald ins Bett legt, Fliether⸗ thee(keinen anderen) in großer Menge trinkt, bis ein allgemeiner Schweiß entſteht, und dieſen Schweiß vier bis 6 Stunden unterhält, wobei die Vorſicht zu gebrauchen iſt, daß der Kranke bei vorhandenem Beduͤrfniſſe zum Stuhl ſich das Gefäß ins Bett reichen läßt, um jede plötzliche Abkühlung im Schweiße zu vermeiden. Begleiten die vorhergenannten gaſtri⸗ ſchen Erſcheinungen die Diarrhöe, ſo ſchickt man dem Flietherthee ein Brechmittel(aus einer Drachme Ipecacuanha:— nur niemals von Brechweinſtein, welcher in dieſer Epidemie immer ſchädlich iſt) vor⸗ aus. Iſt die Diarrhöe mit Leibſchmerzen begleitet, ſo werden aromatiſche Kräuter auf der Pfanne trocken heiß gemacht und immerfort während des Schweißes auf den Leib aufgeſchlagen. Wo ein Druck in der Herzgrube iſt, legt man einen Senf⸗ teig auf die Stelle.— Bei dieſer einfachen Behand⸗ lung bekommt Niemand die Cholera, und von 365 Fällen dieſer Art, welche im Lauf der Epidemie in der Privat⸗Praxis mir vorgekommen ſind, hat keln Einziger die Cholera bekommen.— Ich ſehe die Einwendung mancher Aerzte voraus, daß nicht Jeder⸗ mann, welcher während der herrſchenden Epidemie eine Diarrhöe hat, deswegen nothwendig die Cholera bekommen muß. Dieſe Bemerkung iſt wahr, aber der größte Theil, ja wenigſtens ½ der an Diarrhde Leidenden, bekommt die Cholera, wenn dieſer Zuſtand vernachläſſigt wird, und Jedermann wird lieber ei⸗ nige Gläſer Thee trinken wollen, als es darauf an⸗ kommen laſſen, ob ſeine Diarrhoe nicht vielleicht ohne gefährliche Folgen von ſelbſt voruͤbergehen werde.—


