Ausgabe 
13.5.1837
 
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Reflexionen.

Woran erkennt man die wahren Chriſten? oder: 5

Was iſt wahres Chriſtenthum?.

Die eigentlich wahren Chriſten fallen nie dem Publikum in's Auge, weil die Wirklichkeit den Schein nicht ſucht und es dem Heuchler überlaͤßt, ſich darin zu gefallen; ſie ſind unter allen Stän⸗ den und Claſſen vertheilt, und nicht blos bei ge⸗ wiſſen geſellſchaftlichen Verbindungen zu finden; ſie machen kein Geſchrei von ihrem Glauben oder Tugend, ſondern begnügen ſich, dieſe im ſtillen Herzen zu tragen; ihr Licht laſſen ſie leuchten durch ihr edles und frommes Thun, aber nicht durch heilige Gebehrden und durch lautes Lobprei⸗ ſen ihrer ſelbſt; ſie zeichnen ſich nicht aus durch beſondere Kleidung, noch unterſcheiden ſie ſich von anderen Menſchen im äußern Wandel; ſie ſondern ſich weder von ihrer Kirche, noch von der bürger⸗ lichen Geſellſchaft ab, als Heilige von Unheiligen, als Gläubige von Ungläubigen, oder als Reine von Unreinen, ſie erſcheinen vielmehr überall, wo ihr Erſcheinen weder Aergerniß noch Sünde ge biert; ſie vermeiden mit eben der Sorgfalt den äußeren Schein der Heiligkeit, mit der ſie das Seyn und den Schein der Eitelkeit vermeiden; ſie thun Gutes jedermann und ſuchen das weder zu verſtecken, noch zur Schau zu tragen wie die Phariſäer; ſie ſind gewiſſenhafte Bürger und treue Unterthanen, liebevolle Ehegatten, gute Eltern, auf deren Spur die Welt mit ſchönen Hoffnungen blickt, dienſtfertige und verträgliche Nachbarn. Wo du einen ſolchen findeſt, darfſt du nicht zwei⸗ feln, daß du einen wahren Chriſten gefunden ha⸗ beſt. Frage ja nicht, ob er in allen Stücken glaube, wie du? Du haſt ihn an ſeinen Früchten erkannt! Seyn iſt mehr als Schein! Wo der letztere zu ſtark hervortritt, da fehlt in der Regel das erſtere!

Gedanke.

Aus manchen Erſcheinungen im Gebiete der Religion und Kirche könnte man ſchließen, der Menſch fange an, des geſunden Verſtandes nach langem Gebrauche überdrüſſig zu werden und nun in den Phantaſieen und Gefühlen eines dunkeln Glaubens(der gedankenloſen Frömmelei und

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Schwärmerei) wieder Reiz und Nahrung zu ſuchen. Mögen wir uns hüten vor dieſem gefährlichen Sauerteige: denn er entſpringt meiſt aus roher Sinnlichkeit und führt zu den Graueln der Mucke⸗ rei. Grobe Sünder, welche von ihrem Gewiſſen gefoltert werden, und doch der Sünde nicht entſa⸗ gen wollen, ſuchen mit dieſer Phantaſterei in der Religion nur ihr Gewiſſen zum Schweigen zu brin gen! Reines Herzens und guten Gewiſſens ſeyn, iſt wahres Frommſeyn.

Einige Worte uber Arzt, Afterarzt und Area- num oder Geheimmittel. 5 Arzt, namentlich Menſchenarzt, iſt ein ſolcher wiſſenſchaftlich gebildeter Mann, welcher ſeinen Mitmenſchen in vorkommenden Krankheitsfällen zu helfen bereit und durch mühſam erworbene Kennt⸗ niſſe im Stande iſt. Dieſe Kenntniſſe zu erlangen, iſt ſchwer und erfordert ein langes und fleißiges Studium; vor Allem muß man den menſchlichen Körper nach allen ſeinen einzelnen Theilen kennen, man muß wiſſen, welche Geſchäfte und Verrichtun⸗ gen jedes einzelne Organ hat, einſehen, wie dieſe in einander greifen, wie die Störung in dem einen Störung des andern zur Folge hat, man muß die Natur der auf den Menſchen einwirkenden Schaͤd⸗ lichkeiten kennen, lernen, wie und auf welche Weiſe dieſelben Krankheiten hervorzubringen im Stande ſind, man muß die einzelnen Krankheiten von ein⸗ ander zu unterſcheiden verſtehen, die Mittel kennen, durch welche Krankheit in Geneſung und Geſund heit übergeführt werden kann u. ſ. w. Aus die⸗ ſen wenigen Andeutungen geht hervor, wie vielerlei Kenntniſſe dem Arzte nöthig ſind und daß das Ge ſchäft, Kranke geſund zu machen, wohl das ſchwie⸗ rigſte iſt unter allen, und doch iſt es eine leider nur zu wahre Thatſache, daß Leute oft ſo unver⸗ ſtaͤndig, leichtgläubig und thöricht ſind und in Krankheiten lieber zu einem f Afterarzt oder Quackſalber ihre Zuflucht nehmen, als zu einem wiſſenſchaftlich gebildeten Arzte. Der Afterarzt, der in der Regel nur ein oder mehrere Mittel beſitzt, die gegen Hieb

und Stich helfen ſollen, und die nur dann von

einem Nutzen ſeyn können, wenn der Zufall gerade günſtig iſt, der meiſtens nicht das Geringſte von der Bildung, den Geſchäften und der Verrichtung

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