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im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.
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Sonnabend,
den 10. Juni 1837.
Ueber die Verſchoͤnerung der Friedhoͤfe.
Es verdient dankbare Anerkennung, daß in der neueſten Zeit in den mehrſten Ländern Deutſch⸗ lands, durch die Verlegung der Begräbnißplätze
kt außerhalb der Dörfer und Städte, die Lebenden
von der Geſellſchaft der Todten befreit und gegen die ſchädlichen Einwirkungen der Ausdünſtungen der verweſenden Leichname,— welche viel bedeu⸗ lender ſind, als die lange Gewohnheit ahnen ließ— ſicher geſtellt hat. Hierdurch wurden zugleich die nächſten Umgebungen der Kirchen, in deren Nähe man die Todten begrub und ſle dadurch nicht ſelten mit Modergeruch erfüllte, weit freundlicher, und man iſt nicht mehr im Zweifel, ob das Gotteshaus den Todten oder den Lebenden am meiſten angehöre. Die eigentlichen Kirchhöfe können nun zu freundli⸗ chen und zum Beſuchen der Kirche ſelbſt einladen⸗ den Vorplätzen umgewandelt werden.
Wie weit man aber von vieſem Ziele im Ganzen noch entfernt ſey, beweiſen die mehrſten alten Be⸗ gräbnißplütze um die Kirchen. Noch ſind die alten Grabhügel da, welche dem Platze durch ihr unor⸗ dentliches Durcheinanderliegen das Anſehen geben, als ſey hier alter Schutt angehäufet, welcher bis jezt vergeblich auf die nachhelfende Menſchenhand warte; oder, als ſey durch lange Gewohnheit aller Sinn für Ordnung— und, leider! aller Sinn für Anſtand in der Umgebung eines heiligen Ge⸗ bäudes vertilgt worden. Man geht auf Schlan⸗ genwegen durch dieſe Huͤgel und Schutthaufen in die Kirche und wieder heraus, ohne etwas Unpaſ⸗
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ſendes zu bemerken, und denkt daher auch nicht daran, daß ein Fremder, welcher an dieſen Kirchen vor— beigeht, über die Geſchmackloſigkeit derer ſeufzt, denen ſie angehört und heilig ſeyn ſollte. Auffallend un⸗ angenehm iſt es hierbei für das Auge, dieſe Ruhe⸗ plätze zugleich zu Schauplätzen des Eigennutzes der Lebenden verwendet zu ſehen, indem ſehr viele der⸗ ſelben mit einem Walde von großen Obſtbäumen bepflanzt ſind, deren Daſeyn dem Zwecke der ſchau⸗ erlich ernſten Beſtimmung des Platzes ſchnurſtraces widerſprechen, und welche noch überdies das von ihnen umſchloſſene heilige Gebäude dergeſtalt ver⸗ ſtecken, als ob man ſich ſeiner halb ſchäme, oder das Licht von ihm abhalten, oder vielleicht gar durch ein augenfälliges Beiſpiel beweiſen wollte, wie unvereinbar der Gottesdienſt mit dem Mam⸗ monsdienſte ſey.
Hier hört man nun die Frage: wie kann die⸗ ſem Uebelſtande abgeholfen werden, da, in der Re⸗— gel, der Schullehrer durch dieſe Anpflanzungen ſei⸗ ner ſchlechten Beſoldung hat zu Hülfe kommen wol— len? Das mag ſeyn; aber urſprünglich iſt ihm nur die Benutzung des Graſes überlaſſen, und die Baumpflanzungen ſind nur mißbräuchlich hinzuge⸗ fuͤgt worden. Es wuchs Anfangs nur ein Baum, und wieder einer empor, bis der Platz mit Bäu⸗ men bedeckt war, und die öffentliche Schläfrigkeit merkte es nicht und gewöhnte ſich an dieſen Anblick ſo, als ſey Alles in der Ordnung geſchehen.
Aber, ſagt man weiter: es iſt jetzt ein Beſol⸗ dungsſtück des Schullehrers, das ihm nicht geſchmä⸗ lert werden kann?


