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Zwar ſcheint dem Herrn Verfaſſer das Pflanzen der Baͤume auf denſelben der Sache nicht angemeſſen, allein Blumengarten— wie dort vorgeſchlagen— erwecken nur frohe Lebensluſt. Heitere Farben, belebende Wohl⸗ geruͤche ſind wohl vor Allem dazu geeignet, den Geiſt des Menſchen zur Sinnenwelt herabzuziehen. Und an welchem anderen Orte wird wohl mehr von dem Geiſt verlangt, ſich alles Irdiſchen zu entſchlagen, als grade bei dem Eingange zur Kirche. Nicht moͤgten dann jene prunkenden Erzeugniſſe einer üppigen Vegeta⸗ tion zur Erreichung dieſer Stimmung dienen.— Wie aber, wenn der Glaͤubige in den duͤſteren Gang einer ſchattenreichen Allee tritt, zu beiden Seiten empor⸗ ſtrebende Baͤume, gleich ſeinem Geiſte, der ſich jetzt auch dem Hoͤchſten nahen ſoll; weiterhin ſchweigendes undurchdringliches Dunkel, ein ſchwaches Bild des Unerforſchlichen, das er jetzt verehren will; unter ſeinen Fuͤßen die geweihte Erde, theuere Verſtorbenen in dunkelm Schooße bergend— wird ſich ihm nicht ein heiliger Schauer mittheilen, ſo ganz dazu geeig⸗ net, ihn in die noͤthige ernſte Stimmung zu verſe⸗ tzen?!— Nicht wird es ſcheinen, als verſtecke ſich das Allerheiligſte hinter dichtem Laubwerk, ſondern es birgt ſich in einen dunkeln Schleier, zu unbeding⸗ tem Glauben und zur Ehrfurcht ermahnend.— Auch dort wo die Huͤllen der juͤngſt Verblichenen ruhen, auf den neuen Friedhoͤfen, walte heilige Stille. Kein Bild des froͤhlichen Lebens entweihe die Ruhe der in Gott ſchlummernden und ermuntere die Sinnlichkeit der Lebenden. Dort birgt der duͤſtere Tod ſeine Beute, duͤſter ſey ſeine Staͤtte, duͤſter ſey die Stimmung des den Graͤbern Nahenden, um dort fromme Gebete fuͤr die Entſchlafenen zu dem Allmaͤchtigen zu ſenden. Werden ſich nun hiernach die Gemeindevorſteher, welchen das Wohl ihrer Mitbuͤrger am Herzen lie— gen muß, nicht geneigt fühlen, auf dieſe Art den Wohlſtand derſelben zu erhoͤhen?— Werden ſie ſich nicht geneigt fuͤhlen mit regem Eifer auf dem Wege des Guten und Nützlichen voran zu ſchreiten?!— Sie moͤgen bedenken, welchen Vorwuͤrfen ſich dieje⸗ nigen ausſetzen, die aus Traͤgheit oder durch den Geiſt des Wiederſpruchs verleitet dieſe Erwerbsquelle darnieder liegen laſſen und in anderen Orten Gluͤck und Wohlſtand aufbluͤhen ſehen! Sie moͤgen beden⸗ ken, welch ſchoͤner Lohn derer wartet, die, mit gutem Beiſpiel vorangehend, das Gluͤck mancher zuruͤckge⸗ kommenen Familie neu begruͤnden, den Wohlſtand
ihrer Mitbürger erhöhen und in deren Dank und ihrem eigenen Bewußtſeyn die ſchoͤnſte Belohnung finden!
Wuͤnſchten fuͤr die Sache ſich Intereſſirende naͤhere Auskunft, ſo bin ich ſtets gerne zu deren Ertheilung erböͤtig, ſo wie auch daruͤber, wie junge Maulbeer⸗ ſtaͤmmchen am Beßten zu erhalten ſind. Schließlich lege ich nochmals jedem gutgeſinnten und einflußrei⸗ chen Buͤrger dieſe wichtige Sache ans Herz und wuͤrde mich hoͤchſt gluͤcklich in der Ueberzeugung finden, kein Prediger in der Wuͤſte geweſen zu ſeyn.
Die Brannteweinpeſt. Eine Trauergeſchichte zur Warnung und Lehre fuͤr Reich und Arm, Alt und Jung. Herausgegeben von
Heinrich Zſchokke. gr. 8.
Unter vorſtehendem Titel iſt bei H. R. Sauerländer in Aarau ein Büchelchen erſchienen, welches nur 84 Seiten, aber ſehr viel Gutes enthält, und welches wohl verdiente, von„Reich und Arm, Alt und Jung“ aufmerkſam geleſen und beherzigt zu werden; denn leider nimmt das Trinken des Brannteweins, dieſes„Tollwaſſers“, ſo ſehr überhand, daß es Pflicht jedes Einzelnen wird, mit aller ihm zu Gebot ſtehender Energie gegen dieſe um ſich greifende peſt zu arbeiten. Herr Zſchokke ſchildert mit wahren und kräftigen Zügen die Folgen dieſer Peſt, erwähnt nicht minder lebhaft der Urſachen des zum täglichen Getränke gewordenen Brannteweins und giebt Mittel an, wie dem Uebel zu ſteuern iſt. Das Ganze iſt in eine ergreifende Erzählung eingeklei⸗ det, welche ſicher ihren Zweck nicht verfehlen wird.— Wir wollen unſern Leſern hier einen kleinen Auszug mittheilen, damit ſte verſuchen können, wie die Koſt ſchmeckt, welche ihnen in dem Büchlein für 30 kr. geboten wird.
Anm. der Red. —— Er richtete dieſe Worte an den alten Herrn, der vorher geredet hatte. Fridolin wandte ſich auch zu demſelben und bat ihn um Aufſchluß, woher es komme, daß der Branntewein ſeit etwa zwanzig Jahren ſo allgemein und leider, ein tägli⸗ ches Getränk geworden ſey?“ „„Wundert Euch keineswegs darüber,“ ſagte er:„„daran iſt nicht, wie man oft meint, die Re⸗ volution, nicht das fremde Kriegsvolk, das bei uns
war, nicht die durch Krieg entſtandene Ungebun⸗
denheit des Volkes Urſach, wie man häufig ſagt. Die Menge der Wirthshäuſer und Schenken hats auch nicht allein gethan. Wenn man ſie heut alle abſchaffen könnte, würden darum der Branntewein⸗ trinker nicht weniger ſeyn und nicht weniger werden.
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