Ausgabe 
8.7.1837
 
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Intelligenzblatt

rovinz(Deerhes sen

im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.

27.

Sonnabend, den 8. Juli

1837.

Amtlicher Theil. Oeffentliche

Nachricht.

Betreffend: Aufforderung an ſaͤmmtliche Bewohner des Großherzogthums Heſſen zu Beitragen für die Errichtung einer Statue aus carariſchem Marmor, Ludwig I., Großherzogs von Heſſen und bei Rhein. 1

Die vorerwaͤhnte Aufforderung nebſt einer Anzahl Subſeriptionsliſten iſt mir durch den Praͤſidenten des betreff. Vereines zur Verbreitung im Kreiſe Friedberg zugekommen. Ich habe dieſelben heute an die Herren Buͤrgermeiſter zur Veranſtaltung der Subſcriptionen in den einzelnen Gemeinden uͤberſendet.

Wenn es eine Wahrheit iſt, daß die Bewohner des Kreiſes Friedberg ſich in allen Zeiten durch

eine treue Liebe zu ihrem erhabenen

uͤrſtenhaus ausgezeichnet haben, und insbeſondere in der Verehrun

und dankbaren Erinnerung an den hoͤchſtſeligen Großherzog Ludwig J, den Gruͤnder ſo vieler die Landes- wohlfahrt bezweckender wohlthaͤtiger Geſetze und Anſtalten, hinter keinem anderen Kreiſe zuruͤckſtehen ſo darf ich mit Zuverſicht annehmen, daß Alle mit Freuden einen Beitrag zu dem Monumente zollen werden welches der Nachwelt ein bleibendes Denkmal eben ſo Seiner Regentengroͤße als der dankbaren Anerken⸗

nung des heſſiſchen Volkes uͤberliefern ſoll.

Die Herren Buͤrgermeiſter ſind erſucht, die vollzogenen Subſeriptionsliſten binnen 3 Wochen wie⸗

der an mich zuruͤckzuſenden. Friedberg den 3. Juli 1837.

Der großherzoglich heſſiſche Kreisrath Küchler.

Ueber den Seidenbau. (Von Dr. A. Seitz.) (Beſchluß.)

Da der Maulbeerbaum bei der Seidenzucht eine Hauptrolle ſpielt, ſo iſt deſſen Anpflanzung und War⸗ tung auch mit die Hauptſache. In jedem Orte aber findet ſich gewiß eine Perſon, die ſich mit Baumzucht beſchaͤftigt und gerne zur Aufſicht erboͤtig ſeyn wird. Wiewohl nun zwar Deutſchland, namentlich das Groß⸗ herzogthum Heſſen, in Beziehung auf die zu erzielende Menge von Seide, nie mit dem ſuͤdl. Frankreich oder Italien wird concurriren koͤnnen, denn dort beſteht

die ärmere Klaſſe entweder aus Weinbauern oder Hirten, die ſich ausſchließlich dieſem Geſchaͤfte wid⸗ men können, ſo duͤrfte die Seidenzucht doch einen namhaften Zuſchuß fuͤr die aͤrmere Volksklaſſe unſe⸗ res Landes bei gehörigem Eifer fuͤr die Sache wer den und eine Unze Eier nach ihrer Entwickelung ein Werth von 160 bis 180 Gulden moͤgte wohl Jeder zu ziehen im Stande ſeyn.

Beziehe ich mich nun auf einen kuͤrzlich in dieſem Blatte erſchienenen Aufſatz uͤber Verſchoͤnerung der Friedhoͤfe, ſo moͤgte die Bepflanzung derſelben mit Maulbeerbaͤumen als das Zweckmaͤßigſte erſcheinen.