Ausgabe 
7.10.1837
 
Einzelbild herunterladen

2

er die Hitze in demſelben bis zu 167 Grad Fahren⸗ heit ſteigern, und bemerkte zu ſeinem eben ſo großen

Erſtaunen als Vergnügen, daß er ſich wieder voll⸗

kommen wohl befand. Er verließ das Bad geſund, hielt eine gute Mahlzeit und trank mehr als ge⸗ wöhnlich. Seitdem, ſagte er, habe er mehr als 80 gebiſſene Perſonen auf dieſelbe Weiſe behandelt,

zu bringen 3 Alb. nur vergütet. Dieſe Gerechtſame erhielt ſich ubrigens noch viele Jahre(bis zum Jahre 1720), wie denn überhaupt der Wein in den rod⸗ heimer älteren Gemeindeacten eine bedentende Rolle ſpielt. 3. Wie ſehr die Forſtſtrafen in alter Zeit von den

und alle wären geneſen, bis auf ein ſtebenjährches' neueren verſchieden ſind, und wie wenig man daher

Kind.

Die Behandlungsweiſe, welche er empfiehlt, iſt, daß der Gebiſſene eine Anzahl Dampf- oder ruſſiſche Bäder nehmen und jede Nacht ſich dadurch in ſtar⸗ ken Schweiß zu bringen ſuchen ſolle, daß er ſich in Flanell einhülle und mit einem Federbette bedecke; das Schwitzen wird durch häufiges Trinken eines warmen Decocts von Saſſaparille befördert. Er er⸗ klärt, von der Wirkſamkeit dieſer Behandlung ſo überzeugt zu ſeyn, daß er ſich die Krankheit wolle einimpfen laſſen. Als Beweis des Nutzens eines reichlichen und anhaltenden Schwitzens erzählt er folgende Aneedote: Ein Verwandter des Compo⸗ niſten Gretty war zu gleicher Zeit, nebſt vielen an dern von einem tollen Hunde gebiſſen, die alle an der Waſſerſcheu ſtarben. Wie er nun ſeinerſeits die Merkmahle der Krankheit verſpürte, fing er an, Tag und Nacht zu tanzen, indem er ſagte,daß er luſtig zu ſterben wünſche! und er genaß. Er beruft ſich auch darauf, daß Tanzen ein Heilmittel für den Stich einer Tarantel ſey, und macht auf die Thatſache aufmerkſam, daß diejenigen Thiere, bei welchen dieſe Wuth am meiſten von ſelbſt entwickelt vorkomme, Hunde, Wolfe und Füchſe wären, welche nie ſchwitzten.

* Miscellen. 2.

Die rodheimer Magiſtratsperſonen, mit Ausnahme des Schultheißen, der von Rodheim 8 fl., von Wirth⸗ heim und Stürzelheim aber nur 5 Alb. 3 Hell. Be⸗ ſoldung bezog, erhielten niemals Beſoldung, ſondern früher nur ein Chriſtkindchen und Neujahr. In den Gemeinderechnungen von 1581 wird ihre Beſol⸗ dung folgendermaßen beſchrieben:Denn Schöffen zur Chriſtag vnnd Neuen Jar für 28 Maß Wein Jedem 2 Maß, 3 fl. 12 Alb. Der Gerichtsdiener ging am ſchlechteſten aus, denn es wurdendem Buttell für ein Maß Solchen Wein den Schöffen

Urſache hat, über dieſe, wie gewöhnlich geſchieht, ſich zu beſchweren, beweiſ't nachſtehender Auszug aus dem Weisthume der Mark Homburg v. d. Höhe.)

Es ſoll niemand Bäume in der Mark ſchälen, wer das thät, dem ſoll man ſein Nabel auß ſeinem Bauch ſchneiden und ihn mit demſelben an den Baum nachlen und denſelben Baumſchäler um den Baum führen, ſo lange biß ihme ſein Gedarm alle auß dem Bauch gewonnen ſeynd.

Und ob der Wald freventlich angeſteckt würde, dem ſoll man Hände und Füße binden, und zu dreyen mahlen in das größeſt und dickeſt Feuer werfen, kommt er darauß, ſo iſt der Frevel gebüßet.

Eben ſo grauſame Strafbeſtimmungen enthält auch das Weisthum des dreieicher Wildbanns, worin na⸗ mentlich verordnet wird:Auch ſoll er(nämlich ein Faut zu Münzenberg) wehren Aeſchenbrennen, wer das thut und begriffen wird, dem ſoll ein Forſtmeiſter binden ſein Händ auff ſein Rucken, und ſſein Bein zu Hauf und ein Pfahl zwiſchen ſein Bein geſchlagen, und ein Feuer vor ſeine Füß gemacht, das ſoll alſo lang brennen, biß ihm ſein Solen verbrennen von ſeinen Füßen und nicht von ſeinen Schuhen.)

Noch grauſamer iſt die Verordnung von König

N Richard I. von England, Sohn von Heinrich II.,)

daß die Verwüſter von Wäldern mit dem Ausſtechen der Augen, Abſchneiden der Hände und Füße und noch eines, nicht gut zu nennenden Körpertheils be⸗ ſtraft werden ſollen, ſo wie die Strafbeſtimmung bei Dopler(theatr. suppl. pars 2.)Wo einer Mark⸗ ſteine ausgräbet, den ſoll man in die Erde graben biß an den Halß, und ſoll dann nehmen 4 Pferde, die das Ackern nicht gewohnt ſind, und einen Pflug, der neu iſt, und ſollen die Pferde nicht mehr gezogen

) Es findet ſich daſſelbe bei Krebs tract. de Iigno et lap.

Pag. I. * 5) Vergleiche den erwähnten Krebs.

et) Vergleiche du Eresne gloss. voc. foreste domini- cum pag. 541.

ſtorbene erlend terliche ventars welche nen gla Dienſcag anzuzeigen ventgred Sache ke

Groß

(885) beabſicht auszuwe binnen Friedb urkunde

Friel

1 (893) des Vor tungs Chepau, hend in an den werden.