Ausgabe 
7.10.1837
 
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Intelligenzblatt

für die

im Allgemeinen,

den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.

40.

Sonnabend,

den 7. Oktober 1837.

Amtlicher Theil.

Der großherzoglich heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Friedberg

an ſaͤmmtliche großh. Buͤrgermeiſter des Kreiſes.

Betreffend: Den Ankauf der diesjährigen Remontepferde.

Von großherzoglichem Kriegsminiſterium bin ich benachrichtigt worden, daß am 27. Oktober zu Rom⸗ rod, am 30. Oktober zu Schotten und am 1. November zu Berſtadt die Remontepferde fuͤr die großh. Cavallerie angekauft werden ſollen. Sie werden dieſes alsbald in Ihren Gemeinden zur öffentlichen Kennt⸗

niß bringen. Friedberg den 3. Oktober 1837. 2

Küchler.

Heilung der Waſſerſche l. 9 l

Der pariſer Arzt, Dr. Buiſſon, war zu einer Frau gerufen worden, von der man ſagte, daß ſie drei Tage lang an der Waſſerſcheu leide. Sie hatte die gewöhnlichen Merkmahle, Zuſammenziehung der Kehle, Unfähigkeit zu ſchlucken, ſehr ſtarke Abſon derung des Speichels und Schaum vor dem Munde. Ihre Nachbarn ſagten, ſie ſey vor ungefähr vierzig Tagen von einem tollen Hunde gebiſſen worden. Auf ihr eigenes dringendes Erſuchen wurde ihr zur Ader gelaſſen, und ſie ſtarb wenige Stunden dar nach, wie zu erwarten war. Der Dr. Buiſſon, deſſen Hände mit Blut beſchmutzt waren, reinigte ſich an einem Handtuche, das zum Abwiſchen des Mundes der Kranken gedient hatte. An einem

Finger hatte er ein Geſchwür, hielt es jedoch

hinreichend, den Speichel, der ſich daran 8ehängt haben könnte, mit Waſſer abzuwaſchen.

) Allg. Anzeiger Nro. 249 d. 3.

Als er den neunten Tag darnach in ſeinem Ca briolet fuhr, ſchmerzte ihn ſeine Kehle, noch ſtärker aber ſeine Augen. Hierauf fing der Speichel an aus ſeinem Munde zu ſtrömen; der Eindruck eines Luftſtroms, der Anblick glänzender Körper, verur⸗ ſachten ihm Schmerz. Sein Körper ſchien ihm ſo leicht zu ſeyn, daß es ihm ſchien, als wenn er außer ordentlich hoch ſpringen könne. Er fühlte ein Ver langen zu laufen und zu beißen, jedoch nicht Men⸗ ſchen, ſondern Thiere und lebloſe Gegenſtände. End lich wurde ihm auch das Trinken ſchwer, und der Anblick von Waſſer war ihm noch empfindlicher, alz der Schmerz in ſeinem Munde. Es ſchien ihm, als wenn der Schmerz in dem kranken Finger be ginne und ſich von da nach der Schulter ziehe.

Er überzeugte ſich, daß er an der Waſſerſcheu krank ſey, und da er an ſeiner Herſtellung ver zweifelte, ſo beſchloß er, ſeinem Leben durch Er⸗ ſticken in einem Dampfbade ein Ende zu machen. Als er zu dem Ende ein ſolches betreten hatte, ließ