Ausgabe 
6.5.1837
 
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Die Wachtel. (Fur Manche nicht neu.)

Zwei wohlgezogene und ehrbare Nachbaren leb⸗ ten ſonſt mit einander immer in Frieden und Freund⸗ ſchaft, jetzt zwar auch noch, aber einer von ihnen hatte eine Wachtel. Zu ihm kommt endlich der Nachbar und ſagt:Freund, begreift Ihr nicht, daß mir Euer Lärmenmacher, Euer Tambour da, ſehr ungelegen ſeyn kann, wenn ich Morgens noch ein Stündlein ſchlafen möchte, und daß Ihr Euch unwerth macht bei der ganzen Nachbarſchaft? Ihm erwiderte der Nachbar:Ich begreife das Gegentheil. Iſt's nicht aller Ehren werth, daß meine Wachtel der ganzen Nachbarſchaft den Mor⸗ gen umſonſt anſagt und die Geſellen weckt, auch ſonſt Kurzweil macht, und ich trage die Atzungsko⸗ ſten allein? Als alle Vorſtellungen nichts verfan⸗ gen wollten und die Wachtel immer früher ſchlug, und immer heller, kommt endlich der Nachbar noch einmal und ſagt:Freund, wär' Euch Eure Wach⸗ tel nicht feil? Der Nachbar ſagt:Wollt Ihr ſie todt machen 2das nicht erwiderte der Andere.Oder fliegen laſſen 2Nein, auch nicht.) Oder in eine ändere Gaſſe ſtiften 2 Auch das nicht, ſondern hier vor mein Fen⸗ ſter will ich ſie ſtellen, damit Ihr ſie auch noch hö⸗

ren könnt alle Morgen. Der Nachbar merkte nichts,

denn er war nicht der Klügere vön beiden.Ei, dachte er,wenn ich ſie vor deinem Fenſter umſonſt hören kann, und bekomme noch Geld dazu, ſo iſt's beſſer.Iſt ſie Euch ein Zweiguldenſtück werth? fragte er den Nachbar. Der Nachbar dachte zwar, es ſey viel Geld, doch ſoll's ihm nicht verloren ſeyn, und noch in der nämlichen Stunde wurde die Wachtel umquartirt.

Am anderen Morgen, als ſie ihren vorigen Beſitzer aus dem Schlaf erweckte, und er eben den ken wollte:Ei meine gute Wachtel iſt auch ſchon munter, halbwegs des Gedankens fällt's ihm ein:Nein, es iſt meines Nachbars Wachtel, das undankbare Vieh, ſagte er endlich am dritten Morgen,ein Jahr lang har ſte bei mir gelebt und gute Tage gehabt, und jetzt hält ſie es mit einem andern, und lebt mir zum Schabernack. Der Nachbar ſollte verſtändiger ſeyn und bedenken, daß er nicht allein in der Welt iſt, wenigſtens nicht al lein in der Stadt. Nach mehreren Tagen, als

er vor Verdruß es nimmer aushalten konnte, redete er hinwiederum den Nachbar an:Freund, ſagte er,Euere Wachtel hat in der vergange⸗ nen Nacht wieder einen kurzen Schlaf gehabt. Es iſt ein braver Vogel, erwiderte der Nach⸗

bar,ich habe mich daran nicht verkauft. Er iſt recht brav worden in Eurem Futter, fuhr jener fort.Was verlangt Ihr Aufgeld, daß er Euch wieder feil werde! Da lächelte der andere und ſagte:Wollt Ihr ſie vielleicht todt ma⸗ chen? /- Nein,oder fliegen laſſen?das auch nicht,oder in eine andere Gaſſe ver⸗ machen?/Auch das nicht. Aber an ihren alten Platz will ich ſie wieder ſtellen, wo Ihr ſie ja eben ſo gut hören könnt, wie an ihrem jetzigen. Freund, erwiderte ihm hierauf der Nachbar,vor Euer Fenſter kömmt die Wachtel nimmermehr, aber gebt Ihr mir meine zwei Gulden wieder, ſo laß ich ſie fliegen. Der Nachbar dachte bei ſich: Wohlfeiler kann ich ſie nicht los werden, als für ſein eigenes Geld. Alſo gab er ihm die zwei Gul⸗ den wieder und die Wachtel flog.

Der geneigte Leſer wolle hieran gelegen heitlich erkennen, wenn er es nöthig hat, was für ein großer Unterſchied es ſey, ob etwas vor dem eigenen Fenſter und in dem eigenen Haus geſchieht, oder in einem andern, ferner, denn es bedarf keiner Wachtel dazu ob einer in einer Geſell⸗ ſchaft ſelber pfeift und auf dem Tiſch trommelt, oder ob es ein anderer anhören muß, item: ob einer ſelber bis Nachts um 10 Uhr eine langweilige Geſchichte erzaͤhlt, und ob ein anderer dabei ſeyn, und von Zeit zu Zeit ſich verwundern und etwas dazu ſagen muß, gleich als ob er Acht gäbe.

Bekanntmachungen von Behoͤrden.

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Edictalladung. (315) In dem oſtheimer Ortshypothekenbuche ſtehen noch folgende Hypothekeinträge offen:

10 150 fl. am Sten Februar 1803 von Conrad Mohr und Ehefrau zu Oſtheim bei dem Kugel⸗ hausfonds zu Butzbach, ſodann 60 fl. von denſel⸗ ben am 20ſten Juni 1799 bei J. M. Kaiſer zu Butzbach entliehen,

2) 190 fl. den 18ten Juli 1772 bei Andreas Seipel zu Butzbach, als Mandatar des Fräuleins v. Grün, 100 fl. den töten December 1774 bei Frau Amtmann Clotz modo dem Hoſpital Butzbach, endlich 100 fl. den 25, Jan. 1790