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im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.
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22.
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Sonnabend, den 3. Juni
1837.
Doctor Fauſts Zauberring oder der heirathluſtige
Hageſtolz.
(Beſchluß.) Willibald ſchwang ſich auf ſein Pferd, und jagte mit verhängten Zügeln davon.— Unterwegs 1 ihm Soldaten, welche auf dem Marſche egriffen waren— er zeigte dem Offiziere die
Raäͤuberherberge an und ſpreugte weiter. Als en fh gut Sefähr wüß ſchrug
einen langſameren Schritt ein und erreichte ein Dorf, wo er ausruhte. Schenke war hier keine vorhanden, die Bauersleute ſelbſt waren arm, und er konnte ſich nur nothdürftig erquicken— erfuhr aber, daß in der Nähe ein Herrenſchloß liege, wo jeder Fremde willkommen ſey. Der Gutsherr war ſchon ein bejahrter Mann mit eisgrauem Kopfe, der erſt vor einem halben Jahre ein junges Mäd⸗ chen geheirathet hatte.— Seitdem wechſelte nun eine Luſtbarkeit mit der andern, und der alte Gatte fuͤhlte ſich ſeelenvergnügt über die Zärtlichkeit, mit welcher ihn ſein Weibchen liebkoſte. Willibald ſandte einen Bauer mit der Bitte hin, ob er nicht als ein Reiſender dort Aufnahme finden könne, und ſogleich kam ein Schloßbedienter, ihn im Namen der Herr⸗ ſchaft einzuladen.— In dem Burgherrn fand Wil⸗ libald einen àußerſt liebenswürdigen Mann, der ihn herzlich bewillkommte und ſogleich Befehl zur Veranſtaltung aller möglichen Bequemlichkeit gab.— Die Gattin aber konnte eine ausgezeichnete Schön⸗ heit genannt werden. Das Herz ſchlug Willibalden vor Freude, wenn er ſah, mit welcher ungeheuchel— ten Zärtlichkeit ſie ihren Gatten liebkoſ'te;— er bedauerte nur, daß ihm noch kein ſolches Liebesglück beſchieden war. Auch ein junges Fräulein von des Schloßherrn erſter Ehe war gegenwärtig, eine ſchmach⸗ tende Schönheit, welcher geheimer Kummer unver⸗ kennbar aus den Augen blickte, und die ſich auch nicht lange bei'm Mahle aufhielt;— der Tag ver—
ſtrich in unterhaltenden Geſprächen und dem Ge— nuſſe guten Weins, denn dazumalen waren den Weinbeſitzern noch nicht in ſo hohem Grade die che— miſchen Künſte unſerer jetzigen Wirthe und Keller— meiſter bekannt, auch wußte man, da nur das Wür⸗ felſpiel beliebt war, noch nicht die Zeit mit Karten zu verderben, oder die müſſigen Stunden mit Ta⸗ bakrauchen zu verdampfen, daß die Gemächer mit einer Ansdünſtung wie bei den vontiniſchen Süm⸗ Willibald der Ruhe bedurfte, zeitig zum Abſchiede an, und er begab ſich in ſein angewieſenes Gemach. Der Schlaf ſchien ihn zu fliehen— er wälzte ſich nachdenkend auf dem Lager herum— da lüſterte ihn, doch etwas Näheres von der Familie zu er⸗ fahren— er drehte den Ring am Finger, und auf ſeinen Befehl huſchte der dienſtfertige Geiſt davon. Nach langer Weile kam er erſt zurück.—
„In der Taſche der Burgfrau,“ ſprach er, „habe ich nichts bemerkt, als mehrere goldene Ringe, welche mir aufſielen; ich legte mich auf die Lauer und erfuhr in einem Geſpräche mit ihrer vertrauten Zofe, daß dies Geſchenke von ihren Liebhabern ſind, welche unter der Maske der Freundſchaft den alten Herrn wechſelweiſe beſuchen. Von da begab ich mich in das Zimmer des Fräuleins— ihr Selbſt⸗ geſpräch ſagte mir, daß ſie mit äußerſter Strenge behandelt werde, und daß ſie heimlich entfliehen wolle, weil ſie von ihrer Peinigerin, der Stiefmut⸗ ter, an einen Mann verehlicht werden ſoll, den ſie nicht lieben koͤnne.“
Dieſe Verichterſtattung war Willibalden ſehr unlieb— der alte Herr und das Mädchen dauerten ihn, er nahm ſich vor ihn zu warnen, ſchrieb einen Brief an ihn, und befahl dem Kleinen, dieſen in ſeinen Schreibtiſch zu legen— er ſelbſt aber ließ in der Früh ſein Pferd ſatteln, ſchützte ein äußerſt dringendes Geſchäft vor, ließ nochmal fuͤr die treff⸗


