S8 56 74 7 —— 2807 40 550 37 . 1841 12
Her
lärt ſich daher, eres(uicht an Procept vel⸗
8 nicht gemindert
— 327 Bekanntmachung.
Betreffend: Geſuch der Bäcker zu Friedberg um Erhöhung des Backlohns. Nachfolgende Verfugung des großh. heſſ. Herrn Kreisraths Küchler wird hiermit zur öffentlichen
Kenntniß gebracht.
Friedberg den 30ſten November 1837.
Der großh. heſſ. Bürgermeiſter D. Fritz.
Der großherzoglich heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Friedberg geſtattet hiermit den hieſigen Bäckern, den Hausbacklohn auf Einen Gulden vier Kreuzer zu erhöhen; wobei jedoch keinem Bäcker verwehrt iſt,
auch um jeden beliebigen geringeren Lohn zu backen.
Friedberg den 16. Nov. 1837.
Küchler.
Beurtheilung des Aufſatzes in Nr. 46 des fried⸗ berger Intelligenzblattes:„Etwas uͤber die Theegeſellſchaften neueſter Zeit.“
Einſender dieſes iſt weit davon entfernt, dem Verfaſſer jener Zeilen ſchroff entgegen zu treten; er erkennt vielmehr die hier und da zerſtreut liegen den Wahrheiten an, uͤberzeugt von deren Erſcheinen im wirklichen Leben; auf der andern Seite aber kann ich nicht umhin, Mehreres näher zu beleuch— ten und eines Theils das allzu Harte, ja biswei— len Unwahre hervorzuheben, anderntheils auch über— haupt auf den Gang, den der Verfaſſer genommen hat und auf die ganze Haltung ſeines Aufſatzes einige Rückſicht zu nehmen.
Vor Allem ſind die Einleitungsworte keineswegs zu billigen, denn ſie enthalten eine Vergleichung, die, außerdem daß ſie etwas ſehr unzart iſt, über⸗ dieß nur das Ergebniß eines ſehr befangenen Ur⸗ tbeils ſeyn kann. Wird ja doch offenbar darin die Thee trinkende Dame dem Brantweintrinker an die Seite geſetzt, demnach auch zwiſchen dem Lokale, in welchem eine Theegeſellſchaft gegeben wird und ei⸗ner Brandweinſchenke eine Aehnlichkeit gefunden! Wahr lich eine kühne und gewiß auch ſeltene Vergleichung! Indeſſen glaube ich nicht, daß der Herr Verfaſſer auf eine ſolche Weiſe ſeinen vermeintlichen Zweck erreichen wird. Ueberhaupt iſt es ſchwer, einen durchlaufenden Gedanken in der Arbeit zu finden, denn der Ueberſchrift iſt man nicht immer eingedenk geblieben, vielmehr hat man bei der Gelegenhein manchen wahrſcheinlich Lieblingsgedanken mit ein⸗ geflochten. Sey dem übrigens wie ihm wolle— das iſt wenigſtens gewiß, es dürfte in dem Gan⸗ zen mehr Conſequenz und weniger Widerſpruch ſich vorfinden, mehr Wahrheit und weniger aus der Luft gegriffene Behauptungen, die nur die größte Einſeitigkeit verrathen und außerdem mediciniſche Anſichten beurkunden, die zu deutlich den Leſer davon überzeugen, daß der Herr Verfaſſer ſelbſt kein Mediciner ſeyn kann. Das verdient allerdings Anerkennung und kann dem Verfaſſer nicht genug gedankt werden, daß er für das körperliche und geiſtige Wohl der Damen ſo ſehr beſorgt iſt, indem
er über die Nachtheile des Theetrinkens ſpricht; bei der Art und Weiſe aber, wie er in dieſem Punkte ſeine Anſichten äußert, kann man nicht um⸗ hin, ihm den Nath zu geben, fernerhin lieber ein ſolches oder ähnliches Capitel mit Stillſchweigen zu übergehen, wenn er ſeine Werke der Oeffentlich— keit Preis geben will. Wenn eine Erklärung vor— ausgegangen wäre, was unter„übermäßigem Thee⸗ trinken“ hier zu verſtehen ſey, dann könnten vielleicht unſere beiderſeitigen Anſichten über die Nachtheile des Theetrinkens ſich vereinigen. Ich denke mir darunter ein ſolches Genießen von Thee, das ſich mit jedem Tage wiederholt, wobei die thätige Per— ſon ſich nicht mit einem beſcheidenen Theil begnügt, ſondern den Magen wahrhaft überſchwemmt mit dieſer Fluͤſſigkeit. In dieſem Sinne es genommen, ſtimme ich mit dem Herrn Verfaſſer vollkommen überein in Rückſicht auf das, was er über die Nach⸗ theile des Theetrinkens ſagt. Aber dieß iſt, nach ſeinen Worten wenigſtens zu urtheilen, ſeine Mei— nung nicht; er gebraucht zwar anfangs mehrmals das Wort„übermäßig“, allein auf einmal ſpricht er von dem Theetrinken im Allgemeinen, wie er übergeht auf die nachtheiligen Folgen dieſes Geträu⸗ kes, denn, ſo heißt es dort:„der Thee iſt ein Ge— tränk“ ꝛc.— und nun werden in Schauder erre— genden Farben die Folgen deſſelben fur den, der es genießt, vor Augen geführt, ſo daß, wäre dieß in der Wirklichkeit der Fall, man in Städten nach einem ſchönen Geſchlechte vergebens fragen würde, da die meiſten unter ihnen von Zeit zu Zeit ihre Taſſe Thee trinken. Wenn nun gleich meine Er⸗ fahrung noch nicht ſehr groß iſt, ſo kann ich doch wohl getroſt behaupten, daß hierbei der Herr Ver faſſer bei Weitem die Grenzen der Wahrheit uber— ſchritten hat, denn unter denjenigen Damen, welche ich bisher Gelegenheitzhatte, kennen zu lernen, Da— men, die dann und wann, wenn ſie vertraulich bei einander ſitzen, recht gerne ein Täßchen von jenem Gift trinken, konnte ich mich von der Richtigkeit je⸗ ner Behauptungen noch nicht überzeugen. Ich fand nicht, was der Verfaſſer gefunden hat, eine ſpröde Haut, auch keinen gelblich matten Schimmer derſelben; ich vermißte die jugendliche Friſche


