Ausgabe 
1.7.1837
 
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Intelligenzblatt

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im Allgemeinen,

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Ueber den Seidenbau.

l(Von Dr. A. Seitz.)

Die Verhandlungen des Gewerbsvereins fuͤr das Großherzogthum Heſſen Cerſtes Quartalheft 1837) liefern einen VortragUeber den Seidenbau und deſſen Einfuͤhrung gehalten von Hrn. C. Netz, deſ ſen Gediegenheit vielſeitige Erfahrung und praktiſchen Blick verraͤth. Den ganzen Vortrag bier aufzufuͤh⸗ ren, moͤgte wohl der Raum dieſes Blattes nicht ge⸗ ſtatten, und ich beſchraͤnke mich daher nur darauf, die Hauptpunkte herauszuheben.

Nachdem der Hr. Verfaſſer ſich einleitend dahin ausgeſprochen, daß vielfaͤltige Verſuche das Gedei hen des Seidenbaues in Deutſchland außer Zweifel ſetzen und etwaige Anſtaͤnde in Betreff des fuͤr Maul⸗ beerbaͤumen nicht geeigneten Bodens und Klimas triftig widerlegt, geht derſelbe zur Feſtſtellung durch ſchnittlicher Ertraͤge 100 bis 120 Pfd. Cocons aus einer Unze Eier, in einem Geldwerth von 160 bis 180 Gulden uͤber und ſpricht ſich hinſichtlich der Behandlungsart dahin aus, daß Aufmerkſamkeit, Reinlichkeit und gleichmaͤßige Zimmertemperatur von 19 bis 20 Graden Warme, ſicher zum Ziele fuͤhren. Da das Laub des Maulbeerbaumes die einzige Nah⸗ tung der gefraͤßigen Seidenraupe iſt, ſo muß, wis ter Hr. Verfaſſer weiter bemerkt, die Anpflanzung zeſſelben vorerſt auf jede mogliche Weiſe zu bewirken geſucht werden; jedes Plaͤtzchen, jeden unangebauten Fleck will derſelbe hierzu benutzt wiſſen, macht jedoch ugleich darauf aufmerkſam, wie dieſe Anpflanzungen orgfältiger Wartung, Pflege und Ueberwachung

let. leduͤrfen. rf

Sonnabend, den 1. Juli

den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.

1837.

Darauf hin beſchloß nun der Gewerbsverein den geſtellten Antrag auf's Kraͤftigſte zu unterſtuͤtzen und vorerſt den Anbau des Maulbeerbaums innerhalb des Großherzogthums unter Mitwirkung der land wirthſchaftlichen Vereine moͤglichſt zu verbreiten.

Wenn jedoch eine Sache Gegenſtand der oͤffent lichen Theilnahme werden ſoll, ſo iſt es vor Allem nothwendig, etwas Naͤheres uͤber dieſelbe zu wiſſen, und ich erlaube mir deshalb, in Nachfolgendem einige Details daruͤber zu geben.

Die Seide wird von den Puppen(Cocons) der Seidenraupe(phalena bombyx) gewonnen, welche aus Eiern auf folgende Art gezogen werden. Wo keine eigene vollkommene Einrichtung vorhanden iſt, lege man zur Zeit, wenn die Maulbeerbaͤume auszuſchlagen anfangen die am Beßten in Wein gereinigten Eier, in eine wohl geſchloſſene mit Baumwolle ausgefuͤtterte Schachtel, decke ſie ebenfalls mit Baumwolle zu und erhalte dieſelbe zwi⸗ ſchen erwaͤrmten Kiſſen in einer der Bettwaͤrme ganz gleichen Temperatur. Findet man nach Verlauf von 5 8 Tagen, daß die obere Baumwollendecke ſchwaͤrzlich ausſieht, ein Zeichen, daß die Wuͤrmer ausgekrochen ſind, ſo breitet man uͤber dieſelbe einen weißen, reinen, vorher durchloͤcherten Bogen Papier aus, belege denſelben mit Maulbeerblaͤttern, und nach Verlauf von etwa einer halben Stunde werden ſie ganz mit Wuͤrmern bedeckt ſeyn. Jetzt bringt man dieſelben in einen vorher gereinigten, mit Pa pier ausgeklebten und mit friſchen Maulbeerblaͤttern belegten Kaſten, huͤte ſich jedoch ſo viel wie moͤglich die Wuͤrmer bei dem Abſchuͤtteln von den erſten