Ausgabe 
30.5.1835
 
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ir un en mals ein ſ. g. Reichsdorf, wohl aber ſcheint man 6 dam es bei Abfaſſung des Reichs-Deputations-Haupt⸗

Yeorg un ſchluſſes im Auge gehabt zu haben, um allenfallſige gen Gre ſpätere Anſprüche von Seiten der Familie Ingel en 30000 heim für immer abzuwenden. Daß man aber ſich duiſhen An, jenes Ausdruckes bediente, mag wohl daher gekom einiſce Eh men ſeyn. Das eigentliche Reichsdorf Holz ſic zog, un hauſen, von welchem die Familie von Rau ſich noch

Proceß eig ſchreibt, liegt in der Nähe von Amöneburg; dort aderts währt hatte Kur⸗Mainz im ſiebenzehnten Jahrhundert den

beberg hun, katholiſchen Gottesdienſt wieder einführen wollen, eißigjahrig noch im Jahr 1778 ſogar als Lehnsherr Anſprüche bauſen si auf den Beſitz des Ortes ſelbſt gemacht, wiewohl * Techter m 1 vergebens. Da dieſes noch in friſchem Andenken Durch die war, ſo hätte man glauben ſollen, dieſes Reichs

die bis, dorf wäre wirklich hier gemeint geweſen. Allein

e Kirche, das ältere Haus Heſſen kam ja durch den Reichs ſſen⸗Darmem. Deputations⸗Hauptſchluß in den Beſitz vom ganzen im Jah, Amte Amöneburgz mithin mußten die alten An⸗ eit dieſer u ſprüche von Mainz ohnehin wegfallen.

Pfarrer fe Mit dem Amte Rodheim fiel unſer Holz de. hauſen im Jahr 1810 dem Großherzogthume Heſ legten Gra, ſen zu. Noch findet man gegenwärtig daſelbſt die

Jahr la drei Kirchen, eine lutheriſche(die Lutheraner bilden der Git] die ſtärkſte Zahl), eine reformirte und eine katho

liſche. Die lutheriſche wurde im Jahr 1731 erbaut. Die beiden Thore ſind ſchon vor mehreren Jahren abgebrochen, und die Rentamtswohnung iſt eben⸗ falls veräußert worden. Daß ſich in der Nähe auch ein Sauerbrunnen beftndet, davon wurde ſchon in Nro. 34 unſeres Blattes von 1834 geredet.

Um das Dorf, beſonders aber nach Rodheim hin, iſt eine ſchöne Obſtbaumzucht. Sonſt leben viele

war, wurdc! und Laudg 11 ohne W. 1 Teile dei ſelben wide s gab Vera e, in welch

udlich wun n durch Geh Bewohner neben dem Ackerbau hauptſächlich von Beste u Weberei.

Daß die Familie von Holzhauſen, welche

im geſchlahn, 12 lange Zeit in Frankfurt unter die vornehmſten Ge⸗ den 00 ſchlechter gezählt wurde, von dieſem Holzhauſen an und 3) 6 der Höh ſich ſchreibt, leidet weniger Zweifel, als el u. A. die Nachricht, daß ihre Vorfahren ihre Burg da⸗ Reiche ſelbſt gehabt. Allerdings liegen kaum eine halbe Daß le Viertelſtunde nordweſtlich von dem Orte die Spuren 10 eines ſtarken Bollwerkes, das zum Schutze der eee, ganzen Gegend beſtimmt geweſen zu ſeyn ſcheint, n bar 1% und vom Volke die alte Burg genannt wird,

1 lich liegt in der Nähe au 0 khauſen, mne d, Münch Holzhauſen 11 50 ein Dorn⸗Holzhauſen, ein

ſau. Behm g

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auf welcher einſt ein heidniſcher König geweſen /. Allein uns ſcheint dieſe Burg in ihren Anlagen roömiſch, und nebſt einem andern Caſtelle, das wir da ſuchen, wo jetzt das Kloſter Thron ſteht, die Beſtimmung gehabt zu haben, das Thal der Erlenbach von oben und von unten gegen allen fallſige Angriffe ſicher zu ſtellen. Genauere Nach grabungen mögen dieſe Angabe widerlegen oder be kräftigen. Das erzählen bejahrte Perſonen, daß noch vor 30 bis 40 Jahren Gewölbe auf der alten Burg ſichtbar geweſen ſeyen. Jetzt ſieht man faſt nur noch einen Damm⸗Aufwurf mit einem Graben.

Die Sauerbrunnen im Landgerichtsbezirke

g Karben.)

In der Reihe derjenigen Mineralquellen, durch welche ſich die von der Natur ohnehin ſo reich aus geſtattete Wetterau auszeichnet,) nehmen die in dem Landgerichtsbezirk Großkarben befindlichen nicht die letzten Stellen ein. Es ſind deren beſonders drei bemerkenswerth, nämlich:

10 zu Vilbel.

Der mineraliſche Gehalt dieſer Quelle iſt zwar nicht bedeutend; ſie liefert aber ein zum Trinken eben ſo angenehmes als geſundes Waſſer. Ihre Lage befin det ſich in dem Orte Vilbel, nächſt der uͤber die Nidda daſelbſt führenden Brücke. Bis zum Jahre 1816 war ſelbige zwiſchen den damaligen beiden Landes herrſchaften Vilbels gemeinſchaftlich, und iſt ſeit der von dieſer Zeit an eingetretenen politiſchen Verän derung eine großh. heſſiſche Domane. Den Einwoh nern Vilbels ſteht jedoch deren freie und unentgelt liche Benutzung zu.

Bis in den 1790er Jahren war der Verkauf des Waſſers an Auswärtige verpachtet, und es be

) Wir haben uns erlaubt, dieſen uns von achtbarer Hand zugekommenen ſchätzbaren Aufſatze einige Zuſätze in den An merkungen beizufügen, um dem denkenden Leſer Stoff zu weiteren Forſchungen zu geben. Deswegen hoffen wir auf die Nachſicht von Seiten des Herrn Verfaſiers.

Die Redact.

r) Es befinden ſich nämlich in der Wetterau noch Sauer⸗ brunnen: 1 bei Rosbach, 1 bei Staden, 1 bei Steinfurt, 1 bei Schwalheim, 1 zu Rödgen, 2 bei Dorheim,(Selz⸗ und Perlbrunnen) 1 bei Grünſchwalheim, 1 bei Berſtadt, 1 bei Holzhauſen u. ſ. w. Die Redact.