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Das Gewand war von ſtarkem, faſt beben,
zu Geſicht gekommen, ſind ſammtlich röͤmiſch, und zwar zuerſt eine Erzmünze, die unter dem achten Conſulate des Vespaſian geprägt iſt, die andere eine Silbermünze aus dem 7ten Conſulate des Titus, und die dritte iſt eine Erzmünze des Tiberius (Pontiſex. trib. potestate XII).— Bei weiterem Nachgraben kam das Fundament der nun ſeit mehr als 40 Jahren abgebrochenen alten Burgkirche zu Tag. Ungefähr 10 Klafter von dem St. Georgs— Brunnen, und etwa 11 Klafter von der ſüdlichen Ecke der neuen Burgkirche ſtieß man auf das Fun⸗ dament des Hochaltares. Da man unter demſelben einen Grundſtein zu finden hoffte, der allenfalls etwas enthalten möchte, was auf die Gründung der Kirche hatte fuͤhren können, ſo wurde daſſelbe ſorgfältig aufgegraben. Cs zeigte ſich nun zwar das nicht, was man gehofft hatte; dafür kam man auf mehrere römiſche Ziegelſtücke, von welchen in— deſſen keins einen Stempel hatte, und traf endlich in einer Tiefe von mehr als 4 Fuß einen vollkom⸗ men erhaltenen Eſtrich, der, wie man dergleichen an römiſchen Gebäuden oft findet, von Kalk und kleinen Ziegelſtücken bereitet und ſorgfältig geglättet war. Nachdem man einige Stücke davon aufge- nommen und zum Andenken aufbewahrt, wurde das Uebrige wieder bedeckt, um einer kommenden Generation Zeuge zu ſeyn von dem, was einſt war).— In der Nähe des Hochaltares, und zwar nach Weſten und Norden, entdeckten die Arbei⸗ ter nach und nach drei Gräber. Das erſte muß wohl eine weibliche Leiche enthalten haben, wenn man anders nach dem ſeidenen Gewande urtheilen ſoll, das darin war. Auch die ſeidenen Strümpfe waren noch erhalten, und ſoll an denſelben das Zeichen HB ſichtbar geweſen ſeyn*). Das zweite Grab enthielt die Gebeine eines Kindes. Das dritte endlich mag einer wichtigen Perſon angehört haben.
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*) Für die, welche einmal nachzuſuchen geſonnen ſind, be⸗
merken wir, daß die Stelle etwa 11% Klafter von dem Ziehbrunnen, eben ſo weit von der ſüdlichen Ecke der neuen Burgkirche und 17 Klafter von der ehemaligen Kaplanei-Wohnung, der nunmehrigen Wohnung des Ba⸗ taillons-Commandanten, entfernt iſt.
%) Es kann nicht gerühmt werden, daß dieſes Gewand ſo⸗ fort zerriſſen und die Silberborde dem erſten beßten Juden verkauft wurde. Man ſollte wohl, wo nicht Achtung vor dem Alterthümlichen, doch vor dem haben, was den zur Ruhe Gegangenen gehoͤrt.
Tuche und mit ſilbernen Treſſen beſetzt, die aber im Laufe der Zeit ſich ſo geändert, daß man ſie im erſten Blicke für Goldtreſſen hielt. Dem Schnitte des Gewandes nach zu urtheilen, möchte es aus
den Zeiten nach dem dreißigjährigen Kriege Derag fand ſich eine ſeidene Schärpe und ein kleiner drei⸗ 4 12 eckiger Hut, der ebenfalls mit Treſſen beſetzt und
von 1660 bis 1680 rühren. Außer dem Gewande
mit Federn verziert war. f dieſen Ruheſtätten längſt weggewälzt ſind, ſo war es unmöglich, genauer zu beſtimmen, wen ſie bergen.
Auf jeden Fall befanden ſie ſich im öſtlichen Theile der alten Burgkirche und zwar nahe am Hochaltare). Endlich wurde etwas ſpäter, und zwar unweit der nördlichen Fundamental⸗Mauer, von Südweſt nach Nordoſt ſtreichend ein doppelter Röhrengang entdeckt.
Beide Röhrengefüge lagen etwa 2 Fuß tief in der Erde nahe an einander in Sand, und waren mit etwas Mauer umgeben. Die einzelnen Rohren ſind von Thon, ungefähr 13 pariſer Zoll lang und in einander geſteckt, ſcheinen indeſſen auf ein ſehr hohes Alter keinen Anſpruch zu machen, wenigſtens nicht römiſch zu ſeyn, da mir nicht bekannt iſt, daß die Römer ſich ſolcher zuſammengeſteckten Thonröhren bedienten, wenigſtens die Kunſt, das Waſſer fallen und wieder ſteigen zu laſſen, nicht verſtanden.(Die⸗ jenigen Waſſerröhren, welche von den Römern tubae
genannt wurden, waren wohl von anderer Geſtalt.) Es möchte allerdings gut geweſen ſeyn, wenn
von je her alles, was einigermaßen Bedeutungs⸗
volles aus unſerem Boden aufgefunden wurde, auf. Leider iſt nun das nicht geſchehen, und was allenfalls noch in den Händen einzelner Privatleute iſt, wird auch verſchwinden,
bewahrt worden wäre.
ehe man ſich's verſieht. Wie leicht hätte ein öffent⸗ liches Gemach mit„Alterthümern von Friedberg/ geziert, wie leicht manches Wichtige in früheren
5) Da Herr Hofrath Schatzmann zu Darmſtadt noch ein
Verzeichniß der Grabſteine beſitzen und mit der Lokalität der alten Kirche bekannt ſeyn ſoll, ſo ließ ſich vielleicht mit Hülfe deſſen, was Herr Geometer Bindernagel J. über die Lage der Gräber in einem Grundriſſe verzeichnet hat, die Perſon auffinden. Die beiden Gräber der Erwachſen nen lagen nicht neben einander, ſondern das zuletzt er⸗ wähnte in gerader Linie weſtlich von dem Hochaltare et⸗ was weiter von dieſem entfernt, als das erſtere. 85
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