„
Weg und Steg iſt voll Raub und Gefahr.(S. 2.) „Haben wir nicht die Völker im Lande, die wir längſt mit unſern Spaniſchen, Frantzöſiſchen, Wel⸗ ſchen und Alamodiſchen Trachten geladen haben? Ich meyn, ſie haben manchem die Kleider außgezo⸗ gen, und die Kiſten gefegt, daß er kaum ſo viel übrig hat, damit er ſeine Schande bedecken moͤchte. Ich meyn, ſie haben manchem das Angeſicht ge⸗ ſchmünkt, daß ihm der rothe Saft zu Mund und Naſen, Augen und Ohren heraußgetrungen.“(S. 60.)
„Friedberg hat ſich verſuͤndiget und mit beiden Händen Holtz zum Feuer getragen, daß nun viel Jahr in ihren Thoren und Häuſſern gebrant hat. Dann ſie behält ihre Unart, die ſie ihr Lebenlang gehabt hat, daß ſie alle treuhertzige Vermahnungen, die von der Cantzel abgehen, in Wind ſchlaͤgt, und ihren Seelſorgern, die heylſam lehren, und ihre Sünden im Thor offentlich ſtraffen, feind und gram wird.“(S. 103.)
„Wann die Alten nichts geſtifftet hatten, was wolten wir dann thun? Ich hätte furwar Sorg, ein Pfarr⸗Herr wurde 10 Dörfer verſehen müſſen, und doch ſein nothduͤrfftig Außkommen dabei nicht haben können.“(Daſelbſt.)
„Die lieben Alten haben uns Kirchen und Schulen gebaut, wir mögen nicht ſo viel thun, daß wir ſie in Tach und Fach halten, ſondern kratzen uns hinder den Ohren, wenn wir etwan in der Kirchen oder in den Pfarr- und Schulhͤuſern ein alt Fenſter flicken, oder ein Ziegel hängen ſollen, und geben doch nichts von dem Unſerigen darzu; die lieben Alten habens geſtifft, nur es thut uns weh, weil wirs hinter uns haben, daß wirs herauß langen ſollen, was kann da anderſt folgen, als das endlich die Fuͤchs auch bey uns uber den Berg Zion hinlauffen, und die Eulen und Uhu drinnen niſten werden, wie man dann ſchon mit Schmertzen und großem Verdruß hören muß, daß die Spatzen in der Kirchen faſt die beſte Muſie fuͤhren.“(S. 633.)
Wir wollen weiter nichts mehr anführen aus dieſem Buche, es moͤchte ſonſt gar dieſer oder jener meinen, das wäre auf uns geſprochen, und es ſind doch ſchon faſt 200 Jahre, daß es auf der Kanzel zu Friedberg geſagt wurde, und ſind wohl ſchwer⸗ lich die Kindes-Kinder von denen noch übrig, welche
damals der ſtrenge Redner zur Buße und Beke] rung ermahnte.) V
*
*
Sollen wir Karten ſpielen?
Vor achtzig Jahren hätten wir dieſe Frag 4 nicht aufwerfen durfen, ohne zu fürchten, von irgend e 1 einem der Herrn Geiſtlichen oder wohl gar von alle 1 zuſammen eine arge Lection zu bekommen wegen des fl unchriſtlichen Sinnes, der ſich halb und halb dieſer Frage offenbart. Man erzählte ſich ſonſt Schaudern, wie ſich zuweilen zu den Spielern im 16776 Wirthshauſe ein Grünrock geſellte, welcher dieſen 6 ai, oder jenen, den er eben auf dem Korne hatte, erſlil 9 recht gewinnen, dann wieder verlieren laſſe, damit Eugen er Geld von ihm borgen mußte, und wenn er das] Neuer that, dann war er verloren. Wenn manchmal] Heng während des Spieles eine Karte unter den Tiſch gefallen war, dann ſah der Wirth, welcher an dem]! Spiele nicht Theil genommen, deutlich, daß der Grunrock keine Menſchenfuͤße hatte. Der Grün⸗ ö rock gieng ſpäter mit ſeinem Opfer fort; ſie ſpielten hier und da noch eine Zeitlang, und lebten auch i 0 Saus und Braus, endlich aber gieng's zu bösen] Kages Häuſern, und kein Menſch wußte, wo ſie hingekor 4 ö men waren..
Die Zeiten ſind ſeitdem anders geworden. Der! Aberglaube iſt faſt uͤberall verſchwunden, und kein dei Menſch will den Grun rock mehr ſehen. Obgleich utgelt Aberglaube, lag doch ein höherer Sinn zum Grundez del denn es iſt keinem Zweifel unterworfen, daß das en 2 Kartenſpiel ſchon manchen redlichen Mann in's Ver. let derben geſtürzt hat. 5 lach
Sollen wir darum gar nicht Karten ſpielen ef den i. Wir haben nichts dagegen, wenn zuweilen der de Familienvater, der ſich bewußt iſt, ſeine Pflichten 1 gethan zu haben, an dem Feierabende ſich ein Stund chen mit der Karte zerſtreut. Er muß aber ſo ſpie⸗ daß len, daß weder der Gewinn noch der Verluſt ihm le zu Herzen geht, ſondern Kleinigkeit iſt gegen de ö angenehme Zerſtreuung, die ihm das Spiel mit 10 ſeinen Bekannten gewaͤhrte. 1 4 ) Mit dieſem wollen wir nnſere Mittheilungen über den in
dreißigjaͤhrigen Krieg vor der Hand beſchließen. Vielleicht
erhalten wir ſpaͤter noch einmal Gelegenheit, Eins und
das Andere, was gerade allgemeines Intereſſe hat, unſern 40¹ Leſern vorzulegen. Die Red ac.


