Ausgabe 
21.2.1835
 
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ad Fee Wer mit Hintanſetzung ſeiner Geſchafte und eiher Pflichten ſpielt, der handelt ſündlich. Wer auh nur glaubt, daß das Spiel Sünde ſey, und pelt dennoch, der handelt ſüͤndlich. Wer, auch als redlicher Spieler, um des Ge⸗ inſtes willen ſpielt, der handelt ſündlich und e ab vom Spiele. a. Wer ſo hoch ſpielt, daß er dabei einen Verluſt n kann, der ihm und ſeiner Familie wehe thut, ſpiele doch nicht. Sein zartes Gewiſſen müßte ſonſt im Stillen den Vorwurf machen: Du ſheſt hier, und der Gulden, den du beim Verluſte fertgibſt, wird von dir nicht geachtet, weil du dich halte, en dimit tröſteſt, er kommt wohl wieder, während die laſſe, dani Deinigen zu Hauſe kümmerlich leben und kaum den enn er dat Kreuzer beſitzen oder ſich fürchten ihn auszugeben. mauchmm Wenn er dann ein frommes und gutes Weib hat, den Tiſh dis auch mit keinem Worte, nicht einmal mit einer cher an den Niene es ihm zu erkennen gibt, daß ſie es anders daß dei wünſche, dem muß ihr unterdrückter Seufzer zu Der Grün, ferzen gehen und zurufen: Spiele nicht! ſie ſpielten Wer, ſtatt ſich zu zerſtreuen nach den Arbeits⸗ ten auch ü funden und ſich zu erholen nach den Geſchäften des b zu boſeß Tages, ſich an's Spiel begibt und immer tiefer e bngekom iber Gewinn und Verluſt brütet, daß ihm das Flut nach dem Kopfe ſteigt, und er am Ende

orden. Der

kürriſch nach Hauſe kommt, und das unſchuldige u, und ken Weib und die unſchuldigen Kindlein die böſe Laune Obgleic intgelten läßt, der ſpiele doch ja nicht mehr,

, daß da ſen Vorwurf machen: Du ſollteſt Frohſinn und mins Ver Heiterkeit in deine Familie zurückbringen, um ſie

m Grunde 5 über kurz oder lang müßte ihm ſein Inneres flücklich zu machen, und bringeſt doch den Unfrie⸗

n ſpielen! den in dieſelbe zurück, und wirſt hart und ungerecht alen de gegen die Deinigen und läſſeſt ſie entgelten, was e Pfichte du ſelbſt verſchuldet haſt! O laß doch ab!

ein Stünd⸗ Wer ſo viel Verſtand und Wiſſenſchaft hat, er ſo ſri' daß er ſich angenehm und einſichtsvoll mit ſeines erluſt ihn anne unterhalten kann, der ſpiele doch nicht, gegen du denn das Spiel ſtört oder verdirbt die Unterhal⸗ Spiel ni tung. Wer dennoch ſpielt, der muß ſich gewärtigen,

daß einer und der Andere wenigſtens denkt(denn

Gedanken ſind ja zollfrei): die Herren mögen wohl

in ite der 12 ſich ſelbſt nicht Stoff genug zu geiſtreicher Unter⸗

helet haltung haben, weil ſie zu anderweitigen Mitteln eins un greifen.

e, Fur Leute in gewiſſen Aemtern paßt das Kar⸗

Redat..

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tenſpiel weuigſtens an öffentlichen Orten auch nicht ganz gut. Wenn auch nur Dieſer und Jener An⸗ ſtoß davon nimmt, ſo hat's ſchon ſein Häkchen. Beruft ſich gar ein anderer darauf: wenn der und der Herr ſpielt, ſo darf ich's wohl auch dann iſt's Zeit, daß dieſer Herr in's Künftige aufhört.

Fuͤr diejenigen vornehmen Leute, die da meinen, das Kartenſpiel gehöre zum guten Tone, bemerken wir hier, daß wir uns in der Welt vielfältig um⸗ geſehen, und gefunden haben, daß Geſellſchaften, welche aus recht geiſtreichen Perſonen beſtanden, niemals des Spieles bedurften. Wer da ſagt, daß das Kartenſpiel zur Unterhaltung gehöre, der tauſcht ſich ſelbſt. Das Kartenſpiel unterhält nur diejeni⸗ gen, bei welchen es einmal zur leidigen Gewohnheit geworden iſt; für alle andere in der Geſell⸗ ſchaft iſt es ſtörend, mehr oder minder, je nach dem ſie mehr oder minder zahlreich iſt. Darum trägt auch in der Regel jede Geſellſchaft, welche das Kartenſpiel duldet, den Keim der Aufloſung in ſich. Es gibt ſogar Wirthe, die es deswegen nicht leiden.(Auch weil die Kartenſpieler meiſtens die jenigen Gäſte ſind, welche am wenigſten verzehren und ihnen am längſten über'm Halſe ſitzen).

Endlich erwähnen wir hier noch eines Nachthei les, der nicht unberührt bleiben darf. Das Kartenſpiel wird ſehr leicht nicht nur bei jungen Leuten, ſondern auch bei älteren Perſonen zur Leidenſchaft. Eine Leidenſchaft aber iſt eine Krankheit, die ſich des Gei⸗ ſtes bemächtigt hat, die den Menſchen zum Sclaven macht, und zu allem Schlechten zu verführen ver⸗ mag, ohne daß es ein Heilmittel gegen ſie gabe. Wollen wir uns dieſer Sclaverei hingeben?

Zum Schluſſe noch ein Paar Zahlen für die Herren, welche alle Tage ſpielen.

Wer des Tages dafür nur Einen Kreuzer braucht, der hat in 20 Jahren nicht weniger als 122 Gulden verbraucht(die Schalttage mitgezählt).

Wer des Tages drei Stunden mit Spielen hinbringt, der hat(den Tag zu 17 Lebensſtunden gerechnet) in 20 Jahren nicht weniger als 1288, ſchreibe zwölfhundert acht und achtzig Tage mit Spielen zugebracht.

Nun, ſollen wir nicht ein Bischen Karten ſpielen? Spielt nur immer zu!

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