Ausgabe 
14.11.1835
 
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ten, l en Zeichen Unterricht von Neuem und unter der ſpeziellen Leitung des Hrn. Seminarleh⸗ rers Soldan, welcher die Guͤte hatte, mehrmals ſelbſt anweſend zu ſeyn, unternahm. Die vortheilhaften Folgen dieſes Unterrichts haben ſich bereits heraus⸗ geſtellt.

Außer dieſem ſchönen Lehrzweige wurde der Unterricht im Recht- und Schönſchreiben, im Ver⸗ fertigen von kleinen Aufſätzen und Briefen, wie ſie im bürgerlichen Leben am häufigſten vorkommen, im Kopf⸗ und Tafelrechnen, im Leſen und Verſtehen des Geleſenen und in andern Denkübungen begonnen und fortgeſetzt. Das von dem Lehrer hierüber mit vieler Sorgfalt und ſpezieller Pünktlichkeit geführte Tagebuch, welches jedem Theilnehmer zur Einſicht offen liegt, wird hierüber genügende Nachweiſung ertheilen.

Freilich haben die Anſchaffung der Requiſiten die Hülfs⸗Geſellſchaftskaſſe in bedeutenden Anſpruch genommen. Da ſie indeſſen als Inventarſtücke meh⸗ rentheils vorhanden bleiben, ſo werden dergleichen Ausgaben ins Künftige nicht mehr vorkommen und die Ausgaben der Sonntagsſchule ſich nur auf die Lehrerbeſoldung, Holz und Licht beſchränken. Bei den wenigen Mitteln, welche uns zu Gebote ſtehen, ſind auch dieſe noch ſtark genug; wir hoffen aber, daß nicht allein die Mitglieder unſeres Vereines, der ſchon ſo manchen Saamen des Guten im Stillen ausgeſtreut, gerne ihr Scherflein zur Unterhaltung einer in ihren Folgen ſo überaus wichtigen Anſtalt geben werden, ſondern daß die Theilnahme des größeren Publikums für dieſelbe, die doch ſo ſehr eingreift in das Weſen ächter Bildung unſerer her⸗ anwachſenden Jugend, insbeſondere derjenigen, welche ſonſt ſo verlaſſen ſich fühlte auf den Irren ihres Lebenspfades und ohne innern Halt in den Au⸗ genblicken der Gefahr, immer reger werden möchte. Wir hoffen zugleich, daß mit der regeren Theil

nahme auch die Entfernung aller Hinderniſſe ver-

bunden ſeyn werde, welche einer noch beſſeren Ge ſtaltung unſerer Schule bisher ſich entgegenſetzten, wozu wir hier zunächſt rechnen, daß die Meiſter ihre Lehrlinge während der Schulzeit nicht nur nicht mehr mit anderweitigen Geſchäften und Aufträgen beläſtigen, ſondern ihres eignen Intereſſens wegen ſie zum regelmäßigen Beſuche der Sonntagsſchule anhalten.

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Zugleich ſchlägt die e der Plena.

Verſammlung vor: künftig den Unterricht in der 5

Sonntagsſchule allen Schülern frei zu geben, da

bisher noch ein Theil derſelben monatlich 12 Kreuzer bezahlte, was wenigſtens bei Einigen als Urſache des Nichtbeſuches oder 1 d angege⸗ ben wurde. 4

Ob dadurch, daß die Zahl der. von 25 auf 20 herabgeſetzt werde, eine no regere Theilnahme bewirkt werden wird oder nicht, über⸗ laſſen wir dem Urtheile der ee a ö des Vereines.

Schließlich erlauben wir uns 5 8 folgende Bemerkungen beizufügen:

10 daß die Commiſſi on Willens iſt, den künſ⸗ tig abgehenden Sonntagsſchülern Zeugniſſe nach gedruckten Formularen auszuſtellen;

2) daß ſie durch eines ihrer Mitglieder den 1

Herrn Kreisrath Küchler bitten wird, den Ge ſellen künftig wo möglich in ihren Wanderbüuͤchern bemerken zu wollen, daß und wie ſie die Sonntags ſchule mit Erfolg beſucht haben.

Land wirthſchaft.

Ueber das Kaltwaſchen des Rindviehes. Das Kaltwaſchen bekömmt dem Vieh eben ſo gut, wie dem Menſchen. Auch das Vieh hat Fleiſch und Blut, wie der Menſch, und die Viehkrankheiten ſind faſt die nemli chen, wie die Menſchenkrankheiten ſie haben nur zunftmäßig verſchiedene Namen. Die Viehpeſt z. B. iſt im Grunde nichts anders, als die Menſchenpeſt, oder das, was bei dem Menſeh en Nervenſieber und ſogenannter Typhus iſt. Man theilt die Thierkrankheiten gerade ſo, wie die Men,

ſchenkrankheiten, in akute und chroniſche ein, u. ſ w.

Und dieſe alle können ſehr leicht und ſicher durch bloßes Waſchen uud Tränken mit friſchem reinen

Waſſer(auch Brunnenwaſſerd geheilt werden. Ein Reiſender erzählt in ſeiner Reiſe von Tiflis nach Teheran(in Perſien) Folgendes:Bi dem reichen Kloſter Ed ſchmiazie ſind die Biff felochſen größer, als in Georgien, und werden mit außerordlicher Sorgfalt behandelt. Ich ſahſ wie ſie, als ſie vom Pflügen zurückkamen, gewaſchel f wurden. Das Vieh ſtand in dem vor dem Kloſiif vorbeifließenden Fluſſe ganz ſtill, während es dit

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