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bekannt. Das leidet keinen Zweifel, daß ſie aus uralten Zeiten ſtammen. 6 i f
Wie früher der verſtorbene Glaſermeiſter Wag⸗ ner bei Planirung ſeines Gartens eine Menge Reſte von Gefuͤßen gefunden hatte, die ohne Zweifel römiſch ſind, und die ſogar den Stempel der Verfertiger hier und da an ſich tragen, ſo zeigten ſich auch im Jahr 1832 bei Anlegung des ſchmidtiſchen Brau— hauſes nach dem neuen Thore zu mehrere Reſte von Gefäßen, deren Verfertigung eben ſo beſtimmt den Römern zuzuſchreiben iſt, wie jene.
In demſelben Jahre fanden die Arbeiter bei Chauſſirung der neuen Straße an dem ehemaligen ſeer Thore“) mehrere römiſche Münzen, von wel— chen dem Einſender dieſes eine der 22 ten Legion mit dem Zuſatze III VIR R. P. C.(triumvir reipu- blicae constituendae), ferner eine von Hadrian, eine von der Kaiſerinn Fauſtina, der Aelteren, und eine von Antonin dem Frommen eingehän⸗ digt wurden. g f
Nicht lange nachher(im Herbſte 1832) ent— deckte der Bürger Scheich in ſeinem Garten bei Anlegung einer Geube eine Anzahl von alten Back— ſteinen, die alle auf eine ganz eigne Weiſe mit ſo vielen trichterfoͤrmigen Löchern verſehen ſind, daß ein einziger deren 60 hat. Ich halte ſie für römiſch,
und mochte vermuthen, daß ſie bei einem Bade,
namentlich einem Schwitzbade, gebraucht wurden. Faſt zu gleicher Zeit wurde in dem kauziſchen
Garten, ebenfalls bei Anlegung einer Grube eine
große Menge alter Degengefäße und anderes Eiſen⸗
) Daß das See⸗Thor(ſeer Thor) und die dabei g legene See-Wieſe den Namen einem See verdanken, gibt ſchon das Wort, und iſt wohl denj nigen Friedbergern be— kannt, die mit der Geſchichte ihrer Stadt nur einiger Maßen vertraut ſind. Hier wollen wir nur zum Belege noch beifügen, daß deſſelben in einer kaiſerlichen Urkunde von 1361 Erwähnung geſchieht. Kaſſer Karl IV. nennt darin ausdrücklich„den See bei der Stadt Friedberg ge— legen“.(Mader ſichere Rachrichten der Burg Friedberg J, 172.) Erſt um's Jahr 1430 wurde derſelbe trocken gelegt. Und da die Stadt dadurch an ihrer Befeſtigung Noth zu leiden ſchien, ſo wurde deswegen auf ihre Bitte ein Waſſer⸗ graben„an dem Stadtgraben, zwei Ruthen breit“, von Seiten der Burg angelegt,, wogegen die Stadt am Samſtag nach Bartholomäitag 1457 einen Revers ausſtellte.(Ma⸗ der a. a. O. I, 340.)
Wer an der Wahrheit ſolcher Zeugniſſe zweifelt, für ben gibt es keine Geſchichte!
werk aufgegraben. Sie waren alle ſtark orydll (won Roſt angefreſſen), und es iſt möglich, di ſie aus den Zeiten des dreißigjährigen Krieges heh rühren. Nicht weit davon lag ein Donnerkeil deſſen ſtark verwitterte Oberflache bewies, daß el Jahrhunderte lang in ſehr ungünſtigem Boden gerulf haben muß. N 1
Bei Anlegung der Keller zu den neuen Hausen duns ve vor dem ehemaligen mainzer Thore zeigten ſi ebenfalls Reſte aus alten Zeiten; doch wüßte i nicht, daß gerade etwas Beſonderes zu Tage gefoff dert worden wäre. Dagegen fanden ſich im Früßß jahre 1834 bei Grabung des Kellers zu dem h ſte iniſchen Hauſe hinter den Pfarrhausgärten hoffen, der mehrere Reſte, theils römiſcher, theils altdeut welche!
ſcher Gefaͤße, auch ein altes, ſtark oxydirtes Degei oll, im gefäß von Eiſen.„„ e eee Ein ganz auffallendes Reſultat gewührten aber each
die Aufgrabungen in dieſem Frühjahre. Als der Zimmermeiſter Füller vor dem ehe maligen See-Thore an einem Keller graben li
dieſelben kingenon immer
für ſein zu errichtendes Haus, ſtießen die Arbei uochte auf ein ganz wohl erhaltenes Kellergewölbe, und] neten zwar au einem Orte, wo wenigſtens Einſender nit] mind gehört hatte, daß Gebäude geſtanden. Zu gleichet] von ih Zeit kamen mehrere Münzen zu Tag, wovon Eine] werder römiſch, die Andere, eine ſ. g. Dickmünze, aus Prüfu dem Mittelalter und endlich etliche rheinländiſche ausgez Albus aus dem Aufange des ſiebenzehnten Jah Theile hunderts, darunter Einer mit der Jahrzahl 1627. nen J Dadurch wurde die Vermuthung wahrſcheinlich, heilig daß der Keller wohl im Verlaufe des dreißigjähr ueten gen Krieges, vielleicht bei Errichtung einer ne 1 Glied Schanze verſchüͤttet worden ſeyn möchte. Aber und v kommt die römiſche Münze dazu? Und dann fand ſich ja er ay auch in dem Keller neben anderem Eiſenwerk„ welch große Anzahl meiſt ſtark orydirter eiſerner Spitzet in w von Armbruſt-Bolzen. Dieſe mögen doch wohl viel] in älter ſeyn, als jene oben erwähnten Münzen!— heilig In der hinteren Kellerwand entdeckte ſich außerdem 0 in der Ecke einer Niſche dem genauer Forſchenden 9 ein gar ſinnreich angebrachter Topf, deſſen urſprüng⸗ 9 liche Beſtimmung dem, der die Oertlichkeit geſehen, 4 durchaus nicht zweifelhaft ſeyn kann— nämlich 55 zur Bergung des Geldes in Zeiten der Noth. 00 (Beſchluß folgt.)„ 7 N 80


