Ausgabe 
11.7.1835
 
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im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.

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WM 28.

Sonnabend, den 11. Juli

1835.

Alterthuͤmer zu Friedberg).

Es iſt in der That auffallend, wie ſehr der rund und Boden, auf welchem unſer Städtchen bſt der Burg ſteht, die Spuren früheren Anbaues gt. Wahrend unſere urkundlichen Nachrichten cht über das Jahr 1217 reichen, fuhrt uns das, as wir in der Erde finden, auf eine um tauſend

Nhre ältere Cultur zurück. Aber noch auffallender

es, daß wir die Reſte ganz verſchiedener Zeiten dicht gedrängt neben einander finden, als hätte

han ſie abſichtlich zuſammen gelegt, um einer ſpa⸗

uren Generation Zeuge zu ſeyn von dem, was einſt un war. Wie in der Erinnerung des betagteren Nannes die Begebenheiten von zehn und zwanzig und dreißig Jahren ſich an einander reihen, als

fehörten ſie Einem Tage an, ſo reihen ſich in der

liefe der Erde die Spuren von Jahrhunderten und ahrtauſenden an einander, als gehörten ſie zu einer ind derſelben Woche.

5 Indem wir, wie der Text beſagt, hier nur das berühren, was uns aus der neueſten Zeit aufgefunden wurde, er lauben wir uns, denjenigen Leſer, welcher ſich uber das, was ſich früher vorfand, belehren will, auf zwei Schrift⸗ chen aufmerkſam zu machen. J) Beiträge zur Geſchichte der Wetterau. Herausgege⸗ ben von Roth und Schatzmann. Erſtes Heft. Frank⸗ furt 1801. N 2) Ueber Alterthümer in und um Friedberg vom Prof.

Dr. Ph. Dieffenbach. Gießen 1829.

Anderes findet ſich hier und da in andern Werken und Zeitſchriften zerſtreut, die hier nicht angeführt werden

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In der Hoffnung, daß es auch denjenigen un⸗ ſerer Leſer, welche gerade keine Liebhaber des Alter⸗ thumes ſind, nicht ohne Intereſſe ſeyn wird, Ver⸗ anlaſſung zu ernſten Betrachtungen zu finden, wollen wir hier die Reſultate zufälliger Ausgrabungen aus den letzten Jahren mittheilen, und nur das Wich⸗ tigſte dabei erwähnen, ohne unſere Leſer mit weit läufigen Hypotheſen und hiſtoriſchen Träumen zu ermüden, die uns hierher nicht zu gehören ſcheinen.

Als im Jahr 1828 das Fundament zu dem neuen Gefängniſſe Ces iſt eine Stelle, an der ſeit Jahrhunderten kein Haus ſtand) gelegt werden ſollte, ſtießen die Arbeiter auf altes Mauerwerk und ver ſchütteten Grund, was ſie nöthigte, in eine Tiefe von mehr als 15 Fuß hinab zu gehen, um feſten Boden zu erhalten. Dort fanden ſich die viereckigen Mauerreſte eines altes Gemaches und in denſelben mehrere faſt noch ganz wohl erhaltene Gefäße, die zwar nicht roͤmiſchen Urſprunges ſind, aber durch ihre Form verrathen, daß ſie ſehr frühen Jahrhun derten angehören.(Schreiber dieſes hat fuͤr Pflicht gehalten, ſie aufzubewahren.)

Etwas ſpäter kamen bei Planirung des noͤrd⸗ lichen Theiles des ehemaligen Stadtkirchhofes neben den Neſten von Gräbern nicht nur mehrere alte Münzen zu Tag, ſondern es fand ſich auch ein wohl erhaltener ſ. g. Donnerkeil, deſſen Verfer tigung Zeiten angehört, die lange vor den römiſchen liegen. Wie viel Aberglaube auf dem Lande, auch

wohl hier und da in Städten, über dieſe Donner⸗

keile noch herrſcht, iſt dem geneigten Leſer wohl