Ausgabe 
10.10.1835
 
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Erbauung einer anſtändigen Synagoge unuͤberſteig⸗ liche Hinderniſſe entgegen zu ſtellen. Doch dies ſchlug den Muth der Gemeinde nicht nieder. Ueber⸗ zeugt, daß, was man im Vertrauen auf Gott und zu ſeiner Ehre unternimmt, auch bey unzureichend ſcheinenden Kräften, dem beharrlichen Eifer zuletzt gelinge, machte ſie ſchon vor mehreren Jahren die Einrichtung, daß von jedem abgeſchloſſenen Handel eine gewiſſe, verhältnißmäßige Abgabe an den Fonds der zu erbauenden Synagoge entrichtet werden mußte, und ſann überhaupt auf jedes Mittel zu dieſem ihr ſo ſehr am Herzen liegenden Zwecke. War das Ergebniß dieſer Anſtalten auch nur gering und bei weitem nicht hinreichend zu dem beabſichtigten Zwecke, ein Grund war doch gelegt. Um die Erreichung ihres ſehnlichen Wunſches nicht in die ferne Zukunft gerückt zu ſehen, ſchritt die Gemeinde zu einer Ka⸗ pitalaufnahme, wozu ihr ein Menſchenfreund die hülfreiche Hand bot. Doch hiermit waren noch nicht alle Hinderniſſe beſeitigt; ein neues erhob ſich in der Abgeneigtheit der Handwerker, dieſen Bau zu über nehmen, und konnte erſt nach 3 Jahren durch die kräftigen Bemühungen der Vorſteher beſiegt wer⸗ den. Vorgeſtern wurde der Bau der neuen Syna⸗ goge vollendet, und geſtern war der Tag ihrer feyer⸗ lichen Einweihung.

Nachmittags um 2 Uhr verſammelte ſich die iſraelitiſche Gemeinde mit vielen ihrer Glaubensge⸗ noſſen der Umgegend zum letzten Male in dem alten Bethauſe, wo der dazu beauftragte Lehrer, Herr Stern aus Schweinsberg bei Marburg, zuerſt eine Rede in hebräiſcher Sprache hielt, das ſogenannte Minhagebet verrichtete und einige paßende Pſal⸗ men verlas, worauf die Thora aus der heiligen Lade genommen und von den aͤlteſten Gemeindegliedern herausgetragen wurde, wo der Zug nach der neuen Synagoge bald geordnet war und unter ſchöner Muſikbegleitung, paarweiſe, langſam und feyerlich ſich fortbewegte. In der neuen Synagoge ange⸗ kommen, wurden zuerſt einige Lieder in hebräiſcher und dann zwei in deutſcher Sprache von den dazu berufenen Sängern(Gebrüdern Stern aus Rhiena bei Hersfeld) vortrefllich abgeſungen; hierauf hielt der ſchon erwähnte Lehrer, Hr. Stern, eine ange⸗ meſſene Rede über 2 Moſ. 25. v. 8.(Und ſie ſol⸗ len mir ein Heiligthum machen, daß ich unter ihnen wohne), worin erdie Wichtigkeit und den hohen

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Werth eines Gotteshauſes/ klar und eindringend darſtellte. a 8

Ein herzliches Gebet zum Vater der Menſchen,

daß er dieſes Gotteshaus und alles, was in dem⸗ ſelben zur Bildung und Veredlung ſeiner Kinder werde vorgenommen werden, ſegnen und mit ſeinem Schutze über unſerm hochverehrten Regenten und ſeinem hohen Fuͤrſtenhauſe ferner walten möge, be⸗ ſchloß die religibſe Feyer dieſes Tages, worauf ſich die jüngeren Glieder der Gemeinde im Gaſthaäuſe zum Ritter den Freuden des Tanzes überließen. Wir können dieſen Bericht nicht ſchließen, ohne zu fragen, woher es doch kommen mag, daß die chriſtliche Gemeinde zu Niederweiſel, welche ſich im Beſitz ſehr anſehnlicher Allmenden, namentlich eines

Gemeindewaldes befindet, aus welchem jährlich viele

Tauſende in die Gemeindekaſſe fließen, ſchon ſo lange dem Mangel anſtändiger Schulgebäude müßig

zuſieht und ſich mit einem einzigen, noch dazu ſehr engen, elenden Schulhäuschen behilft? Liegt es an

ihren Vorſtehern oder in dem Mangel an Sinn fuͤr das Schulweſen? Möge ſie bedenken, daß die Worte des oben erwähnten TextesUnd ſie ſollen mir ein Heiligthum? machen, daß ich unter

ihnen wohne die allernächſte Anwendung auf

ihre Schulgebäude leidet. Doch wir hoffen, daß ſie ſich nicht länger von ihrer iſraelitiſchen Schwe⸗ ſter werde beſchämen laſſen, und daß ihr die Worte des Evangeliums auf morgen,(Luc. 17 im 16 u. 18 Verſe)Und das war ein Samariter; Hat ſich ſonſt keiner gefunden, der wieder um⸗

kehrte, und gäbe Gott die Ehre, denn die⸗

ſer Fremdling? heilſam aufs Herz fallen werden. Sollte ſie etwa ihre Schulden vorſchützen wollen und glauben, ein Schulbau überſteige ihre Kräfte, ſo verweiſen wir ſie auf das nahe gelegene Langenhain. Hier ſehe man das ſchöne neue Schul⸗ haus und überzeuge ſich, was auch eine arme Ge⸗ meinde zu leiſten vermag, wenn ſie Sinn für das Schul⸗ und Erziehungsweſen hat.

a a X. 3.

Aus der Wetterau.

Welcher Reiſende erinnert ſich nicht noch der läſtigen Bettler, welche ſonſt faſt bei jedem Dorfe den Reiſenden im Wagen und zu Fuß belagerten

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