Ausgabe 
10.10.1835
 
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Intelligenzblatt

für die

rovinz(Dberhes sen

im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.

WAI.

Sonnabend, den 10. Oktober

1835.

Ja zeige hiermit an, daß man auf das Intelligenzblatt für das mit dem 1. Oktober beginnende dier bei mir wie auch bei allen loͤbl. Poſtämtern noch abonniren kann. Der Betrag iſt 24 kr.

Ate Quartal ſowoh l Inſerate, welche nur

dann einer ſichern Aufnahme in derſelben Woche gewiß ſeyn können, wenn ich dieſelben längſtens Donnerſtag Nachmittag 3 Uhr in Händen habe, berechne ich die erſte Zeile zu 4 kr., die zweite zu 3 kr. und die dritte und jede folgende zu 2 kr.;

mit petitſchrift jedoch durchgehends zu 2 kr.

Friedberg den 30ten September 1835.

Carl Bindernagel.

Amtlicher Theil.

Der großherzoglich heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Friedberg an die großh. Buͤrgermeiſter des Kreiſes.

Betreffend: Die Eröffnung des Rekrutirungsraths für das Jahr 1835.

Nach einer Benachrichtigung des großh. Provinzialkommiſſairs der Provinz Oberheſſen finden die Sitzungen des Rekrutirungsraths dieſer Provinz auf den 15., 16., 17. und 19. Oktober J. J. zu Gießen

ſtatt.

Indem ich Sie hiervon benachrichtige und weiter auf den Inhalt meines Ausſchreibens vom 24. Oktbr.

v. J. in Nro. 44 des Intelligenzblattes gedachten Jahres verweiſe, bemerke ich zugleich, daß diejenigen, welche mit keinem genauen verſchloſſenen Signalement verſehen ſind, ohne weiteres von dem Rekrutirungs

rathe werden abgewieſen werden.

Ich fordere Sie auf, hiernach die erforderliche öffentliche Bekanntmachung in Ihren Gemeinden als

bald eintreten zu laſſen. Friedberg den 5 Oktober 1835.

Küchler.

Aus Niederweiſel den 19. September 1835.

Für den Menſchenfreund, der, engherzigem Re⸗ ligionshaſſe und Sectengeiſte fremd, ſich über Alles freuen kann, was Menſchen von einem hoheren Ge⸗ danken beſeelt, für das Höhere, für das Geiſtige und Sittliche thun und leiſten, fand geſtern hier ein recht erhebendes und erfreuliches Schauſpiel Statt.

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Schon ſeit vielen Jahren fühlte die hieſige zahlreiche iſraelitiſche Gemeinde das Bedürfniß eines anſtändigeren Locals zu ihrem öffentlichen Go tes⸗ dienſte. Das bisherige war eine enge, dumpfe Stube, die mehr einem Kerker, als einem Gottes- hauſe glich. Die gänzliche Armuth der meiſten Ge⸗ meindeglieder und die nur geringen Kräfte der etwas Bemittelteren ſchienen der ſchon längſt gewünſe ten

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