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meiner Kammer war, da dachte ich a an mein e einen Augenblick flsh 4 50 reden ö
weinen.. wenn ein Brief von ihnen gekommen war mit vielen
haus, und an meine Eltern und Geſchwiſter, und
Grüßen von den alten Schulfreunden und Nach⸗ barn, die mich noch lange nicht vergeſſen hatten und gerne einmal wieder ſehen möchten, da ſchlich ſich unvermerkt eine Thräne ins Auge, die ich ab⸗ wiſchte, und blickte zum Fenſter hinaus, wo der Mond ſchien, und freute mich ſeiner, weil ich dachte, er muͤſſe auch in meiner Heimath ſcheinen. Als ich zum erſten Mal das Welt-Meer rauſchen ſah vor meinen Füßen, da erinnerte ich mich wieder daran, was unſer alter Schulmeiſter von Sturm erzählt, und was er von dem Robinſon uns vor⸗
geleſen hatte, und eh ich michs verſah ſtellte ſich der Gedanke an meine ſchoͤne Jugendzeit ein und an die ſchönen Plätzchen, wo ich ſo oft als Knabe mit den andern Schulkindern geſpielt und geſcherzt hatte,
und wünſchte ſie einmal wiederſehen und ſprechen.
zu können. Wenn ich aber allein durch Feld und Wald zog, und hörte gegen Abend die Glocke vom benachbarten Dorfe herübertönen, ach! da klang mir's ſo ſüß in meinen Ohren, denn es kam mir vor, als ging ich in unſerm Felde, und hörte die Abendglocke unſeres Nachbardorfes. Da wurde mir das Herz ſo weich und die Bruſt ſo voll, daß ich mich um⸗ drehte, nud ſchaute uach der Gegend, wo meine Heimath war, die ich ſo lange, ach! ſo lange nicht geſehen hatte. Und die fremden großen Städte mit ihren hohen Thürmen wollten mich gar nicht mehr anſprechen, und die Tanzplätze dort behagten mir auch nicht mehr, und es zog mich zurück ins Vaterhaus, wie wenns mit Ketten zög.
Da kam ein Brief von meiner alten Mutter, der war mit Thränen benetzt, daß ich faſt nichts mehr leſen konnte, als die Worte:„O komme doch wieder zu uns!“
5 Nun mußt' ich aufbrechen, und ich lief ſo ſtark ich nur konnte, Tag und Nacht; denn vor mir zogs
gewaltig, und hinter mir drückte es noch gewaltiger,
und dauerte doch gar lange, bis ich zurück kam.
Endlich, endlich ſah ich wieder den Thurm meines Geburtsortes, den ich in ſechs Jahren nicht geſehen hatte. Er war lange nicht ſo hoch, als der Münſter zu Straßburg und der Stephansthurm zu Wien, und freute mich doch, als hing er voll Gold und Edelſteinen, und wär alles mein. Ich mußte
weil ſie jetzt auch groß war und eine hübſche Jung⸗
Andere kann 5 der geneigte Leſer hinzu denken
Als ſch aber erst ins Wool„ eg 7 5 Mutter ſich an mich hing und ſaluchte, und mein 1 5 Brüderchen kam, der unterdeſſen e ein großer Bruder geworden war, und meine Schweſter erſchien und ihre Freundin mitbrachte, die ganz roth wurde, a ich nun a
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frau, und Alle ſich zu mir drängten, mich küßten und drückten, da ſchien mir's faſt zu ſchwer, alle dieſe Schmerzensfreuden ertragen zu können. Ich konnte nicht lange bleiben, ſondern mußte ins Frei 1 hinaus, mich auszuweinen, und kam an den Kirch⸗ hof. Da fand ich das friſche Grab meines Va ters, auf dem knieete ich nieder und betete. Nimm N meine Thränen, ſagt ich, o mein Vater, und gieb mir deinen Segen aus dem Grabe hervor! Ich bin ein Mann geworden, und will werden, was du warſt, ein frommer, fleißiger und biederen Mann, daß du von oben herab freundlich auf mich bie e e herab blicken kannſt!⸗ lch, deh deſe in Wie war doch nun alles ſo neu und ſo ſchön orden, als ſie de um mich her! Jedes Plätzchen, wo ich geſpielt hatte, wocden d war mir theuer; jeder Raſen, auf dem ich als 1 b a ic in c Knabe geſeſſen hatte, kam mir vor, als wäre er i Sunne den von Sammet und Seide. O! ſagt' ich oft zu mei⸗ 18 meldet, dah nen Freunden und Verwandten, es gibt viele le ſchön 5 dern„für die Plätze auf Erden und ſtolze Städte in der Welt wen wire. und gute Freunde hier und dort, mit welchen ma F ſich erfreuen kann; aber es geht doch ni hinz nicht mehre über die Heimath. Ach! Heimath, Heimath, 0 doch auch not biſt du mir ſo lieb geworden und ſo ſchön und Das ist nun, theuer, ſeit ich die fremden Länder und die großen 70 id, ſchon die dt Städte ſah. Hier will ich bleiben.— Und ich blie b üben unſert; nun hier, und ſagte das der Freundinn meiner dab bar un ze
dingen Kind Schweſter, die war recht erfreut darüber.(Das Fame
Den Herrn g; dern einen fre fr ihre Gabe hint Ich werde gen mmen Schulkinde
1
zeichnetem ferner wieder eingegangen, 1) von B. 18 2 G. 33 S.
Summa 4 fl. 50
deren Empfang dankbar hiermit beſcheinigt wird. 5 Sodann ſind mir noch 3 fl. 6 kr. von Oſtheim mit
einem Schreiben zugekommen, das mir ein zu ſchönes Zei⸗


