Rosbach gelegenen Felde, das jetzo noch den Namen Galgenfeld führt. Uebrigens hat Rodheim nur ſelten dieſe ſeine Gerichtsbarkeit ausgeübt, zuletzt im Jahre 1583, in welchem ein gewiſſer Wendel Buch verbrannt wurde. Einige Jahre hierauf (1595) wurde nämlich Rodheim nebſt den übrigen Amtsorten von Stolberg an Hanau verkguft und der Sitz eines eigenen Amtes, wodurch die ohnedieß ſchon ſehr beſchränkten Rechte noch mehr geſchmälert wurden, da der Amtmann,(mit dem Titel Oberſchultheiß) den Vorſitz bei dem Gerichte erhielt, und bald nur noch bei Beſtrafung geringe⸗ rer Verbrechen die Schöffen zuzog. Aber auch ſelbſt dieſe hiernach verbliebenen wenigen Rechte wurden bald entzogen. Der Graf Moritz von Hanau ſtellte im Jahre 1630 einen beſonderen Landbereiter*) für das Amt, insbeſondere den Flecken Rodheim an, und übertrug demſelben die vorzügliche Leitung der Polizey, ſo daß auch ſelbſt in polizeylicher Hinſicht des Gerichts Befugniſſe beſchränkt waren. Moritzens Nachfolger endlich, Friederich Caſimir, entzog noch vollends die Strafbefugniß dem Gerichte. In ſeiner„Ortdnong des wolhergebrachten löblichen Gerichts des Fleckens Rodtheimb“ geſtattet er demſelben nur noch das „Streich geben mit Steinen, Kolben, Knittel, Hammer u. dgl.“„Schmähungen und Widerſetzlichkeit gegen die Obrigkeit mit der„höchſten Buß“(d. h. 10 fl.), „das Fangen frembder Tauben, vnnd Frevel bey nacht,“ ſo wie Beſchädigungen der Baume, und der Veſtung, als„Frevellbuß“(d. h. mit 2 ½ fl.) und das„Abzackern, und mit Fäuſten ſchlagen ꝛc.“ als „ſchlechte Buß“(d. h. mit 1 fl.) zu beſtrafen. Die ubrigen Verbrechen und Vergehen ſollten nach§. 1. der Ordnung„an vnßer gnedige Herrſchaft Gnade vnndt Ungnade verwieſſen werden.“ Später kam auch dieſe Gerechtigkeit in Abgang und das Gericht hatte nun noch, wie in der neueſten Zeit, die Feld⸗ frevel zu beſtrafen.““) 5
C.
Einige Bemerkungen uber den Kreis Friedberg und die Ergebniſſe der Verwaltung deſſelben ſeit der neuen Organiſation(1832).
(Fortſetzung.) Erwerbsquellen.
Die hauptſächlichſten Erwerbsquellen in dem Kreiſe Friedberg ſind Ackerbau, Viehzucht und Ge⸗ werbe. Alle dieſe Erwerbsquellen haben ſich ſeit inſender dieſes beſitzt deſſen Inſtruktion in Orginal. Sie iſt vom 1. Juny 1630 datirt.
) Wir erinnern hierbei unſere Leſer an das, was ſchon in früheren Nummern unſers Int. Bl., namentlich 41 und 44 dom Jahr 4834 über Rodheim mitgetheilt iſt.
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einzelnen Zweigen derſelben, hat in der Wetterau er⸗ freuliche Fortſchrutte gemacht. Wir verdanken den Erfolg zum größten Theile den Beſtrebungen dei
land wirthſchaftlichen Vereins und dem guten Bei⸗ Wer iſt nicht er⸗ freut, das Uebermaas der ohnedieß zum Nachtheile ſehr im Werthe geſunkenen Halmfrüchte durch den vortheilhaften Anbau von Oelfrüchten und Futterkräutern gemindert zu ſehen?
ſpiele verſtändiger Oekonomen.
des Landmannes ſo
Zur Mehrung und Beſſerung des Düngers haben
wir ferner viele verbeſſerte Dungſtättenanlagen und
Pfuhlpumpen entſtehen ſehen. Die Wieſencuͤltur iſt
vielfach gefordert worden, und es haben namentlich in Anſehung von 1217 Morgen Wieſen planmäſige
Verbeſſerungen ſtattgefunden. Zur höchſten Blüthe
iſt in der verfloſſenen Verwaltungsperiode die Obſt⸗ Nach glaubwürdiger Unter⸗ ſuchung ſind währenddem(d. i. ſeit 1832.) 4619
baumzucht gediehen.
Obſtbaume von Gemeinden, und 26654 von Privaten,
zuſammen 34,273 Stück neu verpflanzt worden. Zu wünſchen wäre nur, daß auch in Bezug auf die Behandlung, insbeſondere das Ausputzen der Obſt⸗ bäume, mehr Kenntniſſe unter dem Landmanne vert; breitet würden, wozu die Anlage von Muſterbaum⸗
ſchulen an den Seminarien und die Unterrichtung
der daſelbſt zu Schullehrern gebildeten Jünglinge in
der Obſtbaumzucht weſentlich beitragen würde. Rückſichtlich des Futterkräuterbaues bleibt hin
und wieder noch die Vernachläſſigung des Luzerne
Kleebaues zu deſideriren. Es iſt dies in einzelnen Gemeinden bei dem dießjährig ſtattgefundenen Fut⸗ termangel beſonders fühlbar geworden.
krautes in neuerer Zeit bedeutend vermehrt.
Mit der höheren Stufe der Acker- und Wieſen⸗
cultur in inniger Verbindung ſteht die geſteigerte Blüthe der Viehzucht in dem Kreiſe. 1
Eine Vergleichung der Viehſtauds-Tabellen vom Jahr 1832 mit derjenigen von 1834 ergiebt,
Schaafe 17282; Schweine 10557; Eſel 32); Bienenſtöcke 1328.
Für Veredlung der Rindviehrace iſt durch An⸗ ſchaffung guter Bullen faſt allerwärts Sorge ge⸗ tragen worden. 70 J
Im Jahr 1833 beſaß der Kreis, ſicherem Vernehmen nach, 33 Eſel; ſie haben ſich alſo verringert. A. d. Setz.
5
mehreren Jahren ausnehutend gehoben. Beſonders die Landwirthſchaft, ſowohl im Allgemeinen als in
Uebrigens hat ſich auch der Aubau dieſes trefflichen Futter⸗ ö
daß ſich der Viehſtand nicht unauſehnlich vermehrt 1 An Rindvieh ſtellt ſich ein Zuwachs von 500 und an Schweinen von nahe an 1500 Stück heraus.
Der Geſammrviehſtand am Schluße des Jahres 1834 beträgt: Pferde 2045; Fohlen 152; Bullen 448; Ochſen 966; Kühe 8930; Rinder 2437; Ziegen 1627
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