Ausgabe 
3.1.1835
 
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Got Almechtigem. Datum Engelthal Montags 2ten Februarii Ao ꝛc. 79. b Euer Strengkeit Ehrwillige Schutz vnd Schirmverwantin Pauline von Selbach, Abbatiſſin zue Engelthall.

Zur Beherzigung fuͤr alle Brunnenmacher.) Da ſich durch Unkenntniß oder Unvorſichtigkeit bei Reinigung von Bruunen hin und wieder Unglücks fälle ereignet haben, und erſt kürzlich in Nr. 242 d. Bl. eines ſolchen Falles erwähnt wurde, ſo ſieht ſich der Unterzeichnete veranlaßt, um ferneren Un⸗ fallen vorzubeugen, Folgendes bekannt zu machen. Iſt ein Brunnen lange Zeit über nicht gereinigt worden, oder hat man bei Anlegung arteſiſcher Brun nen längere Zeit in einem tiefen Schacht zu arbeiten,

ſo kann es vorkommen, daß ſich nach und nach koh

lenſaures Gas(böſes Wetter) in demſelben anſam melt und immer ſtärker anhäuft, wie dieß bei ge wöhnlichen Pumpbrunnenſchachten eben keine ſeltene Erſcheinung iſt. Dieſes Gas iſt ſpezifiſch ſchwerer als die atmosphäriſche Luft, lagert ſich alſo haupt⸗ ſaͤchlich gegen unten, hat einen ſtechenden Geruch und erloͤſcht die Flamme und das Leben. Hat es ſich im Schachte noch nicht ſtark angehäuft, ſo bringt es weder tödtliche Wirkung hervor, noch er liſcht es ein Licht, ſondern es verurſacht nur Be täubung und Beengung auf der Bruſt, und ein Licht brennt nicht mehr ſo helle in demſelben; hat man aber eine ſolche Erſcheinung wahrgenommen, ſo iſt es hohe Zeit, dieſes ſchädliche Gas aus dem Schachte zu entfernen, was auf folgende einfache und wohl feile Weiſe) bewerkſtelliget wird: man tauche meh rere Reiſerbündel in eine etwas dickflüſſige Kalk brühe(ein Gemiſch von Waſſer mit gewöhnlichem friſch geloͤſchtem Kalke, wie man ihn zum Mortel verwendet) laſſe ſelbige, an Stricke gebunden, in den Schacht hinab, ziehe ſie einige Fuß in die Höhe, laſſe ſie wieder tiefer ſinken und fahre mit dieſer Bewegung etwa 5 Minuten lang fort; alsdann ziehe man die Reiſerbündel ganz aus dem Schachte heraus,

) Aus Nro. 250 der Großherzoglich Heſſiſchen Zeitung.

**) Bei weitem vorzuziehen der unſicheren und zeitrauben den Verfahrungsart, die böſen Wetter durch Feuer, Schießpulver, Lufteinpumpen ꝛc. zu vertreiben.

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tauche ſie aufs Neue in die Kallbrühe, laſſe ſie wieder in den Schacht ein, verfahre wie eben gezeigt worden, und ſetze dieſe Operation 1 bis 2 Stunden, überhaupt ſo lange fort, bis das ſchädliche Gas ganz aus dem Schachte entfernt iſt, was man daran erkennt, wenn ein eingelaſſenes Licht wieder helle in demſelben brennt. Aus dem been Geſagten, von deſſen zuverlaſſiger Zweckmäßigkeit ſich Unter zeichneter ſowohl bei Anlegung arteſiſcher Brunnen, als bei Reinigung gewöhnlicher Pumpbrunnen⸗Schach⸗ te oft zu überzeugen Gelegenheit hatte, geht wohl von ſelbſt hervor, daß die Vorſicht gebietet, bei Rei⸗ nigung eines jeden Brunnens, vor Allem und ehe ein Menſch den Schacht befährt, ein Licht in denſelben einzulaſſen und deſſen Verhalten genau zu beobachten; findet man nämlich, daß dieſes Licht mit Zunahme der Tiefe des Schachtes immer weni⸗ ger helle brennt, und, wie gewohnlich, in der Nähe der Schachtſohle ganz erliſcht, ſo muß vor Allem das böſe Wetter auf die angegebene Art herausge ſchafft werden, um vor Lebensgefahren geſchützt zu ſeyn, und dann erſt kann der Schacht mit Sicherheit befahren und gereinigt werden: Der auf einem che⸗ miſchen Prozeſſe beruhende Grund dieſes Verfahrens läßt ſich folgendermaßen kurz angeben: ätzende Ka⸗ lien ſaugen dieſes Gas vollkommen ein, verlieren ihre ätzenden Eigenſchaften, werden kohlenſauer und loſen ſich daun mit Aufbrauſen in anderen Säuren auf. Durch Kalkwaſſer(auch Kalilauge könnte ver wendet werden) kann man Schachten die Kohlenſäure entziehen, denn es wird daraus kohlenſaurer Kalk gebildet, was er vor dem Brennen und Löſchen war. S. Seite 70 bis 73 des von meinem Vater, königl. würtemb. Kreisbaurath von Bruckmann, und mir herausgegebenen Werkes:Vollſtändige Anleitung zur Anlage, Fertigung und neueren Nutzanwendung der gebohrten oder ſogenannten arteſiſchen Brunnen. Heilbronn, bei J. D. Claß 1833.

Darmſtadt, den 8. Septbr. 1834.

Eduard Bruckmann, Archikekt und Brunnenbohrmeiſter. Lotterie Unfug.

Es iſt in Nro. 6 des Intelligenzblattes von 1834 das Publikum vor den laͤſtigen Lotterie-Händ lern, welche namentlich von Frankfurt aus ihr We⸗ ſen mit Zuſendungen unverlangter Looſe zum Spie