Ein Morgen mit Magſaamen bepflanzt, er⸗ trägt gut 2 Malter 3 Sr., im Geldanſchlag pr.
Mltr. 16 fl. 44 fl.— kr. Die Stengel 1% 30„ Summe 4s fl. 30 kr. Hiervon ab: Ackerlohn und Ausſaat. 2 fl. 20 kr.
Koſten für's Hacken u. Schneiden 4% 48,
7„ 8
Bleibt rein 38 fl. 22 kr.
Nun noch einige Worte über die Behandlung des Mohnbaues ſelbſt.
Der Acker, auf welchen Mohn gepflanzt wer⸗ den ſoll, muß von Unkraut rein ſeyn und friſch gedüngt werden, am beßten gedeiht er auf einem vorher mit Kartoffeln beſtellten Acker. Naſſes Feld kann er durchaus nicht vertragen. Ende März ge— ſchieht die Ausſaat, etwa wie der Kleeſaamen ge⸗ ſuͤet wird, man bedarf auf einen Morgen 15 bis 18 Eßlöffel voll Saamen. Wenn die Pflanzen auf 4 und 6 Blätter ſtehen wird er zum erſtenmal ge⸗ hackt und ſo dünn geſtellt, daß man mit der Hacke zwiſchen den einzelnen Stöcken bequem durch kann. Am beßten wird das Hacken beim trocknen Wetter vorgenommen, damit das Unkraut recht verdirbt. Das zweite Hacken geſchieht wann die Knöpfe heraus— treiben wollen. Die Pflanzen werden etwa/ Fuß von einander geſtellt. Vor dem zweiten Hacken wer⸗ den Wicken, etwa 5 Kumpf auf den Morgen, dünn geſäet und mit untergehackt. Dieſe Wicken werden, wenn das Feld für's nächſte Jahr zurecht gemacht wird, als grüner Dünger mit untergeackert und geben dem Acker wieder die Productionskraft, welche der Magſaamen conſumirt hat.
Wenn die Zeit der Reife gekommen iſt, wird der Mohn mit offnen Köpfen unten am Stengel mit ſcharfer Sichel abgeſchnitten, auf ein auf dem Acker ausgebreitetes großes Tuch gelegt und dort gleich ausgeſchüttelt, dann in Bündel gebunden und dieſe bleiben ſtehen, bis die beim erſten Ausklopfen noch nicht ganz reifen Köpfe gereift ſind und ganz ausgeſchüttelt werden können. Die Schnitter und Träger müſſen die Stengel ſtets aufrecht halten, damit der Saamen nicht ausfällt.
Der Mohn mit offnen Köpfen iſt einträglicher, wie der mit geſchloſſenen, und wenn zur Zeit der
Reife nicht ſehr ſtürmiſches Wetter eintritt, fällt der Saamen nicht aus, weil die Köpfe oben etwas gewölbt ſind; das Einerndten iſt auch nicht ſo koſt⸗ ſpielig, wie beim geſchloſſenen, wo jeder Kopf ab⸗ und aufgeſchnitten werden muß.
Der ſogenannte Erdfloh bringt dem Mohn häufig Schaden, man muß daher, ſobald ſich dieſer Gaſt einfindet, die bekannten Mittel gegen denſelben anwenden, oder auch ſchon vorher Vorkehrung treffen.
Mancher Landwirth wird mir einwenden, er müſſe Stroh zum Streuen für's Vieh haben u. ſ. w. Dieſe Einwendungen beſeitigen ſich dadurch, daß der Mohn, wie oben angeführt, in der Regel ins Brachfeld gepflanzt wird, wo ohnehin kein Getreide gezogen wird. Wenn nur jeder Landwirth ſeinen eignen Oelbedarf und noch einiges mehr pflanzt, wird im Ganzen ſchon viel gewonnen. Mehrere Oekonomen, mit denen ich über dieſen Gegenſtand Unterredungen hatte, haben ſich entſchloſſen, mit dem Mohnbau in dieſem Jahr eine Probe zu ma— chen. Das Reſultat bitte ich mir zur weiteren Veröffentlichung mitzutheilen.
Cameſaska.
Bekanntmachungen.
Ein a d un g.
(144) Montag den 31. März, am zweiten Oſter⸗ feiertage, wird am Mineralbrunnen bei Groß⸗ karben meine diesjährige Gartenwirthſchaft mit Harmonie- und Tanzmuſik ihren Anfang nehmen. Ich ſchmeichle mir, daß die ſchöne Lage des Brun— nens, die wohlgeordneten Promenaden und freund— lichen Anlagen meinen verehrlichen Gönnern dieſen Sommer viele vergnügte Stunden gewähren wird. Auch werde ich nicht verfehlen durch gute und billige Bedienung dem Wunſche meiner geehrten Gäſte zu entſprechen. G. Havenecker.
(154) Montag den 7. April, Nachmittags um 2 Uhr, ſoll in hieſigem Rathhauſe die Hoſpitalkirche, in welcher gegenwärtig eine Spiritusfabrik befind— lich iſt, neben Herrn Heinrich Salzmann in der Vorſtadt, nächſt der Uſa gelegen, ſammt Gärtchen, dem noch von dem Hofraum 12 Ruthen 13 Fuß zugegeben wird, nebſt der Mauer nach der Uſa zu, ſo daß der ganze Flächengehalt 70 Ruthen Ortsmaas beträgt, ohne den Schoppen und ein Stück Blanke; die Kirche aber, mit ihren Einrichtungen, wie ſie da ſteht, mit Ausnahme der Diſtillir⸗Apparate
und ige


