Ausgabe 
26.7.1834
 
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deutendſten. Wir erlauben uns, den Leſern Eini⸗ ges uͤber daſſelbe hier mitzutheilen.

Schon der Name deutet auf eine alte Nieder⸗ laſſung, und daß dieſe von den Römern ausgieng, leidet wohl keinen Zweifel. Nicht nur finden ſich zuweilen in der Gegend römiſche Münzen,(Schrei ber dieſes beſitzt ſelbſt einige bei Altenſtadt auf gefundene und unter Andern eine Silbermünze von Trajan) ſondern es wurde auch daſelbſt im Jahr 1603, in einer Tiefe von 36 Fuß ein Stein auf⸗ gegraben, der eine unverſehrte roͤmiſche Inſchrift trägt). Eben ſo mag der ſüdlich von Alten ſtadt nach Bruchköbel führende Graben eine romiſche Befeſtigung geweſen ſeyn.

Der Ort Altenſtadt in der Wetterau(villa Aldenstat in pago Wetdereiba), an deſſen Brücke der alte büdinger Reichsforſt endete, kommt ſchon im 15ten Jahr der Regierung des Koͤnigs Pipin, alſo 767, urkundlich vor. Eben ſo wird die Mark Altenſtadt(aldenstater marca) mehr⸗ mals in den Zeiten Karls des Großen genannt, und zwar ſo, daß das Kloſter Lorſch einige Ver⸗ mächtniſſe daraus erhält. 7500

Wie und wann der Ort, deſſen auch in Ur kunden des dreizehnten Jahrhunderts einigemal Er⸗ wähnung geſchieht, mit den übrigen Beſitzungen der Grafſchaft Kaichen an die Burg Friedberg kam, darüber fehlen uns genauere Nachrichten. Schul theiß und Beiſitzer des Gerichts zu Kaichen kommen 1293 vor, und wird u. A. dabei ein Friedrich von Altenſtatt als ſolcher Beiſitzer genannt. Eben derſelbe kommt als Zeuge in einer Urkunde von 1266 vor.*) Das Weisthum der altenſtädter Mark von 1485 f) hat uns weiland unſer gelehr ter Landsmann Schazmann mitgetheilt. Unter Andern iſt darin beſtimmt, daß die Cülner (Töpfer) nicht mehr als dreizehnmal jährlich bren⸗ ) Die Nachricht hierüber nebſt der vollſtaͤndigen Inſchrift befindet ſich in Roth's und Schazmann's Beiträgen für die Geſchichte der Wetterau tes Heft(mehr erſchien nicht) S. 42, worauf wir die Liebhaber verweiſen.

) Codex Lauresham. T. II, p. 617, 642. ed. Mannhem. *) Würdtwein dioc. Mog. III, 231.

) Schazmann(wenn wir nicht irren, Vater des Herrn Hofrath Schazmann zu Darmſtadt) diss. de Jure et Judiciis Marcarum sive: von Marken und Märker⸗ gedingen in der Wetterau. Göttingen 1746 Nro. 2.

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nen, und ihr Geſchirr zuvor in den Ortſchaften der Mark feil bieten ſollen, ehe ſie es anderwärts ver kaufen. Der Ausmärker, welcher der Mark Scha⸗ den thut, ſoll Leib und Gut verloren, der Inmär⸗ ker aber ſeinen Leib nicht verfahren haben. Wenn aber einen fremden Mann in der Mark die Nacht überfällt, ſo darf er daſelbſt ſeine Nachtruhe neh men, auch ſein Vieh auf die gemeine Weide trei ben. Die Beſtellung der Mark mit Markmeiſtern, Foͤrſtern und Gebern, ſo wie das Halten des Mäͤr⸗ kergedings darf nirgends anders ſeyn, als unter der Linden zu Altenſtadt.

Wegen der Jagd in dieſer Mark fanden früher vielfache Streitigkeiten ſtatt, indem theils die Herrn von Lindheim, bald die von Stockheim dieſelbe ſich anmaßen, theils die Herren von Iſenburg ihre Rechte dabei erweitern wollten. Als der dreißigjährige Krieg die Markbewohner um das Ih⸗ rige gebracht, erlaubte ihnen die Burg 1638, ſechs Huben Ackerland von der Mark an den heſſen⸗ darmſtädtiſchen Obriſten Wolff von Todten warth zu verkaufen.)

Ueber die kirchlichen Verhältniſſe von Alten ſtadt können wir Folgendes mittheilen. Im Jahr 1297 ſchenkte Erwin der Jüngere, genannt Cranich(er heißt anderwärtsvon Cransberg d. i. Krauichsberg) und ſeine Gemahlin Lu c gardis das Patronat der Kirche zu Rodenbach dem Kloſter Engelthal. Dieſes Rodenbach hatte urſprünglich die Pfarrkirche, ſo daß Lind⸗ heim und Altenſtadt als Filiale derſelben von dem Pleban daſelbſt verſehen wurden. Dies iſt die Urſache, warum noch jetzt bei der Pfarrei von Altenſtadt kein eigenthümliches Pfarrhaus iſt.

Der Kirchthurm iſt indeſſen ein altes Gebäude, und der Umſtand, daß er mit vier Zinuen und Schießſcharten verſehen iſt, deutet entweder auf eine urſprünglich fremdartige Beſtimmung, als Feſtungsthurm, oder man benutzte, wie auch an andern Orten der Fall war, den Kirchthurm ſelbſt als Vertheidigungsſtätte für Fälle der Noth. Ueber die Erbauung der jetzigen Kirche giebt uns eine inwendig oben an der Wand befindliche Inſchrift,

) Mader ſichere Nachrichten von Friedberg. Th. III. S. 227. Dieſer Wolff von Todtenwarth iſt derſelbe, welcher als Geſandter für Heſſen⸗Darmſtadt an dem weſtphäliſchen Frieden arbeitete. f

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