Ausgabe 
26.4.1834
 
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Und weiter:Was Ein Laſter verzehrt, wuͤrde zwei Kinder in die Höhe bringen. Ihr mögt wohl den ken, daß ein wenig Thee oder Wein dann und wann, ein etwas theurerer Tiſch, etwas feinere Kleider, dann und wann eine kleine Geſellſchaft Kleinigkeiten wären; aber bedenke:Viele Körner machen einen Haufen. Hüte dich vor kleinen Aus gaben;Ein kleines Loch verſenkt ein großes Schiff /, wie der arme Richard ſagt; und wieder:Wer gerne Leckerbiſſen ißt, wird ein Bettler werden, und weiter:Die Narren bereiten Gaſtmahler und die Weiſen genießen ſie.

Ihr ſeid alle hierher zu dieſer Verſteigerung von Putz- und Flitterwaaren zuſammen gekommen; ihr nennt ſie Güter; aber, wenn ihr Euch nicht in Acht nehmet, werden ſie Uebel werden für Einige von Euch. Ihr erwartet, daß ſie wohlfeil verkauft werden, und vielleicht gehen ſie unter dem Preiſe weg; aber wenn ihr ſie nicht nöthig habt, ſind ſie doch theuer für Euch. Erinnert Euch, was der arme Richard ſagt:Kaufe, was du nicht nöthig haſt, und in Kurzem wirſt du das Nothwendige verkaufen; und weiter:Bei einem Spottpreis be ſinne dich ein Weilchen; er meint, daß die Wohl feilheit nur ſcheinbar, nicht wirklich iſt, oder daß der Kauf, indem er dich in deinem Geſchäfte ein ſchränkt, dir mehr Nachtheil als Vortheil bringen möge. Denn in einer andern Stelle ſagt er:Viele

ſind durch wohlfeiles Kaufen zu Grund gerichtet

worden. Weiter:Es iſt thöricht, Geld auszu⸗ legen, um ſich Reue zu erkaufen, und doch begeht man täglich dieſe Thorheit auf Verſteigerungen, weil man nicht an dieſen Kalender denkt. Mancher geht des Putzes willen mit hungerigem Magen und läßt ſeine Familie darben;Seide und Atlas, Sammet und Damaſt loͤſchen das Küchenfeuer aus, wie der arme Richard ſagt;dieß ſind keine Lebens bedürfniſſe, ſie ſind kaum Bequemlichkeiten zu nen⸗ nen, und doch trachten ſo viele darnach, blos weil ſie ſchön ausſehen.) Durch dieſe und andere Thorheiten ſtürzen ſich die Wohlhabenden in Armuth und müſſen von denen borgen, welche ſie früher verachteten, die aber durch Fleiß und Mäßigkeit ihren Stand erhalten haben; in einem ſolchen Falle zeigt es ſich klar, daßein Bauer auf ſeinen Füßen höher iſt, als ein Edelmann auf ſeinen Knieen, wie der arme Richard ſagt. Vielleicht haben ſie

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ein kleines Erbgut beſeſſen, das ſie nicht zu erwer⸗

ben gewußt hätten; ſie denken:Es iſt Tag und

wird nie Nacht werden;daß eine kleine Ausgabe 5 9

von ſo Vielem nicht der Rede werth wäre;aber wenn man immer aus dem Mehlkaſten nimmt und nie hinein ſchüttet, kommt man bald auf den Boden/ wie der arme Richard ſagt, und weiter:Wenn

die Quelle trocken iſt, erkennt man den Werth des

Waſſers; aber ſie hatten es vorher wiſſen können, wenn ſie ſeinen Rath befolgt hätten.Wenn du den Werth des Geldes kennen lernen willſt, ſo geh nur und borge; denn Borgen macht Sorgen, wie der arme Richard ſagt; ſelbſt dem, der verborgt, wenn er es wieder haben will. Der arme Richard belehrt ferner, indem er ſagt: Thorichte Putzliebe iſt wahrlich ein wahrer Fluch;ehe du deine Laune fragſt, frage erſt deine Börſe. Und wieder:Der Stolz iſt ein eben ſo lauter Bettler, als der Man gel und weit trotziger. Wenn ihr eine ſchöne Sache gekauft habt, ſo müßt ihr noch zehn dazu kaufen, damit Eure Kleidung übereinſtimmend iſt; aber der arme Richard ſagt:Es iſt leichter, die erſte Be gierde zu unterdrücken, als alle folgenden zu be friedigen, und es iſt eben ſo gewiß bei den Armen Thorheit, den Reichen nachzuäffen, als bei dem Froſch, ſich aufzublähen, um dem Ochſen gleich zu kommen;Große Schiffe mögen weit ſich wagen, doch kleine Böte ſollten nah am Ufer bleiben. Es iſt indeſſen eine ſchnell beſtrafte Thorheit; denn der arme Richard ſagt:Stolz, der mit Eitelkeit zu Mittag ſpeist, ſpeist zu Nacht mit Verachtung der Stolz frühſtückte mit Ueberfluß, ſpeiste mit der Armuth zu Mittag und zu Abend mit Schande. Und nach Allem, welchen Vortheil bringt dieſe koſt bare Kleidung, für die man ſo vieles wagt, ſo vieles leidet? Sie kann die Geſundheit nicht för dern, noch Schmerzen vermindern; ſie vergrößert nicht das Verdienſt der Perſon, erzeugt Neid und beſchleunigt den Fall.

Welche Tollheit iſt es aber, ſich um ſolcher überflüſſigen Dinge willen in Schulden zu ſtürzen? Man bietet uns unter den Kaufbedingungen einen halbjährigen Kredit, und dieſes hat vielleicht manche von uns veranlaßt, hierher zu kommen, weil wir das Geld nicht gerade vorräthig haben, und nun ohne daſſelbe geputzt zu ſeyn hoffen. Aber, ach! bedenkt, was ihr thut, wenn ihr Euch in Schulden

kennt; Fteihe zahlen Euer! wenn. erbar und i ni Das Nach über den ler; fp um und Beute

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25. zo ſiſ allen