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welchem Grunde, einen auffallenden Zuſtand; es fand die neue Anſtalt keinen Anklang in der Ge— meinde und man ſpielte der Pumpe ſammt dem Brunnen allerlei Tort und Schabernack. Die Pumpe wurde unbrauchbar; es gingen allerlei Gerüchte von Verunreinigung des Brunnens; die Hitze war groß, die Ernte völlig vorhanden, der Durſt und die Sehnſucht nach dem gewohnten Waſſer aufs Hoͤchſte geſtiegen. Da ließ der großh. Bürgermei— ſter die Pumpe reſtauriren, den Brunnen ausfegen und als Tags darauf der Pumpenmacher hinunter ſtieg, um den Pumpenſtock feſtzubinden, wurde er betäubt. Es gab Lärm; man eilte zur Rettung. Philipp Becker ſtieg hinunter, blieb dabei liegen; Friedrich Jordan eilte nach, theilte gleiches Loos; und zuletzt war es der Ortsdiener Joſt, welchem das Schlimmſte beſchieden war. Weil die ganze Pumpanſtalt nicht populär werden konnte, gab es nun derbe Stimmen, Weinen, Verwün⸗ ſchungen und Hülferuf. Die drei erſten Männer wurden gerettet; der Ortsdiener aber, vom ganzen Orte beweint, konnte, aller ärztlichen Hülfe unge- achtet, nicht mehr ins Leben zurückgerufen werden.
Anerkennung dem edlen Beſtreben, unter eigener Lebensgefahr Unglücklichen zur Rettung zu eilen! Aber zu tadeln iſt in dieſem Falle, daß man nicht den Stickſtoff zuvor verbrannte, ehe man den Drit— ten und Vierten hinunterließ, oder daß man nicht auf ſonſtige Rettung der drei Erſteren dachte. Möchte es allen Brunnen⸗, Winkeln- und Ziſternen⸗ Fegern zur Regel dienen, vorſichtig und nur mit einer Fackel in den erſtickenden Dunſt zu ſteigen. Möchte aber auch die Ortsbehörde nun, da die Pumpe wieder entfernt, und der Brunnen in ſeine alte Lage zurückgeführt wurde, darauf ſinnen, wie ſie dieſem einen Abfluß verſchaffe, oder wie zeit⸗ lich die oben darauf ſchwimmende Unreinlichkeit weg⸗ geſchöpft werde.—
Am dritten Auguſt, Sonntags Morgens, als die Einwohner Holzhauſens ſich zum Kirchgang ſchickten, rollte ein ſchweres Gewitter unheilſchwan⸗ ger über ihre Häupter weg, und der Blitz ſchlug in die— mit Früchten angefüllten Scheuern des Müllers Vorbach, des Vaters, vulgo Dickmüllers, und zündete. Etwas weit von Holzhauſen und eben ſo weit von Köppern und Friedrichsdorf entfernt, lam die ganze Mühle in Gefahr, vom ſchnell über⸗
handnehmenden Feuer verzehret zu werden. Aber der höchſtrühmlichen Anſtrengung ſämmtlicher Holz⸗ hauſer gelang es, das Wohnhaus, einen Schoppen und die Schweinſtälle zu retten. Lob den holzhauſer Frauen, die unter dem furchtbarſten Regenwetter in den Erlenbach ſich ſtellten, ihn ſchwellten, und ſich bis zur Ohnmacht anſtrengten.
Hier entſteht in mir unwillkührlich die Frage: warum ſich ſo reiche Müller noch keine Wetter— ableiter, noch keine Haus- oder Handſpritze ange— ſchafft haben? Beide Stücke werden von der Einſam— keit der Lage ihrer Mühlen bedingt, und ihr Nutzen iſt allgemein bewährt. Es wundert mich, daß die weiſe Regierung die Anſchaffung von Handſpritzen den Muͤllern noch nicht befohlen hat; denn das Geſetz iſt eine gar gute Krücke des hintennachhinken⸗ den Verſtandes. Zum Schluſſe dem Volke die Bitte noch: ja nicht zu glauben, alle Blitze, die zünden,
ſeyen Gottes Racheblitze; denn unſer Gott ſtraft
nur, welche er liebt, und er ſchlägt jedes Kind, deſſen er ſich annimmt.
Holzhauſen den 17. Auguſt 1834. Helferich, Pfr.
Aus der Wetterau.
Am 20. d. M. wurde der Geburtstag unſeres allverehrten Kurprinzen-Mitregenten feierlichſt be— gangen. Die Schultheißen, Pfarrherren, Beamten und Bürgergardenoffiziere des kleinen,(aber geſegne— ten) ganz vom darmſtädt'ſchen Gebiete umſchloſſenen, kurheſſiſchen Amtes Dorheim verſammelten ſich— zwanzig an der Zahl— auf dem Teichhaus bei Nauheim zu einem feſtlichen Mittagmahle, wo, bei dem Donner der Böller und dem Schmettern der Drommeten, die Geſundheiten des Kurfuͤrſten, des Kurprinzen⸗Mitregenten und der Kurfürſtin, unter Begleitung ſinniger Reden— ausgebracht wurden. Anſtändige Fröhlichkeit herrſchte, aber auch nicht das kleinſte Zerwürfniß ſtörte die allgemeine Freude. Spät Abends erſt trennte ſich die heitere Verſamm⸗ lung. 8
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