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im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.
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Sonnabend, den 23. Auguſt
1834.
234. ö Ereigniſſe in Holzhauſen. Wir Alles zum Beßten ausleget, der macht ſich viel
Feunde, und wer das Beßte zur Sache redet, von dem det män wiederum das Beßte. Jeſ. Sir. 6, 5.
Für Holzhauſen war der Monat Juli bis zum 3 Alutzuſt die Schreckenszeit, indem ſich unter den eſang der ſcherzenden Schnitter ſchauerlicher Hülfe— uf und unter des Landmanns Freude über geſegnete FTuren Thränen und Angſtgeſtöhn mengte. Ein fendermord rief zuerſt das Volk auf die Gaſſen urd anfängliche Dunkelheit über der That gab man— derlei Vermuthungen Stoff. Jedoch die Sache ſtellte ſih rein heraus als wahr; ja wer ſollte es glauben, de That enthüllte ſich vor der Sonne des Gerichts uch ſcheußlicher! Ein altes Weib hat die unver⸗ nünftige Tochter zur Verheimlichung der Schwanger— haft verleitet, den ſchönen Enkel geholt, zertreten, aͤdroſſelt, unter die beim Flachsbrechen entſtehenden fälle verſteckt und das Meſſer erwählt, mit wel— dem ſie den getödteten Enkel in Stücke zerlegen und dann ihn Stückweiſe in der Taſche aufs Feld ur Beerdigung tragen will. Welche Verläugnung ines natürlichen Menſchengefühls! Welche Verläug— nung des Gewiſſens und des großmütterlichen Her— ens! Pflegen doch Großeltern ihre Enkel mehr ann ihre eigenen Kinder zu herzen! Erwacht doch dus Gewiſſen, um ſein angeſtammtes Recht geltend u machen, heftiger in aller Menſchen Herzen, wenn ſe mit unglaublichem Kaltſinn Höllenpläne ſchmieden! Welcher Kampf muß vorher gehen, welche unmenſch— che Entſchließung muß feſtgeſtellt werden, bis die
Großmutter ihren Enkel mordet! Aber beſcheidet euch, verehrliche Leſer! das Verdammungsurtheil über die Schuldige zu fällen. Laßt uns vielmehr erkennen, wie tief die Menſchheit von ihrem göttli⸗ chen Naturzuſtande geſunken ſey, und welche ſchänd— liche Thaten da erſcheinen müſſen, wo nicht Gottes- furcht der Weisheit Anfang iſt.
Kaum hatte ſich das Volk aus dem Schrecken gefunden und die weibliche Jugend manch ſchöne Bemerkung ſich im Stillen notirt, als von Neuem ſich ganz anderer Urſache wegen ein Schrecken ver— breitete. Holzhauſen liegt, wie bekannt, auf einer Anhöhe, und hat darum ſehr tiefe Brunnen, welche außer der Beſchwerlichkeit, daraus zu ſchöpfen, noch untrinkbares Waſſer darbieten. Aber zunächſt in der Tiefe, hinter der ſogenannten Bornmühle, ſpru— delt uns eine herrliche Sauerquelle, ohne welche nicht gut hier zu hauſen wäre. Dieſe Quelle iſt, wie viele andere Quellen unſerer geſegneten Wetterau, gefaſſet; aber es iſt ihr noch nicht geſtattet worden, daß ſie auch, wie ihre Schweſtern, einen Abfluß habe. Die Schwere des Waſſers bändigt der Quelle Wucht, und ſo muß ſie halb in der Geburt erſticken oder zurückkehren in der Mutter Erde unbethautes Eingeweide. Daß die Quelle manchen unappetitli⸗ chen Verunglimpfungen ausgeſetzt ſey, läßt ſich wohl denken, weil gewöhnlich die Kinder das Waſſer zu holen beauftragt werden. Daraus mag der großh. Bürgermeiſter Ohly Veranlaſſung genommen haben, dieſen Brunnen mit einer Pumpe verſehen, und den hervorragenden Stock derſelben übermauern zu laſſen. Das Waſſer erhielt nun, gleichviel aus


