Ausgabe 
22.11.1834
 
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in Hoffnung hatten zu erben, als ſie verlohren hat ten. Da rüſtete ſich jederman zur Erndte, die er⸗ erbte Früchte einzuthun, deren dann der gantze Rocken⸗ Fluhr durchaus reichlich voll war, als lang nicht geſehen, und daher noch die groſſe Erndte genennet wird. Aber die Hoffnung war vergebens, GOtt wolte uns durch unſerer Nachbaren und Freunde Schaden nicht reich machen, darum verhängte GOtt, daß eben zur Erndte⸗Zeit der Kayſerl. General Gallas plötzlich in dis Land zwiſchen Mayn und Rhein einfiel, übers gantze Land ſich ausbreitete, alle Früchte, die dann meiſtentheils gebunden, aber wegen Mangel der Pferde nicht können eingebracht werden, aufm Feld und in Dörffern ausdreſchen, und was er nicht ſelbſten zu brauchen, an Mayn⸗ und Rhein-Städte verkauffen, und ſo rein Arbeit machen ließ, daß in wenig Tagen, zumahl im Lande, keine Frucht mehr zu bekommen ware. Darauf fol gete eine ſehr groſſe Theurung: 1. Malter Korn golte 15. bis 18. fl. 1. Fuder Wein 130. fl. 1. Sim⸗ mern Saltz 10. fl. 20. alb. 1. Kompff Hotzeln 22. IB. A ef. 1 e bis 6. Ib Huhn 2. fl. 1. Maaß Butter 4. fl. als ich(Pfr. Minck) ſelbſten deſſen bezahlt. 5

Auf ſolche Theurung folgte auch groſſe Hungers Noth, die von an. 1635. bis an. 38. inclusive ge⸗ währt, jedoch waren die 2. erſte Jahre klemmer als die 2. letzte. Es trieb der Hunger die Leute ſo hart, daß ſie die Schind⸗Aaß wegfraſſen, wo ſie dieſelbe auch antreffen konten, als ich denn gar viel mit meinen Augen geſehen, ſie kamen denſelben wohl eine gantze Meil nachgelauffen, und zanckten ſich noch wohl darzu ums Aaß. Zu Haußen ſtarb Hanß Schwöffel eine Kuhe, ſo auf dem Pflaſter todt lag, hinter der war ſo bald her Hauß Müller von Wer⸗ ſaw, macht den Anfang mit ſchlachten, in einem Huy war alles weg, wie denn auch eben dieſer von Hauß Simon zu Werſau angeklagt worden, ob hätte er ihm ſein Pferd auf der Weyde geſchlachtet. Mir ſtarb auch ein Pferd, daſſelbige war in einem halben Tag ſchnell weg, zuletzt kam Adam Trinckaus von Werſau ſamt ſeiner Mutter mit einer Kätze und Sack, vermeinte ſich zu beladen, weil nun die beſte Brocken weg, verſchmähete er die uͤberbliebene Kno then nicht, klaubete alles genau zuſammen, und dazu brauchte er ein Beil, Meſſer und Wetzſtein, wenn ir denn ein Weil geſchunden, und das Meſſer nicht

mehr ſchneiden wollen, nahm er das Beil, unter⸗ deſſen faſte er das blutige Schindmeſſer ins Maul, beſudelte Fauſt und Geſicht mit Blut, und wanderte ſo fort. Hund und Katzen ſind ihnen Lecker-Bißlein geweſen, haben denſelben, weil ſie gar ſcheu gemacht worden, Strick geſtellt, geſchlachtet, das Fleiſch aus gehauen und mit Gewicht verkaufft. Fröſch, und

Waſſer⸗Kröten, wie ſie in den verſchloſſenen Mu⸗

ſcheln in Bächen gefunden werden, haben ſie mit allem Unrath, ohne Saltz, Schmaltz und Wuͤrtz, allein geſotten oder geroͤſt, mit groſſer Menge geſſen.

An ſtatt Brods, deſſen manches in einem Vier tel⸗ oder halben Jahr kein Biſſen bekommen, haben ſie gebraucht: Eichel-Kleyen-Lein⸗Trauben⸗Troſter⸗ Rüb⸗Schnitzen-Obſt⸗Schnitzen-Brod. Aller ſolcher Gattung hab ich in meiner Mühl zu Moltzer bekom men. Meſpeln von Bäumen, erſt geſotten, daß die Bitterkeit herausgangen, dann gedoͤrret, gemahlen und gebacken.

Und ob zu Zeiten eins und anders mit einer groſſen Mühe etwa ein Kompff Korn bekamen, gings nach Gottes Bedrohung Lev. 26. 26. daß wohl 10. Weiber in einem Offen buchen, und auch reiche Leute dennoch den Kindern und Geſinde das Brod gleichſam abwogen, und Schnitten-weiß in die Hande ſchnitten. Ich kenne unterſchiedene Beambte und Keller, welche Eichel-Tröſter- und Lein⸗Brod geſſen. Weil die Butter auch ſehr theuer, brauchten die Leute an ſtatt derer: zerknirſchte Nuß-Kern und Lein⸗Saa⸗ men, das ſotten ſie kurtz ein, ſchmeltzten Suppen und Gemüß damit. Zugemüß waren Neſſeln, Hopffen, wild Paſtenat und allerhand Kräuter gut und böß. Item allerhand Schwamm, gifftige und reine de. wovon die Leute offt groß Grimmen und langwierige Schwachheit ihnen zu Halß zogen. In Summa man aße was man wolte, gut oder boͤß, ſo hieß es doch: Ihr werdet eſſen und doch nicht ſatt werden. Durch dieſen Hunger verſchmachteten viel Leute dermaſſen, daß nichts als Haut und Bein an ihnen war, die Haut hing ihnen am Leib, wie ein Sack, waren gantz ſchwartz-gelb, mit weiten Augen, gepläckten Zähnen, grindicht, krätzig, gelbſüchtig, dickgeſchwol⸗ len, febricht, daß einem grauete ſie anzuſehen.

Faſt alle Ehen waren daher ohnfruchtbahr, daß von den jüngſten Ehe-Leuten keine Kinder gezeuget worden, aber Huren-Kinder gabs wohl eher. Auch erkaltete zwiſchen den Eh- und andern Leuten die

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