Ausgabe 
22.2.1834
 
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Das hat aber auch ſein Häkchen, und dauert nur eine kurze Zeit, wenn ſich weiter nichts dabei be⸗ findet; dann rümpft man die Naſe, und mag mit dem pfiffigen und gelehrten Manne gar nicht viel zu ſchaffen haben, wenn er nicht ſonſt etwas noch aufzuweiſen hat. Aber was iſt denn eigentlich das Etwas, wenn es das Geld und das Amt und der Verſtand und die Gelehrſamkeit nicht iſt? Fragſt du noch? Es wäre ſchlimm in der Welt, wenn der arme Taglöhner in der Stadt, oder der Bauersmann mit ſeinen Paar Morgen Landes nicht dieſelben Mittel in Händen hatte, ſich die Achtung ſeiner Mitmenſchen zu erwerben, wie der Vornehme oder Reiche oder der Gelehrte. Thue nur deine Pflicht, und halte dein Gewiſſen rein, dann kann dir ſchon die Achtung deiner Mitmenſchen nicht entgehen. Wer aber in dem Augenblicke der Noth und Gefahr zuletzt an ſich und zuerſt an den Bruder denkt, dem geholfen werden ſollz wer für die edelſten Güter des Lebens, für Tugend, für Recht und für das Wohl ſeiner Mitmenſchen ſelbſt den Tod nicht ſcheut, der iſt der Achtungswertheſte. Solche Leute brauchen keine Tempel, um in dem Andenken der Menſchen fortzuleben. In dem Herzen eines jeden unverdorbenen Menſchen iſt ihr Tempel, und da ſtehen oft die verſchiedenſten Menſchen neben⸗ einander: jener Bauer, der den Zollner vom Unter⸗

gange rettete, den Geldeslohn dafür aber verſchmähte,

und jener Herzog von Braunſchweig, der den Kahn beſtieg, um die jammernden Mitbrüder aus der Waſſersnoth zu befreien, und in den Wellen den Heldentod fand.)

Wer wird nicht innig gerührt, wenn er von ſolchen edeln Seelen lieſ't? Ja wer wird nicht ſchon gerührt, wenn er bei einer Feuersbrunſt oder Waſſers⸗ noth die Menſchen herbeieilen, retten, ſich in Gefahr begeben ſieht, nur immer um Andere beſorgt, nicht um ſich ſelbſt? So erzwingt jene arme Maria Keil von Steinbach, welche vor Kurzem ihr Leben opferte, um das der Nachbarskinder zu retten, die eben von den Hufen wilder Pferde zerſchmettert werden ſollten*), die Achtung und die Neigung

) Wir ſetzen voraus, daß dem geneigten Leſer der ruͤhrende Tod des edeln Herzogs bekannt ſey.

*) In der Provinz Starkenburg ſind bereits mehrere Bei

aller derjenigen, denen in der Bruſt ein fühlendes Herz ſchlägt, und wem ſollte das nicht? Glücklich der, welcher in ſich ſelbſt das Bewußtſeyn trägt, daß es noch etwas gibt, was größeren Werth hat, wie das Leben, oder, wie der treffliche Dichter mit ſchönern Worten ſagt,daß das Leben der Güter höchſtes nicht iſt./

Modekampf zu Friedberg.

1468. Iſt zu Friedberg zwiſchen den Schnei der⸗Knechten, an einem, und dann den Beckern und Schuh-Knechten am andern, ein Diſſerens und Streit entſtanden, indem etliche Schneider-Knecht daſelbſt in einer Geſellſchaft angefangen getheilte Schuh zu tragen, einen weiß den andern ſchwartz, darwieder dann die Becker- und Schuh-Knecht als mit Gewalt ſeyn wöllen, in Meinung, den Schuei der⸗Knechten ſolches nicht gebühren ſolle, damit nun kein Ufflauf oder Unſtatte daraus entſtünde, hat der Rath daſelbſt die Sache uffgenommen, eine Stillunge gemacht, und ihnen allerſeits gebotten, ſich in Frieden zu ſtellen, bis ſie ſich des erlernet und erfahren hätten, was darinnen billich were, über ſolch des Raths Verbott iſt zugetretten einer unter den Meiſter Schneider, ein Burger des Orths, und ſolche getheilte Schue getragen, vieleicht in Meinung, weil er Burger ſey, Ein Rath ihme des nit verbiethen haben ſolle, derowegen Ehrgedachter Rath, E. E. Rath zu Franckfurt umb gütige Unter weißing geſchrieben, wie ſolches dergleichen oder anders bey ihnen in Recht oder Gewohnheit pflege gehalten zu werden, worauf E. E. Rath zu bemeld tem Franckfurt dem Rath zu Friedberg wieder ge antwortet, daß ſie von keinen Rechten wiſſen, ſo gemeldte Schneider-Knecht bey ihnen hetten, getheilte Schue zu tragen, dann wann ſie die zuͤchtiglich und friedlich bey ihnen getragen, ſo hetten ſie es de gütlicher gelitten, ſo ſie es aber wiederwertiglich und unfriedlich gegen einander fürgenommen hetten,

trage zur Unterſtützung der Hinterbliebenen dieſer boch berzigen Frau eingegangen. Für unſere Wetterauer, deren mildthaͤtiger Sinn ſchon gar oft erprobt wurde, erklart ſich Unterzeichnete bereit, milde Gaben anzunehmen und an den Ort der Beſtimmung gelangen zu laſſen.

Die Redaction.