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Hund zu halten verbunden ſey, der auf ſeidener Decke und ſeidenem Kiſſen liegen, mit ſeidenem Leit⸗ ſeil befeſtigt, und deſſen Halsband von Silber und vergoldet ſeyn müſſe. Wenn der Kaiſer in dem Forſte jagen wolle, muſſe der Forſtmeiſter ihm eine Armbruſt von Eibenholz ſtellen, deren Säule von Ahorn, deren Sehne von Seide und deren Nuß von Elfenbein ſey u. ſ. w.
Wir haben oben geſagt, daß die Gründung des Schloſſes zu Büdingen wahrſcheinlich von einem königlichen Jagdhofe ſich herſchreibe, und ſpäter Eigenthum eines begunſtigten Miniſterialen gewor— den ſey. Dieſen Günſtling ſucht man in Hart— mann, einem der Lieblinge des berühmten Kaiſers Heinrich IV. und hält ihn zugleich fur den Stamm⸗ vater der Herrn von Büdingen, deren Name zum erſten Male im Jahr 1131 mit zwei Brüdern, Gerlach und Ortwin, vorkommt. Nach ihnen erſcheinen noch die Namen Hartmann, dann Konrad und endlich Gerlach, welcher als Land— vogt der Wetterau ein Mann von Anſehen, aber auch der letzte ſeines Stammes war. Eine ſeiner vier Töchter, Heilwigis, war vermählt mit Ludwig von Iſenburg. Dieſer iſt der Stammvater des noch jetzt in mehreren Zweigen blühenden Hauſes Iſenburg. Die ſpätere Geſchichte von Büdingen knüpft ſich an die Geſchichte dieſes Hauſes, die wir hier nicht weiter erzahlen können; wir begnügen uns, Folgendes noch anzugeben:
Die dem H. Remigius geweihte Kirche zu „Großen Dorf“, wie oben erwähnt, die älteſte der Gegend, und wo deswegen wahrſcheinlich die erſten Bewohner des Schloſſes ihren Gottesdienſt verrich— tet haben, war dem Kloſter Marienborn einver— leibt. Als Stadt erſcheint Büdingen bereits im Jahr 1321; doch ſoll erſt Luther von Iſenburg ihr mit Genehmigung Kaiſer Ludwigs des Bayern 4330 Marktrechte und Heinrich von Iſenburg ihr 1353 Stadtgerechtſame verliehen haben. Nicht lange nachher, nämlich 1367 fällt die Errichtung der hölzernen Liebfrauen-Capelle. Von ihr gieng 1378 der Gottesdienſt in die kurz vorher errichtete ſteinerne Kirche über. Im Jahr 1456 begann der Bau der Stadtkirche. Die Reformation wurde 1536 eingeführt. Da aber ein Theil der Familie, welche ſeit Diether in den Grafenſtand erhoben war, dem lutheriſchen, ein anderer dem reformirten Cultus
beitrat, ſo gab's Streitigkeiten in derſelben, die—
endlich ſo weit giengen, daß Graf Heinrich, der 1601 ſtarb, ſeinen Antheil, theils aus Mangel an Geld, theils aus Furcht, die Bewohner möchten nach ſeinem Tode zum reformirten Glauben ge— zwungen werden, vor ſeinem Tode dem Landgrafen Ludwig V. von Heſſen-Darmſtadt verkaufte.
Hatte Büdingen ſchon am 31. Auguſt 1552 eine Belagerung durch die Frankfurter ausgehalten, ſo mußte es im dreißigjährigen Kriege alle Schre— cken ertragen, die jener furchtbare Kampf von Freund und Feind mit ſich brachte. Was Theilungen und Zwiſt nicht verdarben, das vollendete jener Krieg; und, wer ſollte es glauben, wenn die Waffen ruh— ten, ſo begannen die Hexenproceſſe, die im Sommer 1633 binnen 8 Monaten 64 und 1634 im Sommer 50 Menſchen das Leben raubten.— Nicht lange nachher zeigte ſich die Peſt in der Stadt, und da der Graf in die Reichsacht verfallen war, ſo wurde 1635 Stadt und Land an den Landgrafen Georg von Heſſen-Darmſtadt zu Lehen gegeben bis zum Vergleiche von 1643. Die Stadt war ſo herabge— kommen, daß ſie 30 Jahre nach dem Frieden nicht mehr als 150 Haushaltungen zählte; kein Wunder, daß manches Gute dadurch untergieng. So war ſchon im Jahr 1602 vom Grafen Wolfgang Ernſt eine gelehrte Schule gegründet worden, während des Krieges aber wieder vernichtet.
Mit dem Anfange des achtzehnten Jahrhunderts bemerkt man eine neue Blüthe der Stadt. Dies geht aus der Errichtung einiger Fabriken(deren Beſtehen freilich von kurzer Dauer war), eines Eiſenwerkes, einer Papiermühle(1712), ſo wie der Salinen hervor, deren Erbauung in die Jahre 1728 bis 1731 fallt. Eben ſo wurde im Jahr 1718 die neue Vorſtadt errichtet, und etwas ſpäter die lutheriſche Pfarrei geſtiftet. Mit jenem neuen Jahr— hundert erſcheint auch wieder eine neue„Provin— zialſchule“, aus welcher im Jahr 1822 die Grün— dung eines Gymnaſiums hervorgieng. Nachdem im Jahr 1817 die verſchiedenen Confeſſionen ſich ver— einigt hatten, wurde die lutheriſche Kirche über— fluſſig, und konnte darum ſpäter, wie oben erwähnt, zu einem Gymnaſialgebäude eingerichtet werden.
Schließlich müſſen wir bemerken, daß ſich zu Büdingen ſeit geraumer Zeit eine Sekte von In—
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