Ausgabe 
20.12.1834
 
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Büdingen. (Beſchluß.)

Wir verlaſſen einſtweilen die Stadt, um ihre Umgebungen etwas in Augenſchein zu nehmen, die manches Beachtungswerthe und Merkwürdige ent halten.

Zuerſt beſteigen wir die ſonnige Höhe, an wel cher der größte Theil der Weinberge freundlich ſich anſchmiegt. Nicht nur das Thal mit ſeinem Schloſſe und Städtchen, ſondern die ganze Umgegend er ſcheint von hier aus in eigenthümlichem Zauber; kein Wunder, daß der Wanderer hier ſo gerne weilt, daß ſein Herz ſich beim Anblicke der ſchönen Umgebung ſo gehoben fuͤhlt. Iſt hier alles lieb lich, ſo erſcheint dagegen in der Nähe der berühm ten Sandſteinbrüche, welche wir nun beſuchen, alles grotesk. Längs der Straße liegen neben ein ander die einzelnen Brüche und Werkſtätten der Arbeiter; dicht an ihnen erheben ſich in ſchroffen Wänden von mehr als 160 Fuß die Felſen, und drohen demjenigen den Untergang, der allzukühn ſich ihnen naht.

Ganz anderer Ratur iſt ein Fels, der ſich ſuͤd⸗öͤſtlich von der Stadt erhebt, welcher der wilde Stein genannt wird, und ſchon von gar manchem Reiſenden eines Beſuches gewürdigt wurde. War dort reiner Sandſtein, ſo erſcheint hier in eigen thümlicher vulkaniſcher Wirkung ein Uebergang von Sandſtein und Baſalt. Es finden ſich hier Steine, die ein Gebilde von halb Sandſtein und Baſalt ſind, wie Fluß, andere Baſalte mit eingeſchloſſenem Sandſteine. Schade, daß dieſer aus dem Sand ſteine aufſteigende Baſaltkegel mit ſeinen Sandſtein Einſchlüſſen die Steine zu den benachbarten Kunſt ſtraßen hergeben muß! Was jetzt noch den Natur ſorſcher erfreut, wird bald nicht mehr ſeyn.

Endlich liegt ſüͤdweſtlich eine Kalkſtein-Anhöhe, von welcher die in früheren Zeiten ſo berühmten Krötenſteine herrühren. Schon der alte Merian erzählt(nach älteren Angaben, die uns nicht zu Gebote ſtehen) von dieſen Wunderdingen, daß ſie' äußerlich und innerlich das Gift abtreiben. Haben eine ſchöne signaturam buſonis, gleich wie die Natterzungen in Malta ſondere signaturen haben. Und was iſt's denn eigentlich, wenn man's naher betrachtet? Es iſt nicht mehr und nicht weniger, als eine beſondere Art verſteinerter Muſcheln, der

gleichen man in anderer Geſtalt in den Kalkgebir gen ſo oft antrifft.

Was ſonſt in der Nähe iſt, wie z. B. die Saline, übergehen wir, als nicht beſonders wichtig. Dagegen findet ſich in etwas weiterem Umfange noch manches Bemerkenswerthe, was eines Ganges und einer Beſchauung wohl verdient. Wir rechnen hierher u. A. das Jagdhaus, welches der Gräfinn Chriſtine zu Ehren Chriiſtinenhof genannt wird, ferner die Faſanerie, beſonders aber den Hof Herrenhaag.

Der Name Haag deutet auf eine uralte Be feſtigung, und iſt wohl möglich, daß in der Nähe der römiſche Pfahlgraben zu ſuchen iſt. Die Anlage ſelbſt wurde im Jahr 1737 von dem Grafen von Zinzendorf, dem bekannten Stifter der Herren huter, gekauft und davon Herrenhaag genannt. Streitigkeiten, welche in der Folge über beſondere Rechte entſtanden, die dieſe Sekte verlangte, und die man nicht einzuräumen Willens war, wurden Urſache, daß man ihnen 1750 aufkündigte. Noch gegenwärtig halt ſich daſelbſt eine beſondere Sekte auf, deren Mitglieder aus dem ſudlichen Deutſch land hierher gewandert ſind, um dem Militärdienſte, der ihren Geſetzen entgegen iſt, leichter durch Stell vertreter entgehen zu können. Die in der Nähe ſtehende Kirche, wohin mehrere Gemeinden einge pfarrt ſind, brannte vor einigen Jahren bis auf die Mauern ab. Gegenwärtig wird an ihrer Wie deraufrichtung gearbeitet. f

Ueber die Geſchichte von Budingen können wir unſern Leſern nur Weniges mittheilen, weil es uns zu weit abführen würde, wenn wir tiefer eingehen wollten.

Wir haben bei der Erwähnung vom Herren haag die Vermuthung ausgeſprochen, daß in deſſem Nähe der Pfahlgraben vorbeigezogen ſeyn konne Es iſt auch möglich, daß eine andere uralte Be- feſtigung Veranlaſſung zur Benennung Haag abgab In der Folge erſcheint in der Gegend von Buͤdin gen ein großer Reichsforſt, der von der Kinzig, bis an die Brücke bei Altenſtadt ſich erſtreckte Ueber dieſen Reichsforſt haben wir noch mancherlei Nachrichten, beſitzen ſelbſt noch das büdinger Wald weisthum, worin u. A. angegeben iſt, daß der Forſtmeiſter in der Burg zu Gelnhauſen für den Kaiſer beſtändig einen gut behangenen Bracken⸗