7
von den Engländern entlehnte Springen in Säcken
Preisvertheilungen zur Hebung der Viehzucht in Oberheſſen.)
Wir haben bereits in der Nro. 38 unſeres Blattes Nachricht von der Preis vertheilung, welche in dieſem Herbſte zu Schotten ſtatt hatte, unſeren Leſern gegeben. Auch von verſchiedenen andern Seiten ſind uns Mittheilungen hierüber gemacht wordeu, welche zu großen Hoffnungen für die Zukunft berechtigen. Ackerbau und Viehzucht (beide können und dürfen nicht getrennt werden) ſind ohne Zweifel die Hauptnahrungs- und Erwerbs— quellen unſerer Provinz, und darum verdient alles Beachtung, was zur Hebung derſelben beiträgt, und daß die Preisvertheilungen wirklich zu ihrer Hebung beitragen, iſt keinem Zweifel unterworfen. Wir haben ſelbſt von Landleuten Ausdrücke ver— nommen, die hinlänglich beweiſen, wie ſehr ſie auf den Landmann vortheilhaft einwirken.„Um das Geld“, ſagte Einer,„iſt mir's weniger zu thun, als um den Ehrenkranz.)—„Ueber's Jahr“, er— klärte ein Zweiter,„hoffen wir noch ganz anderes Vieh herbeiſchaffen zu können.“
Verdieuſtlich war daß Behörden der Stadt Gießen dieſe Preisvertheilung zu einem wah— ren Volksfeſte einrichteten. Des Morgens frühe wehten ſchon zwei große Fahnen an dem Eingange der Wieſe, welche zur Verſammlung beſtimmt war. Von allen Seiten ſtrömten die Landleute mit ihrem Vieh, zu gleicher Zeit aber auch die Städter, her— bei, um ſelbſt zu ſehen, und ſich des ſchönen Tages zu freuen. Dazu gab es denn auch Gelegenheit genug. Denn als die eigentliche Vertheilung vor— über war, da begann offene Tafel. Aber mehr als dies alles beluſtigte die Menge das Maſtklettern. Ein hoher, glatter und wohl beſchmierter Baum lud die Knaben zur Erſtrebung dreier Preiſe ein. So ſehr ſie ſich aber auch geübt haben mochten im Klettern, ſo ſchien doch anfänglich ihre Kunſt zu Schanden werden zu wollen. Endlich ſetzten ſie der Liſt die Liſt entgegen— und auf Einmal hatte der Gewandteſte das Ziel erreicht, und ſchwang oben ſein Flaͤſchchen. Dieſer hatte doppelten Gewinn; denn außer dem ausgeſetzten Preiſe(der, wenn wir nicht irren, in einer Uhr beſtand) wurden ihm noch der Ertrag von einigen Wetten zu Theil. Auch das
es, die
*) Verſpatet. Die Redaction.
nach einem gewiſſen Ziele erregte großen Jubel. Wem alles dies nicht genügte, der hatte Veranlaſ— ſung, ſich am Tanze zu beluſtigen.
Wir wünſchen, daß in unſerem Kreiſe Fried— berg die Preisvertheilungen Veranlaſſung zu aynli— chen Volksfeſten werden möchten, und bedauern ſchließlich, daß, einem Artikel unſerer großherzog— lichen Zeitung zu Folge, gerade in Vilbel die wenigſte Theilnahme von Seiten der Bewohner dem Gegenſtande gewidmet wurde.—
Die Zeiten des dreißigjaͤhrigen Krieges. Dritte Gabe.
Was wir diesmal dem Leſer geben, iſt zwar ſchon ge— druckt(nämlich in Retters heſſ. Nachrichten 1ter Samm— lung), und bezieht ſich auch zunächſt nicht auf die Wetterau ſondern mehr auf einzelne Theile der Provinz Starkenburg, Wir ha weil ſie das deutlichſte Bild der furchtbarſten Zeiten abgeben. In der nächſten Gabe werden wir uns dagegen wieder an die Berichte halten, welche unmittelbar die Wetterau be— rühren. Die Redaction.
1635. Nachdem nun, wie droben berichtet, das gantze Land ausgeplündert, und kein Vieh noch Pferd mehr vorhanden, wurde auch keine Sommer— Frucht, auſſer etwas weniges zu Rüſſelheim, Darmſtatt und Lichtenberg, ausgeſtellet. man nun zwar guten Segen für Augen ſahe an denen im vorigen Jahr ausgeſtellten Winter-Früch⸗ ten, die dann ſo ſchön vollkoͤmmlich und reichlich, daß alle Berg und Thal voller Korn und Speltzen ſtunden, und nicht ein eintziger Acker ohnbeſaamet war, hatte jedermann Hoffnung, wir würden des erlittenen Schadens reichlich wieder ergötzet werden, aber umſonſt, wie hernach folgen wird. Inzwichen und neben der Kriegs-Ruthen ſchickte Gott hinter uns her die Peſtileutz, die erregte ſich im Anfang des 1635ten Jahrs, als eine Haupt-Schwachheit, daran viel ſturben, gegen den Frühling aber beſag— ten Jahrs, da die Hitze ſich zu mehren begunte, da wuchs das Gifft gewaltig, und verwendete ſich vorige Haupt⸗Seuche in eine gifftige Peſtilentz, davon die Leute ſchnell und Hauffen-weiſe dahin fielen, daß man nicht gnug begraben konte. Weil auch wie geſagt das Lichtenberg ſo gar dicht voller Leute, deß derer viel unter dem freyen Himmel liegen muſten, ſo begaben ſich viele heim, wolten umer
5 a
0
zen aber dennoch dieſe Nachrichten Andern vorgezogen,
bh.
den ihre Krc Gel mal Tod eine vern
Fran.
ſelbſt Schu klage ter a
Mag
darar für ich i
tenb darun Gräl Bib auf grab berm mus kend war ges ware kiſſen licht gf, 1 5 Berg beſol Pfat ahi Weſe n 5 Bie bei
0 Lede dar e


