Ausgabe 
15.3.1834
 
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. i 6) Ob die Töpfe, Inſtrumente oder Materialien, womit die Mäuſe gefangen oder vertilgt werden ſollen, Gemeindeweiſe angeſchafft und aus der Gemeindekaſſe bezahlt, oder von jedem Einzelnen ſelbſt herbei gebracht werden ſollen, gebe ich dem Ermeſſen der Ortsvorſtände anheim. Ueber den Erfolg dieſer Maasregeln erwarte ich übrigens binnen 4 Wochen berichtliche Vorlage. Friedberg den 11. März 1834. Küchler.

Anhang uber die Vertilgungsmittel der Feldmaͤuſe.

10 Eingraben von Töpfen. Als eins der vorzüglichſten Vertilgungsmittel hat ſich das Ein graben von irdenen inwendig glaſirten tiefen Töpfen bewährt. Es wird damit in folgender Weiſe verfahren: Gewanuweiſe werden, je nach der Größe eines Ackers, auf einem jeden 2 bis 3 und mehr Töpfe dergeſtalt eingegraben, daß ihr Rand ungefähr einen Daumen breit tiefer als die Oberfläche der Erde zu ſtehen kommt. Ueber die Töpfe wird alsdann ein kleines Gebund Stroh, am beſten Erbſen- oder Wickenſtroh, gelegt, weil darunter die Mäuſe gerne Schutz und Nahrung ſuchen, und dadurch in die Töpfe gelockt werden. Wenn die Töpfe 3 oder mehrere Nächte geſtanden haben, und man bemerkt, daß ſich die Mäuſe wirklich gemindert haben, was gewiß erfolgt, weil in jedem Topfe ſich alle 24 Stunden im Durchſchnitt 15 Mäuſe fangen, ſo werden die Töpfe herausgenommen, in einem anderen Diſtrikte einge graben und dort wie angegeben und ſo weiter verfahren. Zweckmäßig iſt es wenn die Töpfe halb mit Waſſer angefüllt werden, damit die Mäuſe ertrinken, weil ſie ſich ſonſt in den Töpfen unter einander ſelbſt aufzufreſſen pflegen.

20 Das Bohren von 1½¼ Fuß tiefen Löchern in Feldern und Wieſen. Man bedient ſich hierzu eines ſogenannten eiſernen Löffelböhrers von Zoll im Durchmeſſer und 3 Zoll Länge in der Schneide, der Stiel kann beliebig lang ſeyn.

Die damit gebohrten Löcher werden vermittelſt eines hölzernen Stößers, der zu dem Bohrer paſſend gemacht iſt, durch 3 oder 4 Stöße glatt und feſt gemacht. Ein Menſch kann in einem Tage etwa 400 Löcher bohren. In dieſen Löchern fangen ſich die Mäuſe gleich wie in den Töpfen, werden alle Paar Tage mit einem hölzernen Stößer darin getödtet und mit einem eiſernen Hacken herausgeholt.

3) Vergiftung. Ueber die Anwendung dieſes Mittels enthält bereits die Zeitſchrift über den landwirthſchaftlichen Verein in dem Großherzogthum ſchätzbare Anweiſungen.

Da daſſelbe indeſſen leicht für das Vieh, namentlich die Schweine, bei der Huth gefährlich werden kann, ſo iſt dabei die äußerſte Vorſicht erforderlich.

4) Das Einblaſen von Schwefeldämpfen in die Schlupflöcher der Mäuſe vermittelſt eines kleinen Blaſebalgs.

5) Das Erſäufen derſelben vermittelſt Uebergießen der Mäuſelöcher mit Waſſer. Dieſes Mittel iſt jedoch nur bei eingetretenem Froſt von beſonderem Erfolg.

Iſt das Behuͤten der Winterſaaten nuͤtzlich oder Zweck und die Nützlichkeit des Treibens der Schafe

f i= Waizenfe ben aͤdlich? Od auf die Korn- und Waizenfelder belehrt haben, chic Sen Wadern Ar Kuffſgen mag es in dieſer, wie in ſo vielen andern land

in dem Aufſatz: Die Schafe auf der wirthſchaftlichen Rückſichten gehen, daß ſie die Korn⸗ und Waizenſaat in Nro. 8 eigentliche Veranlaſſung oder das Motiv manches dieſes Blattes. in der Oekonomie Gebräuchlichen und Hergebrachten nicht einmal anzugeben wiſſen, und daher Gründe

Jenen tüchtigen Oekonomen, welche das dafür vorbringen, welche ſich ſo wenig auf ſichere Behüten der Winterſaaten in Schutz nehmen, und Wahrnehmungen und gemachte Erfahrungen ſtützen, den Verfaſſer obengedachten Aufſatzes über den daß ſie ſchon dem Laien zweifelhaft vorkommen,