Juden freudig reichliche Beitrage gaben. war ein Zuſammenwirken, durch welches man lebhaft erinnert wurde an das apoſtoliſche Zeitalter, da es heißt:„Der Menge der Gläubigen aber war „Ein Herz und Eine Seele; auch Keiner ſagte von „ſeinen Gütern, daß ſie ſeine wären, ſondern es „war ihnen Alles gemein.“(Apoſtelgeſch. IV, 32.)
Iſt das nicht ein erfreulicher Beweis von einem Sinne, der nicht mehr in Vorurtheilen und Parthei— geiſt ſtarret? Wodurch mag wohl ſicherer ein ſol⸗ cher Sinn hergeſtellt und verbreitet werden, als durch die deutſche Bibel in der Hand des Volkes?
Mit freudiger Spannung ſah man dem Sonn⸗ tage entgegen. Der Tag des Herrn erſchien und Gott begünſtigte das Feſt durch ein mildes, ange— nehmes Wetter. Sehr viele Einwohner von Stein⸗ furt hatten ihre Verwandte und Freunde von andern Orten eingeladen. Zahlreich ſah man dieſe, nebſt vielen andern nicht eingeladenen, aber doch ſehr willkommenen, Gaͤſten, ſo wie faſt die ganze Ge⸗ meinde Wiſſelsheim ankommen.
Jetzt rief der Glocken feierlicher Ton zum Gotteshauſe. Die Menge der Andächtigen war ſo groß, daß viele keinen Platz zum Sitzen fanden, und daß die Gänge noch zum Theil voll ſtanden. Es wurden aber unter den Anweſenden auch viele Katholiken und ſelbſt Israeliten bemerkt.— Zierlich mit Moos bekleidet, war, nach Anleitung des Bür— germeiſters, im Eingange zum Chor eine Art Ehren⸗
pforte errichtet, auf welcher in einem— von 2Schwänen gehaltenen— großen Mooskranze der Name„Dr. M. Luther“ mit goldnen Buchſtaben prangte, und hin⸗ ter welcher ſich der Altar beſonders gefällig ausnahm, der mit einer ganz neuen, blauen, mit gelben, ſei— denen Franſen beſetzten Decke(einem ſehr dankens— werthen Geſchenke der freiherrlich von lowiſchen Familie*) bekleidet war. Ein von den Schulleh⸗ rern zu Steinfurt und Wiſſelsheim eingeuͤbter Sän—
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„ Dieſelbe Familie hat binnen Jahresfriſt den Kirchen zu Steinfurt und Wiſſelsheim zwei neue Altardecken, und der Gemeinde Steinfurt einen großen, ſehr guten Acker zum Friedhofe geſchenkt, auch letzterer Gemeinde ein Haus um 200 ff. unter dem Preiſe zum Schulhauſe angeboten, und der Kirche zu Steinfurt eine Kirchenbibel in Fol. mit vielen ſchönen Kupfern zugeſichert; nicht zu gedenken der vielen Unterſtutzungen an Geld, Arznei, Holz u. dgl., welche Arme und Kranke jährlich von ihr erhalten.—
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gerchor, aus der conftrmirten und nicht conftrmirten Jugend und Männern beſtehend, erfreute die Ver— ſammlung durch das ſchöne Lied:„Ein' feſte Burg iſt unſer Gott ꝛc.“, welches derſelbe mehrſtimmig mit vieler Präciſion vortrug. Ich redete über Apoſtelgeſch. V, 38. 39.„Iſt der Rath oder das Werk aus den Menſchen, ſo wird's untergehen; iſt's aber aus Gott, ſo könnet ihr's nicht dämpfen — von dem Segen Gottes in der Kirchenverbeſſe— rung und insbeſondere in der Bibelüberſetzung.— Wohl noch gedrängter, als am Vormittage, war die Kirche bei dem Nachmittagsgottesdienſte ange— füllt. Ich predigte über Col. III, 16. 17.„Laſſet das Wort Chriſti unter euch reichlich wohnen ꝛc.“, und nahm hierbei Gelegenheit, meine Anerkennung des liebevollen Sinnes auszuſprechen, welcher ſich in der allſeitigen Mitwirkung für dieſes Feſt, und insbeſondere für die Verſorgung der Armen mit Bibeln bewährt hatte.
Nach der Predigt entwickelte ſich aus der Kirche der Zug zur Baumpflanzung in folgender Ordnung: 1) Zwei junge ſchöne Eichbäume, aufrecht getragen von je drei Schulknaben, und geziert mit Buchs— baumkränzen und unzähligen Bändern, welche die Schulmädchen dazu geliefert hatten. 2) Die Schul— vorſtände. 3) Die Schulkinder, ungefähr 180 an der Zahl. 4) Die Lehrer. 5) Die Kirchenvorſtände, worauf 6) ich mich anreihete. 7) Die Gemeinde— vorſtände. 8) Die Frauen. 9) Die conftrmirten Mädchen. 10) Die Männer. 11) Die Burſchen.
Unter dem Geläute aller Glocken, die männ⸗ lichen Begleiter mit entblostem Haupte, bewegte ſich der Zug, dem ſich in bunter Miſchung Fremde und Einheimiſche und Bekenner verſchiedenen Glau— bens anſchloſſen, in unabſehbarer Reihe und in rührend feierlicher Stille nach dem neuen, erſt am Chriſti Himmelfahrtsfeſte dieſes Jahres eingeweihten Friedhofe hin, auf welchen zu beiden Seiten des mit einem ſchönen eiſernen Thore verſehenen Ein— ganges die Bäumchen gepflanzt werden ſollten.— Von der— vorher auf dem Friedhofe aufgeſtellten Muſik wurde der Zug mit einem Choral empfangen. Die Bäumchen wurden ſogleich in die— ſchon vorher gemachten Locher geſtellt und aufrecht gehalten. Der Zug bildete rechts vom Eingange einen großen Halbkreis, während ich meinen Platz gegenüber nahm, wo durch die Fürſorge des Bürgermeiſters eine
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