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Nanzel aus Weidengeflechte, mit Moos überkleidet, ſehr künſtlich errichtet war.— Dem von Mehreren ausgeſprochenen Wunſche gemäß wurde hier zuerſt nochmals mehrſtimmig geſungen:„Ein' feſte Burg ktſt unſer Gott ꝛc.“ Darauf hielt ich eine Rede über Matth. XIII, 31. 32.„Das Himmelreich iſt gleich einem 55 945 2c.% in welcher ich den Wachsthum und Segen des Glaubens oder Himmelreichs ver— glich mit dem Wachsthume des Baumes und mit dem Schutz und den Freuden, die er gewährt.
Während des, nach Beendigung der Rede, von der Verſammlung angeſtimmten Geſanges traten ſaͤmmtliche Schulkinder nach und nach zu den Bäu— men, und jedes von ihnen warf ein wenig Erde bei dieſelben. Ihnen ſollte es überlaſſen ſeyn, die Bäume zu pflanzen, als denen, welche ſich noch am ſpäteſten an dem Anblicke dieſer Bäume und an der Erinnerung an ihre Bedeutung werden erbauen können.— Es war aber recht erfreulich anzuſehen, wie, nach dem Abtreten der Schulkinder, welche die Wurzeln der Bäume noch nicht ganz bedeckt hatten, viele Eltern ihre kleineren Kinder herbei— führten, damit ſie auch helfen möchten, die Bäume pflanzen.— Nachdem der Segen geſprochen war, ſang die Gemeinde zum Schluſſe mit Muſikbegleitung: „Nun danket alle Gott u. ſ. w.“
In ſchönſter Ordnung zog nun die Schuljugend, die Muſik mit einem feierlichen Marſche voran, und gefolgt von der ganzen Verſammlung, nach dem Schulhauſe, wo jedes Kind eine Bretzel empfing. Nachdem dieſes geſchehen war, wurden eben daſelbſt 24 Bibeln an Arme ausgetheilt.— In jede von dieſen Bibeln war Folgendes eingeſchrieben:
„Geſcheukt von Freunden der Bibel zu Stein— „furt(Wiſſelsheim) bei der dreihundertjährigen Ju— „belfeier der lutheriſchen Bibelüberſetzung 1834.
„Laß das Buch dieſes Geſetzes nicht von deinem „Munde kommen, ſondern betrachte es Tag und „Nacht, auf daß du halteſt und thuſt alle Dinge „nach dem, das darinnen geſchrieben ſteht. Als— „dann wird dir's gelingen in allem, das du thuſt, »und wirſt weislich handeln können.“ Joſua I, 8.
Zu den ſtillen Thränen der Rührung geſellte ſich der laute Jubel in wunderbarer Miſchung, und ſo kam unter allgemeiner Freude der Abend heran, ver die Jugend zum Tanze einlud. Auch den Schul— kindern wurde dieſes Mal erlaubt, in einer beſon—
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dern Stube bis 9 Uhr zu tanzen, welches jedoch ſonſt in Steinfurt nie der Fall iſt.— Der Schul— lehrer war nebſt dem geſammten Schulvorſtande und vielen Eltern der Kinder bei dieſem Tanze gegenwärtig; der Bürgermeiſter unterſtützte die Muſik durch ſeine Mitwirkung, und der Lehrer miſchte ſich nebſt mir unter die Kinder, um die Ordnung aufrecht zu erhalten, die freilich bei der jungen fröhlichen Menge öfters umzufallen drohete.
So endete ein Tag, der den Bewohnern von Steinfurt und Wiſſelsheim unvergeßlich ſeyn wird.
Möge Gott gebeu, daß derſelbe recht erfreuliche Früchte trage!— Steinfurt den 4. Nov. 1834.
Goͤrtz. Bruchſtücke aus der Geſchichte.“)
Hernach vnfehrlich im jar 1374 iſt geſtorben hertzog Bugslaff V. von Pomern, des tochter keiſe Caroll zur ehe hatte, den die müniche in den kloͤſtern auch den großen nennen. Derſelbe eee hatte eine ſondere tugendt an ſich gehapt, das er keiur afterköſer(d. i. Afterredner, Anbringer oder Ver läumder) gerne gehöret, ſonder wan jemands was geredet, das einem andern zu ſchaden oder vnglimpff gereichen mochte, hat er jnen gefraget, ob er daſſelbe für jme geſtehen wolte. Wolte ers nicht geſtehen, obs gleich wahr geweſen, was er geſaget, ſchalt er jnen darvm und ſagte:„Scheweſtu die warheit oͤffent lich zu ſagen, ſo biſtu keines mannes werth; leu geſtu aber einem etwas vber, ſo biſtu ein verreter ſeiner vnſchult;?“ vnd hat alſo viel gewitziget, das ſie haben müſſen ſchawen, was ſie redeten vnd iſt nicht verſpüret worden, das er al ſein tag auß ſollich angebent, das einer nicht geſtehen wolte, je mands angeſprochen hat, oder was gezigen. So hat er auch ein gemal eben deſſelben gemüts gehapt, nhemlich Alheiten, die beide die afterköſer vnd auch die ſchmeicheler hart geneidet hat, vnd iſt jr ſprich— wort geweſen: Man ſol ſich hütten vor ge—
zuckerten zungen und gepfefferten hertzen.
Thomas Kantzow,
weiland Geheimſchreiber der fürſtlichen Kanzlei
zu Wolgaſt von 1538— 1542; ein ſehr vorzüg⸗
licher Geſchichtſchreiber des 16. Jahrhunderts.
) Sollen, wenn es der Raum geſtattet, fortgeſetzt werden. Anmerk. des Einſenders.


