Ausgabe 
8.3.1834
 
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Dreizehnte Jahresbericht, die Armenpflege zu Friedberg betreffend, erſtattet von der Armenkommiſſion 1335(mit dem

Motto:Die, ſo im Elend ſind, führe ins

Haus.)

Auch dieſes Schriftchen kann nur einen ange nehmen Eindruck auf den Leſer machen. Voran ſtehen einige geſchichtliche Notizen über dasArmen haus zum Eichelhof.(Wir hätten noch Eins und das Andere mehr gewünſcht.) Es ſind in demſel ben gegenwärtig außer der Wohnung des Direktors drei Wohnſtuben für das weibliche Geſchlecht, ein neuer Schlafſaal für das männliche, eine Kranken- ſtube, und eine für fremde Perſonen, welche auf der Durchreiſe keine Aufnahme bei Wirthen finden. Aufgenommen ſind drei Manns- und ſieben Weibs perſonen und fünf Kinder. Der Schluß ſagt: Andere ſind außer dem Hauſe in Koſt und Pflege gegeben, und eine vieljährige Erfahrung hat uns belehrt, daß dieſes weit zweck mäßiger iſt, als wenn die in Einem Hauſe zuſammen leben, welche nie zuſammen ge hören können. Wir ſtimmen dem bei, und bemerken, daß man ſeit mehreren Jahren auch bei der großen Waiſen-Anſtalt zu Darmſtadt von denſelben Grundſätzen ausgeht, und die Kinder bei Familien gegen Koſtgeld unterbringt. Nur iſt Vor

ſicht dabei anzuwenden nöthig, wem man ſie gibt. Das bloße Unterbringen macht's nicht aus; ſondern ſie müſſen zu menſchenfreundlichen, braven Leuten, damit ſie frühe Sinn für Arbeitſamkeit, häus liches Leben und häusliches Glück bekommen.

Die Einnahme und Ausgabe der Armenanſtalt iſt bedeutend. Mit ſolchen Summen kann viel ge⸗ ſchehen, viel Gutes geſtiftet, manchem Armen auf geholfen werden. Dabei iſt aber auch große Vor ſicht, tiefe Einſicht und ein unermüdliches Wirken von Seiten derjenigen Männer nöthig, welche das Vertrauen an die Spitze der Verwaltung geſtellt hat, damit's nicht ſchief geht. Wer auf dieſem großen Felde wirkt, ſo lange es Tag iſt, und nicht müde wird, der kann am Abende ſeines Lebens ruhig und mit dem Bewußtſeyn einſchlummern, daß er gethan, was er zu thun ſchuldig war. Auf Eins erlaubt ſich Schreiber dieſes die würdigen Vorſteher aufmerkſam zu machen:

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Das bloße Almoſengeben iſt die verkehrteſte Unterſtützung, denn es macht ehrlos und nährt die Trägheit.

Der Ho ſpitalfond zum heil. Geiſte hatte 1833 eine Einnahme von 2831 fl. und eine Aus gabe von 2874 fl.; die Armenkaſſe eine Einnahme von 4314 fl. und eine Ausgabe von 1847 fl. Endlich wurden in der Arbeitsanſtalt verſponnen und verarbeitet 76 Pfund Wolle, 42 Pfund Flachs und 26,770 Stück Lehmſteine verfertigt. Dergleichen Arbeiten halten auch wir für nützlich und heilſam, und wünſchen ſchließlich der Anſtalt fortwährend ein recht fröhliches Gedeihen.)

Andere Zeiten, andere Sitten.

Ums Jahr 1400 hatten die damaligen Land grafen von Heſſen und von Thüringen mit dem Erz biſchofe von Mainz, Johann II. aus dem Hauſe Naſſau, einen kleinen Streit. Sie gaben ihm näm tich Schuld, daß er der eigentliche Anſtifter des ſchreck lichen Mordes wäre, welcher an dem zum Kaiſer vorgeſchlagenen Herzoge Friedrich von Braun ſchweig ſchändlicher Weiſe begangen wurde. gab's aber nicht nur Kampfe und Verheerun en; auch ein Federkrieg entſpann ſich, wobei der hoch weiſe Rath zu Frankfurt den Briefträger machte. Da gab's denn allerlei Schimpfworte nach jener Zeit. Beſonders aber verdroß den Markgrafen Wilhelm von Meißen, daß ihn der Erzbiſchof einen Schulmeiſter geheißen, und um ſich gegen ihn ganz rein zu machen, ſchrieb er an den Magis zu Frankfurt u. A. Folgendes:wenn er(den Erie biſchof) uns nennet einen Schulmeiſter, ſo we daß wir nie zu einer Schule gegangen ſind, daß wir leider weder ſchreiben noch

*) Möchten wir auch von andern Orten der Wetterau dann und wann dergleichen Nachrichten über Armen und Unterſtützungs-Anſtalten erhalten! Es iſt für eine Ge meinde ſehr wichtig, wie ſie ihre Armen-Anſtalten eas richtet. Folgt man einem alten Schlendrian, dann kann man leicht die Ueberzeugung gewinnen: Je mehr An ſtalten, deſto mehr gibt's Bettler. So wollen wir aber nicht, ſondern der Armuth ſteuern, und Fleiß

wecken. 5 Die Redactſon.