Ausgabe 
8.3.1834
 
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Die großh. Bürgermeiſter werden hierdurch angewieſen, ſich nach den obigen Beſtimmungen in ſo

weit Sie es angeht genau zu bemeſſen, indem nur durch ſtrenge Anwendung dieſer Vorſchriften Ordnung in den fraglichen Geſchäftszweig kommen, und damit zugleich mittelbar dem verderblichen Frevel geſteuert

werden kann. Friedberg den 3. März 1834.

Kuͤchler.

Der großherzoglich heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Friedberg

an die großh. Buͤrgermeiſter und Polizeibeamten des Kreiſes.

Betreffend:

Die Verordnung vom 3. Oktober 1817.

Da ich mehrfach vernommen habe, daß die Sperlinge ſich an verſchiedenen Orten auf eine die Landwirthſchaft ſehr benachtheiligende Weiſe außerordentlich vermehrt haben, ſo mache ich Sie auf die desfallſige Verordnung vom 3. Oktober 1817 hiermit aufmerkſam.

Zugleich weiſe ich die großh. Bürgermeiſter reſp. Polizeibeamten derjenigen Gemeinden, in welchen jene große Vermehrung ſtatt gefunden hat, hierdurch an, ungeſaͤumt die erwähnte Verordnung neuerdings in der Gemeinde verkünden zu laſſen, und für deren pünktlichen Vollzug Sorge zu tragen.

Auf die Unterlaſſung der Einlieferung der Sperlingsköpfe iſt für jeden 6 kr. Strafe anzudrohen.

Friedberg den 4. März 1834.

Kuͤchler.

Armen und Unterſtützungs-Anſtalten zu Friedberg. Wir haben ſeit Kurzem zwei Schriftchen von Friedberg erhalten, welche ein erfreuliches Zeichen der Zeit ſind, und verdienen, daß ein größeres

Publikum auf ihren Inhalt aufmerkſam gemacht werde. Das erſte iſt der

Zwanzigſte Jahresbericht der friedberger Hülfsgeſellſchaft vom 1. Juli 1352 bis Jahin 1835.

Die wohlthatige Anſtalt war in dem verhängniß vollen Jahre 1813 mit dem DenkſprucheLaſſet uns Gutes thun und nicht müde werden ins Leben getreten, und man muß geſtehen, der zwanzigſte Jahresbericht iſt der ſicherſte Buͤrge, daß die Mitglieder dieſer loͤblichen Anſtalt, die nicht mit Almoſengeben die Armen abſpeiſen, ſondern der zeoth und dem Elende, wo es ſich findet, abhel⸗ fen wollen, nicht müde geworden ſind. Es wäre wohl unſchicklich und gegen den Geiſt der Stiftung, wenn wir die einzelnen Fälle, in welchen dieſer Verein wirkte, hier aufzählen wollten; aber auf⸗

merkſam muͤſſen wir doch darauf machen, wie der ſelbe durch die Ertheilung einer Prämie an ſolche Perſonen, welche unbeſcholten fünf Jahre hinter einander bei derſelben Herrſchaft in Dienſten ge ſtanden, einen beſſeren Sinn bei der dienenden Volksklaſſe zu erwecken, wie er durch die Spar kaſſe Emſigkeit und Sparſamkeit gerade bei ſolchen einzuführen ſucht, denen es am meiſten Noth thut, wie er durch Errichtung eines Holzmagazins einem Holzmangel in der härteſten Jahreszeit abzu helfen und die Armen den Haͤnden des Holz wucherers zu entreißen bemüht iſt, wie er endlich durch Errichtung einer Zeichen- und Sonntags ſchule noch tiefer einzugreifen und bis auf die Ver ſtopfung der erſten Quellen der Verarmung und Verſchlechterung zurückzugehen ſich berufen fühlt. Doch hier brechen wir ab, und bemerken nur noch, daß man einer Stadt Glück wuͤnſchen kann, welche einen ſolchen Verein, oder vielmehr, welche ſo viele Männer beſitzt, die Sinn fuͤr dergleichen Anſtalten haben.

Das zweite Schriftchen, welches uns zu Han den gekommen, iſt der

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