Ausgabe 
1.3.1834
 
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durch, nach gerechterem Maasſtabe berechnete, Umlagen auf das Geſammtſtener⸗Kapital aller Ortsein⸗

wohner beigebracht werden ſollen.

Die Frage, wie die Erſatzrente für jene Abgabe dem Schullehrer entrichtet werden müſſe, iſt daher geſetzlich bereits entſchieden, und löst ſich dahin ſehr einfach, daß demſelben dafür jährlich eine runde Summe als Beſoldung aus dem Gemeindevermögen II. Claſſe gezahlt wird.

Da ſehr häufig die II. Claſſe Ueberſchuß hat, ſo wird in dieſem Falle gar kein Ausſchlag nöthig, und es ſind alsdann die Einzeln doppelt in Vortheil, weil ſie von jeglichem Beitrage befreit bleiben.

Würde aber dadurch ein Mangel entſtehen, ſo wird dieſer, wie alle übrigen Ausgaben II. Claſſe, in einem Ausſchlage mit dieſen durch Gemeinde-Umlagen auf das Geſammtſteuer⸗Kapital der Ortsein⸗

wohner zu decken ſeyn.

Ich empfehle ſaͤmmtlichen Schulvorſtänden angelegentlichſt, die Verwandlung der oben erwähnten Abgaben nach dieſen Normen baldigſt einzuleiten, indem ich bemerke, daß einzelne Schulvorſtände hierin

bereits mit rühmlichem Beiſpiele vorangegangen ſind.

Von den großh. Bürgermeiſtern gewärtige ich mich, daß dieſelben Sie in dieſem Unternehmen beſtens

unterſtuüͤtzen werden.

Ueber den Erfolg Ihrer Bemuhungen wollen Sie mich, geeignetenfalls unter Vorlage der abge ſchloſſenen Verträge in doppelter Ausfertigung, binnen 6 Wochen benachrichtigen.

Friedberg den 21. Februar 1834.

Küchler.

Das großherzoglich heſſiſche Landgericht Friedberg

an die großh. Buͤrgermeiſter und Beigeordneten des Bezirkes.

Betreffend: Die Gebühren wegen abgehaltenen Verſteigerungen.

Da ſich, wie Ihnen bekannt, der Betrag der fur Verſteigerungen von Ihnen zu beziehenden Ge bühren nach dem Zeitaufwande richtet, ſo werden Sie angewieſen, kuͤnftig in den Verſteigerungsprotokollen jedesmal die Stunde, wann die Verſteigerung beginnt und geſchloſſen wird, anzumerken. In allen Fällen, wo dies unterlaſſen wird, werden wir ſtets nur die geringſte Taxe decretiren.

Friedberg den 22. Februar 1834.

Hofmann.

Es iſt alles eitel?

Ich werde jedesmal unangenehm berührt, wenn ich den Gemeinſpruch höre: Es iſt alles eitel! Noch vor Kurzem las ich in einer Zeitung, daß ein Greis dieſe Ueberzeugung ausgeſprochen. So viel Erfahrung wir indeſſen einem Greiſe einräumen müſſen; es iſt doch nicht immer ein Evangelium was er ſagt. Aber, ſo erwidert man mir, ſchon der alte Salomo hat das ausgeſprochen, und der war doch ein weiſer König. Ich ſage, der weiſe Salomo war nicht immer weiſe, wie wir in ſeiner Geſchichte

uns recht gut uͤberzeugen können, wenn wir ſie mit Aufmerkſamkeit leſen.

Nur derjenige, welcher ſein Herz an die ver gänglichen Dinge dieſer Welt hangt; wer nichts Höheres kennt, nach nichts Edlerem und Beſſerem ſtrebt; wem Ehren, Neichthümer, ſinnliche Genüſſe Hauptſache ſind; der muß allerdings am Ende ſeines Lebens eine gewiſſe Leere in ſich und um ſich empfinden(eitel heißt leer). Dieſe Leere,

dieſe Oede muß um ſo nachtheiliger auf ihn einwir⸗ ken, je größer die Rolle war, die er ſpielte, je mehr er Gelegenheit hatte, auf andere Menſchen ein⸗