Ausgabe 
1.2.1834
 
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Die Schickſale der St. Catharinen-Capelle zu Friedberg. (Beſchluß.)

Ueber dieſen Fortbeſtand, ſo wie über die Lage der Capelle, erlaube ich mir hier noch Einiges mitzutheilen, bevor ich von ihrem Abbruche das Nöthigſte erzähle.

Die vorhin erwähnte Molther'ſche Chronik ſagt, ſie hätteuff der Straſſen bei dem Brunnen gegen der Burg uber geſtanden. Daß unter dieſem Brunnen kein anderer zu verſtehen ſey, als der noch jetzt ſogenannte Catharinen-Brunnen, leidet wohl keinen Zweifel. Entweder muß aber die Capelle ſelbſt, oder doch der ihr zugehörige Kirchhof, der Burg weit näher gelegen haben, als der Brunnen, weil ſonſt kein Grund vorhanden geweſen wäre, weswegen die Burg beim Kaiſer hätte Klage führen ſollen, daß die Bürger der Stadt ſie von da aus bedrohten und beläſtigten. In einem alten Pleban-Regiſter von 1411 findet ſich ein Poſten, der über die wahre Lage der mehr genannten Capelle ein näheres Licht gibt. Dieſem poſten zufolge bezahlt nämlich ein gewiſſer Heinze Molner eine Abgabe von ſeinem Hauſe an der Eckenächſt dem Hauſe Strasburg, gegenuber der St. Catharinen⸗Capelle.*) Ueber die Lage des Hauſeszur Stadt Strasburg habe ich es zwar an den nöthigen Erkundigungen nicht mangeln laſſen, bis jetzt aber noch zu keinem Reſultate gelangen können. Vielleicht möchten die Häuſer-Beſitzer in der Nähe der Freiheit aus älteren Kaufbriefen ) Der Verfaſſer dieſes hat ſeit der Bekanntmachung der

im vorigen Blatte befindlichen Nachrichten durch die Güte des Herrn Kirchenraths Pilger noch einen früheren Indulgenzbrief für die St. Catharinen-Capelle, ausgefertigt von Bruder Albertus de Bycheling im Jahr 1364(Feria quarta ante diem beati Michahelis Archangeli= 26. September) zur Einſicht mitgetheilt er halten. Dieſer Indulgenzbrief beſtätigt noch mehr die fruher mitgetbeilte Vermuthung über die Mittel, deren man ſich bediente, um die Erhaltung der genannten Capelle zu be wirken und ſie in größere Aufnahme zu bringen.

Zugleich wird hier bemerkt, daß ſich in dem vorigen Aufſatze(erſte Zeile der 14ten Seite) ein ſinnentſtellendes Wort eingeſchlichen hat. Statt Auflaſſung muß es beißen Auflauf.

1 Woͤrtlich:de domo sus iu acie prope domum Strass burgh in Opposito Capelle Ste. Catherine.

wohl finden, welches Hauszur Stadt Strasburg/ genannt wurde. Noch eine andere, ebenfalls ultge⸗ druckte Urkunde, und zwar vom Jahre 1446, gibt uns über den Fortbeſtand und die Lage der Capelle einige Auskunft. Dieſer Urkunde zufolge ver ſetzt ein gewiſſer Johannes Meler, Burger zu Friedberg, den geiſtlichen Herren, nämlich Herrn Dielin Lebir, zu dieſer Zeit Guardian, und den Convents-Brüdern des Kloſters zu den Barfüßern ſein Hauszum Ringe by St. Catharinen Capellin neben dem Huſe zum Laubenberge uff der Straßen an der Eckin gelegin. Aus allem dieſem geht hervor, daß die ofterwahnte Capelle entweder dicht an der Freiheit oder gar auf derſel ben geſtanden haben muß.)

Ich komme nun an den traurigen Untergang derſelben.

Es iſt bekannt, welche Aufregung der Ge müther im Anfange des ſechszehnten Jahrhunderts herrſchte; wie die Reformation in Deutſchland ihren Anfang nahm, und wie bald nach ihrem Be ginne der unſelige Bauernkrieg entſtand. Obgleich beide als ſehr verſchiedenartig von einander ange⸗ ſehen werden müſſen, ſo leidet es doch keinen Zwei fel, daß viele Landleute und Bürger die kirchliche und geiſtige Befreiung mit der politiſchen verwechſel ten. Auch in Friedberg hatte die Reformation frühe ſchon Wurzel gefaßt; aber auch hier glaubten ſie, die Zeit wäre erſchienen, wo ſie ſich von dem Joche befreien könnten, das ihnen die Burg auferlegte. Es geht wenigſtens aus allen Angaben hervor, daß zu eben der Zeit, wo jener unglückliche Kampf ge fuhrt wurde, der unter dem Namen Bauernkrieg in den Annalen unſeres theueren Vaterlandes auf gezeichnet iſt, die Bürger der Stadt gegen die Burg und den Burggraſen in Maſſe ſich erhoben. Von dem Kampfe ſelbſt iſt uns indeſſen, was unſere

5) In dieſer Gegend ſtand auch die ſogenannte Münze, wovon ich vielleicht bei einer andern Gelegenheit etwas Näheres mittheilen werde. Wenn es ſich beſtätigt, daß der Platz der Freiheit nicht vor dem zweiten Viertel des 16ten Jahrhunderts vorkommt, ſo iſt es keinem Zweifel unterworfen, daß erſt durch den Abbruch der Kirche Raum dazu gewonnen wurde. Herr Kirchenrath Pilger iſt da gegen der Meinung, die Kirche habe an der Stelle geſtan den, wo neuerdings die ſogenannte Reitſchule war, gegenwärtig eine Baumſchule iſt.