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fassung könne natürlich kein Leben geben. Es kommt auf den Geist an, der in ihren Bestimmungen herrscht. Dem Geiste Gottes darf nicht durch Formstückwerk seine Aus⸗ wirkung verbaut werden. Dem von Abg. Dr. Walger bezüglich der Bekenntnisfrage ausgesprochenen Bedauern gegenüber be⸗ tonte dieser Redner: Auch uns ist die Be⸗ friedigung des religiösen Bedürfnisses selbst.⸗ verständlich Hauptaufgabe der Kirche. Wir bekennen uns alle zum Evangelium der Re⸗ formation. Neutralität wird nur gegenüber den politischen Parteien, nicht gegenüber dem Staat verlangt, der allerdings vom christlichen Geist durchdrungen sein muß. Den Parteien aber gegenüber muß die Kirche streng neutral sein. Die Kirche soll auch von uns nicht etwa auf die Demagogie der Massen aufgebaut werden, aber die Ab⸗ sicht, die Massen wieder zu erfassen und zur Kirche zurückzuführen, muß ernstlich gewür⸗ digt werden. Das Motiv ist ein gutes. Man darf es nicht anders bewerten bezüg⸗ lich der Gemeindewahlen, für welche die Urwahlen schon eingeführt sind, und be⸗ züglich derjenigen zum Landeskirchentag. Gern sind wir bereit, den Rechten der Frauen in der Kirche in vollem Umfang Rechnung zu tragen. Außerordentlich wich⸗
tig ist, daß auch die verfaßte Kirche eine
lebendige Arbeitsgemeinschaft darstellt. Die Gemeinden müssen die Möglichkeit freier Entfaltung gewinnen, ohne sich aus dem
Verband der Landeskirche zu lösen. Nach Abschluß dieser Verhandlungen ein vielfach die Einwohner mit, und dadurch
wurde ein besonderer Ausschuß gewählt, der
im Einbernehmen mit dem Oberkons istorium
vor Tremblois, wo wir jetzt parkieren. Ich
mußte die Abteilung im Ort, der bis auf
wenige Häuser niedergebrannt ist, tränken lassen; aber ich mußte erst zwei Stunden mit Infanteristen und Kavalleristen kämp⸗ fen, bis unsere Leute tränken konnten. In⸗ zwischen war bei der Batterie abgekocht worden. Seit Freitag abend bekam ich heute(Dienstag) zum erstenmal wieder et⸗ was Warmes zu essen(Kaffee hatte es auch nicht gegeben), Reissuppe mit Huhn und etwas Kaffee; es wäre erwünscht gewesen, etwas Festeres zu bekommen. Nachmittags rasten wir noch an derselben Stelle; ich benutzte die Gelegenheit, mich gründlich zu reinigen und rasieren zu lassen. Welch eine Wohltat!
Abends. Wir blieben den ganzen Tag auf dem Parkplatz und bekamen hier die zweite Post seit dem Ausrücken(11. Aug.). Ich erhielt gute Nachrichten über Hedwig und die Kinder vom 18. Um ½8 Uhr kam der Befehl zum Biwakieren. Schade, daß wir das nicht schon morgens wußten, wir hätten mehr von der Ruhe gehabt, wenn wir nicht dauernd in Erwartung des Marschbefehls gewesen wären. Die Pferde standen 4 Tage und 3 Nächte unter dem Sattel, was viele Druckverletzungen verur⸗ sachte. Abends saßen wir gemütlich zusam⸗ men, während Fußartillerie befestigte Stel⸗ lungen bei Mouzon und Carignan beschoß. In den letzten 4 Tagen haben wir gesehen, wie furchtbar es ist, wenn der Krieg in ein Land getragen wird. Hier kämpfen
herrscht bei unseren Soldaten eine große
die Neugestaltung der Kirchenverfassung vor⸗ Erregung und Erbitterung. Wo die Be⸗
zubereiten hat und bis zum Herbste dem
Landeskirchentag einen Verfassungsentwurf vorzulegen hofft. Er besteht aus folgenden Mitgliedern: Pfarrer(nicht Oberkonsistorial⸗
rat) Bernbeck, Berger, Bayer, Dornseiff,
Frau Heräus, Herrmann, Freiherr v. Heyl.
Laufer, Neuenhagen, Römheld, Schian, Wagner ⸗Stockstadt, Waitz. Gleich nach
wohner in ihrem Hause sind und dieses nicht verschlossen halten, geschieht ihnen nichts; aber die verschlossenen Häuser wer⸗ den mit Gewalt geöffnet und durchsucht. Dies ist unbedingt nötig wegen der nach⸗ folgenden Kolonnen, die doch gar keine eigene Kampfkraft besitzen. Häuser, aus denen ge⸗ schossen worden ist, werden in Brand ge⸗
Pfingsten soll der gesamte Ausschuß zu setzt. Die Bewohner von Florenville hatten einer Beratung zusammentreten.(Ist in⸗ sich gut gegen unsere Soldaten verhalten;
zwischen geschehen.)
dort wurde kein einziges Haus angezündet
Nach einer eindrucksvollen Kundgebung und die Bevölkerung wurde gut behandelt,
für eine im nächsten Jahre zur Erinnerung an den Wormser Reichstag von 1521 in
Nur dem Wein hatten viele gar reichlich
zugesprochen, was sich bei der großen Hitze
Worms stattfindenden Lutherfeier wurde der und dem nachmittags einsetzenden schweren Landeskirchentag bis zum Herbst vertagt. Kampf bei manchem recht unangenehm
In Gewaltmärschen bis zur Marne.)
Aus dem Kriegstagebuch des Hauptmanns
d. R. Landgerichtsrat Trümpert, Gießen. (Fortsetzung.)
25. 8. 1914. Es scheint ruhelos weiter⸗ zugehen, immer hinter dem Feind her. Die Anstrengungen für Menschen und Pferde sind übergroß, dabei gibt es fast nichts zu essen. Wie nötig wäre ein Ruhetag! Um 6 Uhr morgens rückten wir bis unmittelbar
*) S. Nr. 23.
Verantwortlich: Pfarrer Bechtolsheimer. Druck und Verlag der Brühl'schen Universi
fühlbar machte.
(Fortsetzung folgt.) Kirchliche Anzeigen.
Sonntag den 1. August(9. nach Trinitatis). In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neukonsir⸗ mierten aus der Matthäusgemeinde, Pfr. Mahr.— Vorm. 9% Uhr: Pfr. Becker. In der Johanneskirche. Vormittags 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neukonfir⸗ mierten aus der Lukasgemeinde, Pfarrer Bechtolsheimer.— Vorm. 9½½ Uhr: Pfarr⸗ assistent Ramge.
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R. Lange, Gießen.
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